Geschichte

Ingmar Nowak (+)

Berta Wienziers

Nach Ende des Krieges 1945 hat der aus Böhmen vertriebene Lehrer und Schulleiter Walter Schimek begonnen eine Schulchronik zu führen. Mit der Zeit dehnte er diese auf den Ort Deining, sowie auf Politische- und Wetterbeobachtungen aus. Seine Niederschriften bildeten die Grundlage für das heutige Archiv in Deining, das von Frau Berta Wienziers ehrenamtlich geführt wird. Auskünfte über Tel.Nr. 09184-1037 oder die Gemeinde.

Heimatpflege ist eine wichtige ehrenamtliche Tätigkeit zur Dokumentation aller Ereignisse in der Großgemeinde – begonnen über Brauchtum, Bautätigkeit, Bauten- und Denkmalschutz, Erforschung der Vergangenheit in allen Archiven des Freistaates, der Kirchen und anderen Institutionen (Post, Bahn, Privatarchive). Auskünfte erhalten Sie hierzu über die Gemeinde.

Die Geschichte der Post in Deining

Vor über 340 Jahren, im Jahre 1663, wurde ein Reitpostkurs auf der Strecke Nürnberg – Regensburg gegründet und in Deining eine Reichsposthalterei für den Pferdewechsel eingerichtet. Zum kaiserlichen Posthalter wurde der Wirt des Gasthauses „Zur goldenen Ente“, später „Zur Post“ an der Hauptstraße ernannt. Wer das damals war, ist nicht bekannt. Erst dreizehn Jahre später, am 24. November 1676, findet sich ein Eintrag in den Kirchenbüchern der Pfarrei Deining, daß der Wirt und Postmeister Rochus Schuster aus Deining, seine Tochter mit Hans Eichenseer, dem Sohn von Balthasar Eichenseer vom Richterhof im Lupburgischen Herrschaftsgebiet, verehelichte. Dieser Rochus Schuster muß als Wirt ein geschäftstüchtiger Mann gewesen sein, denn er steht in diesen Kirchenbüchern bis 1696 allein 32 mal als Trauzeuge vermerkt. Wahrscheinlich sicherte er sich so das Hochzeitsmahl für sein Gasthaus.

Sein Nachfolger wird 1705 sein Schwiegersohn Hans Eichenseer, der als kaiserlicher Posthalter ein Jahresgehalt von 150 Gulden bezog. Dies ist in einer Aufstellung des Nürnberger Postmeisters Matthäus Braun von 1706 über die ihm unterstellten Posthaltereien zu lesen, in dem der Ort „Teinigen“ als Pferdewechselstation für den Postwagenkurs Nürnberg – Regensburg ausdrücklich genannt wird. Dieser Postwagenkurs verlief früher nicht dort, wo heute die B 8 ist, sondern von Regensburg aus das romantische Tal der Schwarzen Laaber entlang über Deuerling, Laaber, Beratzhausen, dann über Parsberg, Eichenhofen, hinunter nach Deining und weiter über Neumarkt und Postbauer nach Nürnberg.

Wie lange Hans Eichenseer seinen Dienst tat, ist nicht überliefert. Auch die Kirchenbücher geben nur teilweise Auskunft, da sie in den Jahren 1723 bis 1794 starke Brandschäden durch Kriegseinwirkungen aufweisen und nur teilweise lesbar sind. Am 4. Dezember 1739 leistet jedenfalls ein Stephan Götz seinen Diensteid an den inzwischen zum Reichspostgeneralunternehmer gelangten Fürsten Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis in Regensburg. Dieser Stephan Götz war noch in Diensten, als 1745 ein großes Ereignis eintrat:

Eine Kaiserin zu Gast

In einem Schreiben des österreichischen Staatsarchiv heißt es: „… bei der erwähnten Reise Ihrer Majestät der Kaiserin Maria Theresia kann es sich nur um die Fahrt zur Krönung ihres Gemahls des Kaisers Franz I. nach Frankfurt im September 1745 handeln.“ In dem Protokoll ist auch vermerkt, daß die Orte „Regensburg, Laaber, Parsberg, Theining, Postbauer und Nürnberg“ als Pferdewechselstationen vorgesehen waren. So war also auch in Deining ein Aufenthalt notwendig, in denen sich Ihre Hoheit erfrischen konnte von der damals noch recht staubigen Reise. Sicher eine riesige Aufregung im Haus „Zur Post“, zumal, wie es in dem Schreiben weiter heißt, „… dass seitens der Pfalz-Neuburgischen Regierung abgeordneten Herren Stände des Ober- und Unterlandes Ihr unterthänigste Ovationen und Aufwartung gemacht wurden und die im Beisein einer zahlreichen Menge des Landvolkes aus den herumliegenden Dorfschaften zum Handkuß gelassen wurden.“ Die Reise begann morgens um 6 Uhr in Regensburg, der Einzug in Nürnberg war für 6 Uhr abends vorgesehen. Also 12 Stunden Fahrt mit vier Pferdewechsel für eine Strecke, die man heute über die Autobahn bequem in einer Stunde schafft.

 

Eine stolze Posthalterei

Im Jahre 1751 ist Johann Feihl kaiserlicher Reichsposthalter, er ist verheiratet und hat acht Kinder. Er besitzt das Posthaus, welches zugleich Gasthaus ist, sowie einen angrenzenden Bauernhof mit Feldbau, Wald und fünf Weihern. Er war schon von Sr. Durchlaucht Fürst Alexander von Thurn und Taxis am 15. November 1751 vereidigt worden, erhielt aber sein Patent erst am 31. Juli 1773 von Fürst Anselm und mußte auch noch 25 Gulden nach Nürnberg für das Dekret entrichten.

In dieser Zeit werden bei der kaiserlichen Posthalterei in Deining drei Postknechte und ein Beiläufer beschäftigt. In den Ställen stehen 13 gute und starke Pferde, sowie zwei halbgedeckte und zwei offene Kaleschen und ein Postkarren. Der Posthalter bekommt alle zwei Jahre von dem „löblich-kaiserlichen Reichsoberpostamte“ in Nürnberg zwei Röcke, zwei Hüte und zwei Couriers-Röckchen gratis. Es ist die Blütezeit des Gasthauses „Zur Post“ mit seinen Fremdenzimmern. Wie wichtig das Gebäude war, ist auch heute noch an dem Walmdach zu erkennen. So eine Dachform durften früher nur Schlösser und hochherrschaftliche Gutshäuser haben. Auch die Innenausstattung der Räume mit Stuckdecken und großen Fenstern läßt auf die Bedeutung des Hauses schließen. Es gehörte neben dem Schloß und der Brauerei zu den prägenden Bauten im damaligen Deining.

Ein Auszug aus einem Thurn und Taxischen Revisionsbericht, vermutlich aus dem Jahre 1782, gibt Auskunft über das damalige Postwesen: „Bericht wie und zu welcher Zeit die kaiserlichen Reichsjournaliere zu Deining anzukommen und abzugehen pflegen: Alltäglich nachts zwischen 10 und 12 Uhr, Donnerstag und Montag aber noch später, kommt an über Neumarkt und Postbauer die Nürnberger Journaliere und geht nach ein Viertelstund über Taßwang nach Regensburg ab. Alltäglich früh zwischen 4 und 5 Uhr kommt an über Taßwang die Regensburger Journaliere und geht nach ein Viertelstund über Neumarkt und Postbauer nach Nürnberg ab. Donnerstag, à parte, abends zwischen 7 und 8 Uhr kommt auch von Beulengries die Ordinaire an, bleibt über Nacht in Deining und geht Frytag wieder nach Beulengries retour ab. Nota: Diese Ordinaire bringt und nimmt die Briefe von Beulengries, Plankstetten, Berching und mehreren Ortschaften mit. Specificato deren um Deining liegenden Ortschaften, von welchen und an welche Briefe von Deining und an Deining auf- und abgegeben werden können.“

 

Postverkehr mit Hindernissen

1808 gehen die taxischen Postanstalten an die königlich-bayerische Verwaltung, auch Deining wird als Postexpedition übernommen. Dann kommt 1809 der napoleonische Krieg und der Postkutschenverkehr zum Erliegen. Robert Staudenraus aus Nürnberg schreibt im Archiv für Postgeschichte in Bayern: „Am 28.4.1809 kam der erste Postwagen, den Nürnberg seit dem 10.4. wieder über Neumarkt nach Regensburg absenden konnte, nach einer Mitteilung des Postkommissärs und Legationsrates von Lindheimer glücklich in Regensburg an.“ Erst am 3.5.1809 wurde der erste Postwagen in umgekehrter Richtung abgesandt und erreichte unbeschadet Nürnberg. Die Postkondukteure wurden jedoch angewiesen nur am hellen Tage zu fahren, da in den Wäldern noch immer versprengte österreichische Truppenteile waren und die Gegend unsicher machten.

1810 wird der Poststall mit seinen Pferden nach Neumarkt verlegt und Deining eine Relaisstation. Durch eine Umorganisation kam 1817 das Postamt Neumarkt, als auch Deining, nach Regensburg, jedoch nach einer allerhöchsten Verordnung vom 12. Juni 1834 wieder zurück zum Oberpostamt in Nürnberg.

Am 1. Juni 1841 wird Deining in eine Poststelle umgewandelt, mit Brief- und Fahrpostdienst für die Zustellbezirke Großalfalterbach, Kleinalfalterbach, Oberbuchfeld, Unterbuchfeld, Deining, Döllwang, Freihausen, Günching, Harrenzhofen, Holnstein, Lengenfeld, Leutenbach, Mittersthal, Pirckach, Roßthal, Siegenhofen, Thann, Velburg, Waltersberg und Winnberg.

Aus dieser Zeit finden wir auch folgende Einträge von Ereignissen im Amtsblatt aus Regensburg:

1837: Für den am 31. März 1837 abgebrannten PE Schöfer in Feuchtwangen liefert der Kgl. Posthalter Feihl in Deining einen Betrag von 2 fl 42 kr ab.

1840: Postillon Hofmann (Vorname unbekannt) im Dienst bei der Posthalterei in Deining wird wegen rohen Benehmens gegen einen Kondukteur aus dem Dienst entlassen.

1840: Postillon Schrafl der Poststelle in Deining wird wegen Schlafens im Dienst aus dem Postdienst entlassen.

1851: Eine einmalige Belohnung von 12 fl erhielt der Postillon Johann Fersch in Deining für lange Dienste.

Die Post schrumpft

Vom 12. Dezember 1859 an (Eröffnung der Eisenbahnstrecke Landshut – Regensburg – Hersbruck) werden die pferdebespannten Eilwagen zwischen Nürnberg und Regensburg eingestellt. Zwischen Regensburg und Neumarkt verkehrt jetzt täglich ein Postomnibus mit Anschluß nach Nürnberg, Fahrzeit 12 Stunden. Als nach der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Nürnberg – Regensburg im Jahre 1871 der Zug nur noch vier Stunden für diese Strecke braucht, werden die Busse auch eingestellt. Es gibt nur noch sogenannte „Cariolfahrten“ Zwischen Deining Markt und Deining Bahnhof, vier mal am Tag zu den Zügen. Eine Personenbeförderung ist dabei nur sehr eingeschränkt möglich.

1888 wird in Deining unter der Rufnummer 223 eine Telegraphenstation eingerichtet. Über die Vermittlung in Regensburg kann man jetzt mit aller Welt telefonieren, allerdings mit langen Wartezeiten für den entsprechenden Anschluß. Die Bedeutung der Poststelle jedoch sinkt, da in allen größeren Orten ebenfalls Amtsstellen entstehen und den Zustelldienst übernehmen. Etwa um 1900 zieht die Post dann um in das Haus Deining Nr. 38 von Georg Simson, erbaut im Jahre 1886. Ursprünglich war dort ein Kramerladen, er wird zur Poststelle umgebaut und Simson, der am 3. Juni 1854 in der Roßamühle geboren wurde, war erster Poststellenleiter. Als er aus gesundheitlichen Gründen im Jahr 1914 in den Ruhestand geht, übernimmt sein Schwiegersohn, Josef Solleder, die Poststelle als „Postbetiebswart“. Das Haus „Zur Post“ blieb als Wirtshaus im Besitz der Familie Feihl bestehen.

Im September 1949 wird das Postamt Deining in zwei helle, ineinandergehende Räume mit Schalterplatz und Fernsprechzelle umgebaut. Die Kosten hierfür muß der Besitzer des Hauses, Herr Josef Solleder, durch Aufnahme eines Darlehens selbst übernehmen. In dieser Zeit tritt auch der Sohn, Herbert Solleder, seine Ausbildung bei der Post an und ist zunächst in Neumarkt tätig. 1959 wird er zum Postschaffner ernannt und übernimmt mit seiner Frau im Juni 1962 die Leitung des Postamtes in Deining. Bald beginnt jedoch eine große Sparaktion bei der Post, der schließlich auch das Postamt Deining im September 1996 zum Opfer fällt, heute ist der „Blumenladen Deining“ dort zuhause. Die Postagentur ist in die Tankstelle umgezogen und wird vom Besitzer betreut.

Das stolze Wirtshaus „Zur Post“ wird vernachlässigt und schließlich verkauft. Der neue Besitzer lässt die Wirtschaftsgebäude abreißen und baut moderne Wohn- und Geschäftsgebäude, nur das Wirtshaus wird unter Denkmalschutz gestellt und baulich gesichert. Zur Zeit wird es von privater Seite mit Hilfe der Gemeinde und Mitteln aus dem Städtebau-Förderprogramm saniert.

Aus Archivunterlagen von Frau Solleder, Deining,
Bayer. Hauptstaatsarchiv München Pa 9/38
Fürstl. Thurn u. Taxisches Zentralarchiv Regensburg, Akt Deining
Archiv für Postgeschichte in Bayern, Jg. 1968, Nr. 1, S.132
Ausgearbeitet von Ingmar Nowak, im Juni 2004

Das ganze Tal wurde zu einer riesigen Baustelle.

Wenn man als Bub in München aufgewachsen ist, kennt man die Großhesseloher-Eisenbahnbrücke mit Sicherheit, denn sie war das Ziel von so manchem Sonntagsausflug mit Eltern und Geschwistern. Die Deininger Brücke kennt man dagegen weniger, obwohl sie höher, länger und ich glaube auch älter ist als das berühmte Kunstbauwerk über die Isar und den Isarkanal bei Solln. Hier nun die Geschichte dieser Brücke, mit einigen Geschichten darum herum:

Am 3. August 1869 wurde vom Bayerischen Landtag „die Ausdehnung der königlich privilegierten Gesellschaft der Bayerischen Ostbahnen“ beschlossen, um eine Bahnverbindung von Nürnberg nach Regensburg bauen zu können. Auch damals schon ließ man also von privaten Betreibern große Bauvorhaben durchführen, die dann erst später vom Staat übernommen wurden.

Sehr rasch wurde die Strecke für den Neubau vermessen, die ursprünglich von Neumarkt über Velburg führen sollte. Sogar ein Platz für den Velburger Bahnhof am „Armenspital“ war schon abgesteckt worden. Aber einige Velburger Ratsbürger haben diese Pläne zunichte gemacht, so dass der landschaftlich weit schwierigere Weg über Batzhausen und Deining zum Tragen kam. Dabei wurde auch der Bau der Brücke über die Weiße Laber notwendig.

Um diese Brücke nicht zu hoch werden zu lassen, wollte man bei Kleinalfalterbach ursprünglich einen 340 Meter langen Tunnel graben. Probebohrungen waren auch recht erfolgreich, aber dann stellte sich heraus, daß der Sandstein des Tunnels die Luftfeuchtigkeit wie ein Schwamm aufsaugte und brüchig wurde. Es gab senkrechte Sandabstürze von vielen Metern. So entschloss man sich doch das Gelände „aufzuschlitzen“ und die Gleise im Tagebau zu verlegen. Den Abraum konnte man gut zur Aufschüttung eines Dammes bei der Deininger Brücke gebrauchen. Dieser Damm verlief vom Osten her in einer leichten Kurve, so dass dann eine gerade Brücke mit zwei Pfeilern und drei 60-Meter-Öffnungen notwendig wurde.

Ein teurer Rückschlag

Nun muss das Jahr 1871 ein typisch verregneter Sommer gewesen sein. Die aufgeschüttete Erde wurde wohl durch die dauernden Regenfälle aufgeweicht, jedenfalls kam in der Nacht vom 20. März, gegen 2 Uhr, der ganze Damm ins Rutschen. Unter ohrenbetäubendem Krachen brach das riesige Rollbahngestell zusammen, die Erdmassen drückten den Endpfeiler der Brücke weg und wälzten sich zu Tale. Am Morgen war von dem bereits 16 Meter hohen und 132 Meter langem Damm nichts mehr zu sehen. Gott sei Dank war das nachts passiert, so dass von den Arbeitern niemand zu Schaden kam. Für die Ostbahn war es aber ein arger Rückschlag in der Terminplanung.

Ein neuer Bauplan musste erstellt und umgesetzt werden. Statt der drei Öffnungen von je 60 Metern wurden nun zwei weitere von je 72 Metern geplant, so dass insgesamt vier Pfeiler notwendig wurden. Für diese Pfeiler mussten große Sandsteinquader herausgesprengt, bearbeitet und herangeschafft werden.

Gleichzeitig entstand eine Holzkonstruktion zum Bau des Stahlfachwerks der Brücke, zunächst für eine eingleisigen Strecke. So wurde die Brücke um 150 Meter verlängert und bekam noch eine Besonderheit: Sie beginnt in der Brückenmitte mit einer Kurve. Dies war früher nicht sehr interessant, da die alten Dampfeisenbahnen höchstens mit 50 km/h fuhren. In heutiger Zeit jedoch, wo ICE’s mit bis zu 200 km/h darüber donnern können, treten schon gewaltige Fliehkräfte auf, die es abzufangen gilt; aber dazu später.

Große Steinquader wurden für den Pfeilerbau herangeschafft und ein Holzgestell für das Stahlfachwerk gebaut.
Das Stahlfachwerk für das erste Gleis wird auf die Pfeiler gesetzt.

Erste Gastarbeiter in Deining

Zum Bau der Brücke, sowie der Strecke zwischen Neumarkt und Seubersdorf, waren auch viele Bahnarbeiter notwendig, die teils aus Hessen und Württemberg, aber auch aus Österreich und Oberitalien angeworben wurden. Für diese „Fremdarbeiter“ mussten Unterkünfte erstellt werden, also rodete man 1871 den Wald vor der Brücke und baute zunächst ein Bahnwärterhaus, dann ein Stationsgebäude mit Bahnhofswirtschaft. Es entstand der Ort Deining-Bahnhof, der damals zu Leutenbach gehörte. Dies brachte auch einen wirtschaftlichen Aufschwung für die Region, wie man allein aus den Taufbüchern von Deining, Döllwang, Groß- und Kleinalfalterbach, Leutenbach und Mittersthal ersehen kann. Waren es 1870 nur 10 Geburten von Bahnarbeiter-Ehen, stieg die Zahl 1871 auf 33 und 1873 gar auf 61 an. So mancher ledige Arbeiter fand auch hier die Frau fürs Leben und wurde ansässig.

Natürlich waren nicht nur brave Burschen unter den angeworbenen Arbeitern, sondern auch solche, die in der Fremde Geld und Abenteuer suchten. So wird berichtet, wie ein junger Bursche in Kleinalfalterbach hörte, dass zwei italienische Arbeiter planten, den Wirt Xaver Bayer niederzustechen, wenn sie die Zeche bezahlen sollten. Er warnte den Wirt. Dieser versteckte sich mit schussbereitem Gewehr im Anschlag in der Kammer zur Wirtsstube. Als die beiden dies merkten, ließen sie von ihrem Vorhaben ab und verschwanden.

Der Bau der Brücke kam nun zügig voran. Jedoch konnte die gesamte Strecke zwischen Nürnberg und Regensburg wegen der Verzögerung bei Deining und eines Erdrutsches im Nittendorfer Einschnitt nicht auf einmal eingeweiht werden. Die Eröffnung bis Neumarkt (36,09 km) erfolgte am 1. Dezember 1871, von Neumarkt bis Seubersdorf (20,45 km) am 15. Mai 1873 und von Seubersdorf bis Regensburg (44,01 km) am 1. Juli 1873. Die Baukosten beliefen sich auf insgesamt 32.077.406 Mark, so dass für die gesamte Strecke von 100,55 km, Kilometerkosten von 319.019 Mark verrechnet wurden. Im Mai 1873 erstrahlte also die Deininger Brücke in voller Schönheit, wenn auch noch eingleisig.

Das zweite Gleis

Im Jahre 1875 wurde die 1851 gegründete „Königlich priviligierte Gesellschaft der Bayerischen Ostbahnen“ vom Staat übernommen. Damit wurde auch die Strecke von Nürnberg nach Regensburg staatlich und man plante den Bau eines zweiten Gleises über die Deininger Brücke. Bisher war der Betrieb ja eingleisig abgewickelt worden, was einen Bahnhofsvorstand in Deining notwendig machte, sowie zwei Stellwerker, die im Schichtdienst die Weichen bedienten und vor allem im Winter Schnee- und eisfrei halten mussten. Ihr offizieller Titel bei der Bahn war „Wechselwärter“.

1895 ging man daran, das zweite Gleis auszubauen. Dabei wurden, wie es heute üblich ist, bereits vorgefertigte Fachwerkskonstruktionen von bis zu 20 Meter Länge angeliefert,hochgezogen und dann verschweißt oder verschraubt. Damals eine technische Sensation, wie man dementnehmen kann. Da die Pfeiler ja schon für die zweite Strecke vorbereitet waren, wurde auch die Brücke in einer Rekordzeit fertig und nach einer Belastungsprobe von zwei aneinandergekoppelten schweren Dampfloks noch im gleichen Jahr dem Verkehr übergeben.

Bau des zweiten Gleises in Fertigbauweise, damals eine Sensation.

Die Erlöserkirche

Dieser Verkehr war nicht immer einfach, besonders nicht für die Heizer der Dampfloks. Mussten doch die Züge von Regensburg aus bis auf die Jurahöhe bei Batzhausen einen Höhenunterschied so hoch wie der Eifelturm überwinden. Da hieß es kräftig heizen! Auch von Neumarkt aus stieg das Gelände bis zu diesem Punkt an, so dass die Maria-Hilf-Kirche, die dort in unmittelbarer Bahnnähe steht, bald den Namen „Erlöserkirche“ von den Eisenbahnern erhielt. Hier konnten sie aufschnaufen, sie waren erlöst, es ging wieder bergab.

1925 wurde die Brücke dann erstmals für höhere Lasten verstärkt und nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1949 elektrifiziert. So bekam auch die Brücke ihre Strommasten. Aber nicht die zunehmende Last machte der Brücke zu schaffen, sondern die zunehmenden Geschwindigkeiten. Durch die beginnende Kurve in der Brückenmitte, durften Züge noch immer nicht schneller als 50 km/h darüber fahren und auch nie zwei Züge im Gegenverkehr gleichzeitig. Das machte eine Fahrplangestaltung manchmal sehr schwierig. So entschloss man sich 1960 für eine Generalüberholung. Diese Arbeiten gelten auch heute noch als ingenieurtechnische Meisterleistung.

Das heutige Bauwerk

Zunächst wurden alle Pfeiler mit Zementleim ausgespritzt und die Pfeilerköpfe erneuert. Dann wurde eine durchgehende Auflagebank aus Stahlbeton zur Verteilung der schweren Lasten aufgebracht und ein neues Stahlstrebefachwerk daraufgesetzt. 950 Tonnen Stahl und 38.000 Schrauben wurden verarbeitet, so dass eine Meterbelastung von 10 Tonnen möglich wurde. Der alte Überbau von 940 Tonnen Stahl wurde abgesenkt und verschrottet. Und das alles, während auf dem anderen Gleis täglich 120 Züge die Brücke passierten. Denn die Strecke ist nicht nur eine Bahnverbindung zwischen Frankfurt und Passau, sondern auch wichtig für den internationalen Verkehr zwischen Holland und den Ostblockstaaten. So werden allein jährlich viereinhalb Millionen Tonnen Güter hier befördert.

Im August 1962 wurden wieder zwei schwere Dampfloks aus Weiden – in Regensburg waren sie schon ausgestorben – mit je 170 t (Baureihe 044) als Belastungsprobe über die Brücke gesandt, um die Durchbiegung zu ergründen. Die Brückenbauer hatten aber gute Arbeit geleistet, mit dem D 658 fuhr am 6. August der erste Zug über die neue Strecke. Dann wurde das zweite Gleis in Angriff genommen und im Mai 1969 dem Verkehr übergeben.

Damit sind freilich noch nicht alle Kosten für lange Zeit gebannt: Allein für den alle 25 Jahre nötigen vierfachen Anstrich sind nur für die Grundierung 45 Tonnen Farbe nötig. So ist die Deininger Eisenbahnbrücke schon ein stolzes, schönes und auch teures Bauwerk, auch wenn sie nicht nur schöne Dinge erlebt hat. So zum Beispiel einige Tieffliegerangriffe am Ende des Krieges, die sie aber ohne großen Schaden überstanden hat. – Wie dem auch sei, wenn Sie wieder einmal unter der Brücke durch fahren, sehen Sie diese vielleicht mit anderen Augen.

 

Quellennachweis:

„Der Bau bayer. Eisenbahnen“ von Kosmas Lutz, 1883, Oldenburg-Verlag Leipzig
Dokumentationsstelle DB-Museum 90443 Nürnberg, Lessingstr. 6, H. Illenseer, Juli 1998
Gemeindearchiv Deining

Ausgearbeitet von Ingmar Nowak, Juli 2004

aus Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Laberviadukt Das Stahlfachwerk für das erste Gleis wird auf die Pfeiler gesetzt.

Feldkreuz neben dem Wohnhaus auf dem Thannhügl

Kreuz an der Lengenbachkirche

Das Holzkreuz hinter der Kirche wurde im Mai 1984 von Franz Sichert aus Neumarkt als Votivgabe erstellt. Als er an Krebs erkrankte, trug er das Kreuz am Karfreitag selber von Helena herunter und stellte es auf. An dieser Stelle soll die erste Kapelle gestanden haben (NT 31.5.1984).

Auf dem Weg nach Lengenbach

Das Feldkreuz wurde von der Familie Xaver Stiegler aus Arzthofen 1993 neu aufgestellt. An dieser Stelle war vorher kein Feldkreuz.

Dieses Kreuz im Lengenbachtal hatte Schinhammer aus Unterbuchfeld im Garten stehen.

Nach seinen Tod und Verkauf des Hauses stellte sich die Frage wohin mit dem Kreuz. Der Wegewart Michael Platzer aus Neumarkt stellte das Kreuz an der Grenze zwischen den Gemarkungen Oberbuchfeld und Helena auf.

Marterlbaum zwischen Oberbuchfeld und Siegenhofen

Am sogenannten Marterlbaum , das in der Uraufnahme schon im Kreuzstein hieß, stand bis zum Wasserleitungsbau nach Arzthofen im Jahre 1965 ein Stein mit einen Kreuz. Auf dem Bild mit den Kindern sieht man nur den Stein. Das Kreuz wurde über Jahrzehnte von Nutz Michael Deining verwahrt und im Jahre 2018 an Distler Helmut Rothenfels übergeben. Dieser ließ es wieder von Langhans Siegfried herrichten.

Das Pfupferkreuz

Das Pfupferkreuz wurde von der Familie Graser 1994 neben ihren Hof neu errichtet, aus Dankbarkeit. Vorher war hier noch keines.

Weggabelung Richtung Harenzhofen

Dieses Kreuz wurde 1985 von der Familie Niebler erneuert.

Zwischen Ober- und Unterbuchfeld

Dieses Kreuz wurde von der Familie Peter Schmid Oberbuchfeld errichtet.

Richtung Günching

1987 erneuerte die Familie Dinfelder dieses vorhandene Kreuz

Richtung Kräfft

1992 erneuerte Familie Graml aus Rothenfels dieses vorhandene Kreuz.

Kreuz im Ort Rothenfels

Im Jahr 2010 wurde dieses Kreuz von der Familie Götz aus Rothenfels aufgestellt. Es ist der Ersatz für ein Kreuz aus dem Jahr 1980 und 1950, die beide auch von der Familie Götz aufgestellt wurden. Das Bild vom alten Kreuz ist von der Familie Ott.

Kreuz zwischen Oberbuchfeld und Siegenhofen

Zwischen Oberbuchfeld und Siegenhofen hat die Familie Josef Scherer aus Rothenfels dieses Kreuz erneuert. An dieser Stelle ist im Urkataster (ca. 1840) bereits ein Feldkreuz eingezeichnet. Das Kreuz wurde im Rahmen des Radwegbaues ein wenig versetzt.

Am Friedhof

Im Jahr 2015 wurde dieses Kreuz von Michael Sturm erneuert.

Marterl bei Arzthofen

Das Marterl steht in einem Privatgarten neben einem ehemaligen Weg. Es wurde 1952 oder 1953 aufgestellt. Als sie mit den Kühen Gras oder Heu heimfuhren setzte Anna Kerl ca. im Jahr 1940 einen ihrer Halbbrüder neben dem Weg auf eine Decke. Als sie dort wieder vorbeikamen, war der Junge plötzlich unter dem Wagen, passiert ist ihm jedoch nichts. Er muß sich von der Decke gerollt haben und glücklich unter den Kühen oder Rädern hindurch unter dem Wagen gelandet sein. Sie versprach ein Marterl, schaffte es aber nicht, eines aufzustellen. Erst als die Söhne in die Lehre gingen wurde es gemauert. Sie sagte oft man soll nichts versprechen was man nicht halten kann und weil sie sehr gläubig war lag es ihr schwer auf dem Herzen. Sie nahm den Apostel Judas Thaddäus weil er einer der Fürsprecher ist in schwierigen und ausweglosen Situationen. Das Marterl wurde später als die Straße neu gebaut wurde um 180 Grad gedreht weil der Fußweg sich dann änderte. Ihr Bruder Martin, Jahrgang 1930, ging Mai 1957 an einen Samstagabend nach Neumarkt und kam nicht mehr Heim. Sie wußten nicht wo er wahr.
Erst im Herbst bekamen sie einen Brief das er in der Fremdenlegion ist. Nach Weihnachten kam ein Brief der Fremdenlegion, das er mit 3 Weitern fahnenflüchtig ist.
1958 stand er an einen Sonntagabend wieder in der Haustür. Er hat über seine Erlebnisse aber eisern geschwiegen.

Mursch Arzthofen

An dieser Stelle verunglückte Mursch mit seinem Motorrad nach einer Sonntagsmesse. Das Marterl wurde von seinen Freund Stiegler Xaver Arzthofen  aufgestellt.

Marterl im Lengenbachtal

Im Lengenbachtal in der der Nähe des Wanderparkplatzes bei Helena steht ein Marterl. Ein Traktor war mit einer Fuhre Holz auf dem Weg hängengeblieben. Man wollte mit einen 2 Traktor und Seilwinde das Gespann den Weg raufziehen. Dabei überschlug sich der Traktor mit Seilwinde und begrub ihn unter sich. Erst als man mit weitern Traktoren den Traktor aufhob konnte man ihn bergen.

Weiter in Richtung Westen steht ein weiteres Marterl. In der Zeitung stand. Der Dienstknecht Stephan Fink verunglückte beim Streu einfahren. Als das Ochsengespann scheute, fuhr der Wagen über seinen Körber und er starb nach wenigen Minuten. Fink Stefan war einer der Söhne der Bauernfamilie Fink aus Helena.

Marterl Richtung Harenzhofen

Diese alten Linden sind Markierungsbäume der Altstraße. An dieser Stelle treffen sich die Allersberger Wallfahrer nach ihrer Rast in Oberbuchfeld und beginnen wieder zu beten, auf ihren Weg nach Velburg und dann weiter nach Trautmannshofen.

Erst im Herbst bekamen sie einen Brief das er in der Fremdenlegion ist. Nach Weihnachten kam ein Brief der Fremdenlegion, das er mit 3 Weitern fahnenflüchtig ist.
1958 stand er an einen Sonntagabend wieder in der Haustür. Er hat über seine Erlebnisse aber eisern geschwiegen.

Zwischen Ober und Unterbuchfeld

Dieser Baum steht zwischen Oberbuchfeld und Unterbuchfeld.

Marterl am Jurasteig

Das Marterl am Jurasteig unterhalb von Rothenfels (Koordinaten: RW 4467286, HW 5457764) wurde im Jahr 2017 von Michael Platzer aus Neumarkt renoviert. Dabei wurde die Blechtafel erneuert, da die alte Tafel nicht mehr renoviert werden  konnte. Es wurde aber derselbe Text verwendet. Auf der Steinsäule kann man lesen: „Stiegler Johann Müllersohn von Arzthofen“. Bei weiteren Nachforschungen kam heraus, dass sich dort ein Jäger erschossen haben soll. Im Gemeindearchiv ist vermerkt, dass der Müllersohn, Johann Stiegler, mit 17 ½ gestorben ist.

Dessen Vater Johann Stigler ist 1802 in Frickenhofen Hs.Nr. 7 geboren, heiratete 1829 nach Harenzhofen und hatte mit seiner Frau Eva Eglmeier aus Harenzhofen, sechs Kinder. Er übernimmt ab 1840 die Mühle in Arzthofen, die sein Sohn Peter ab 1868 weiter führt.

Der Familienforscher Frank Karl konnte im Diözesanarchiv in Eichstätt folgenden Eintrag finden:

Stiegler Johann, Müllersohn von Frickenhofen, ledig, gest. am 25. Februar 1849 in Arzthofen Nr. 11, beerdigt am 28.02.1849, 17 1/2 Jahre alt. Bemerkung: Todesursache: gewaltsam durch Verzehrung, Gerüchte. Quelle: Matrikel Pfarrei Deining 10, Seite 95

Mit dem Begriff „gewaltsam verzehrt“ kann niemand etwas anfangen. Reinhard Riepl führt in seinem Wörterbuch zur Familien- und Heimatforschung auf S. 17 aus: Abzehrung/Auszehrung/Verzehrung:…Sammelbegriff für alle mögl. mit Schwäche und starker Abmagerung verbundenen Krankheiten, bzw. auch andere Krankheiten.

Vermutlich litt Johann Stiegler an Depressionen und beging deshalb Selbstmord.

Dies wurde dem Pfarrer vermutlich nicht gesagt, damit der Sohn ehrenvoll im Friedhof beerdigt werden konnte. Damals durften Selbstmörder nicht auf geweihtem Boden beerdigt werden.

Das Bild auf dem Marterl deutet auch daraufhin, weil man für die Armen Seelen beten soll.

Der Text unter dem Bild lautet: „Wanderer bleib stehen Du und bet für unsere ewige Ruh. Ein Vaterunser und den Ablaß dazu, auf daß Dich Gott bewahr  vor gleicher Not  und Gefahr.“

Auf der alten Blechtafel kann man auch einen Soldaten oder Jäger im Fegefeuer erkennen.

 

Das Stieglermarterl (Koordinaten: RW 4466971, HW 5457871)

Nur 360 m weiter, Richtung Westen steht noch ein Marterl, diesmal aus Holz.

Am Freitag den 17. Oktober 1919,   ist der im 70. Lebensjahre stehende Ökonom Andreas Stiegler aus Arzthofen  beim Holzfahren tödlich verunglückt. Der zu  verladende Baum kippte vom Wagen und traf Herrn Stiegler am Kopfe so schwer, dass er einen Schädelbruch erlitt und infolge der Verletzungen nach 35- stündigem Leiden gestorben ist.

Stiegler Andreas, geb. am 4. Oktober 1849 in Kleinalfalterbach Hs.Nr. 9, ist am 18. Oktober 1919 in Arzthofen gestorben und wurde am Dienstag den 21. Oktober 1919 in Deining beerdigt.

Er heiratete am 24. August 1875 Kratzer Maria, geb. am 27. August 1852 in Arzthofen Hs.Nr. 6, gest. am 12. Mai 1911 in Arzthofen.

Der Witwer hinterläßt 11 Kinder und 22 Enkelkinder.

Das Wirtswebermarterl (Koordinaten: RW 4467380, HW 5457488)

Beim Oberbuchfelder Fußballplatz, Richtung Arzthofen findet man eine Steinsäule.

Am 18. Juli 1952 verunglückte hier  Josef Fink (Wirtsweber) mit einem Traktor, bei den Arbeiten für den Friedhof in Oberbuchfeld, auf tragische Weise. An den Folgen des Unfalls verstarb er am 3. August 1952 und wurde in Deining beerdigt. Josef Fink wurde am 3. Januar 1898 als Sohn von Maria und Michael Fink (Hausname Breinbauer) in Siegenhofen geboren. Am 15. März 1915 trat er der Feuerwehr seines Heimatortes bei. Nachdem er im ersten Weltkrieg als Funker eingesetzt wurde, arbeitete er auf dem heimischen Hof mit. Als er am 23. Oktober 1925 Walburga Kraus aus Oberbuchfeld heiratete, wurde er Landwirt, Brandmetzger und später Kirchenpfleger in Oberbuchfeld und Lengenbach. Am 1. Februar 1929 trat er der FF Oberbuchfeld bei und wurde im selben Jahr zum Kommandanten gewählt. Im Zeitraum von November 1931 bis April 1933 musste er bei sechs Haus- und Scheunenbränden in Arzthofen seine Fähigkeiten als Kommandant beweisen. Da er sich hier bewährte, wurde er am 8. August 1935 zum Bezirksbrandmeister ernannt. Trotz seines hohen Amtes bei der Feuerwehr wurde  er im 2. Weltkrieg einige Zeit zum Militärdienst eingezogen. Nach dem Krieg und erfolgreicher politischer Prüfung wurde er am 22. Mai 1948 durch das Landratsamt Neumarkt zum Kreisbrandmeister ernannt.

Sühnekreuz (Koordinaten: RW 4466850, HW 5457820)

Zwischen Lengenbach und Rothenfels steht bei der Furt, an einem Fischweiher, ein Sühnekreuz. Es stand früher direkt am Weg und wurde vor einigen Jahren, zu dessen Schutz, auf einen kleinen Hügel versetzt. Es ist nur ca. 50 cm groß. Über sein Alter weiß man nichts. Warum und wer es erstellen ließ, ist ebenfalls nicht bekannt. Nur von wenigen Sühnekreuzen gibt es noch Akten in den Archiven. Im Mittelalter gab es noch die Blutrache bei einem tödlichen Streit. Weil es der Obrigkeit nicht gefiel, wenn sich die Untertanen gegenseitig umbrachten, wurde häufig ein Vergleich ausgehandelt. Der Schuldige musste einige Aufgaben erfüllen, z.B.

-Kirchenmessen lesen lassen, bei denen er als Büßer teilnehmen musste

-die Witwe mit Geld versorgen und ihre Nähe meiden

-manche mussten das Land verlassen

-eine große Wallfahrt machen

Oftmals musste der Schuldige auch ein Sühnekreuz in der Nähe der Tat, meist an einem Weg aufstellen lassen, damit viele für den Getöteten beten sollten. Gegenüber des  Fußballplatzes in Deining  findet man auch ein Sühnekreuz, über das man aber ebenfalls nicht Näheres weiß.

Marterl auf der neuen Weismater

Das Materl soll uns mahnen und erinnert an einen Unfall im Jahre 1923.  Josef Graml wurd am 18. Februar 1893 in Oberbuchfeld geboren. Er war der Sohn von Josef und Franziska Graml, die 1900 einen Hof in Rothenfels kauften und vorher in Oberbuchfeld 13 wohnten. In den Feuerwehrlisten von 1906 und 1923 fanden wir ihn nicht, einmal war er zu jung und 1923 schon tot. In der Kriegsstammrolle 1914-18 wird er als Dienstknecht in Beilnstein geführt. Josef Graml diente während des Ersten Weltkriegs bei folgenden Einheiten:

  • 2 Eskadron des 8. Chevauleger-Regiments Ersatz-Depot Regensburg: 1. Oktober 1914 bis 22. Juni 1915 (Rekrut)
  •  III. Armeekorps/1. Landwehr-Eskadron  : 22. Juni 1915 bis 10. August 1916
  •  8. Chevauleger-Regiment, 1. Eskadron : 10. August 1916 bis 27. Dezember 1917
  • 2. Infanterie-Regiment, II. Ersatz-Bataillon, 3. Ersatz-Kompanie : 28. Dezember 1917 bis 13. Januar            1918
  •  9. Feld-Artillerie-Regiment, Rekrutendepot II  :14. bis 30. Januar 1918
  •  Reserve-Feld-Artillerie-Regiment No 8  :30. Januar bis 8. Oktober 1918
  •  Erkrankung im Urlaub und Aufenthalt im Reservelazarett Landsberg am Lech :8. Oktober bis 18. Dezember 1918

Seine Entlassung war am 20. Dezember 1918 nach Rotenfels Haus-Nr. 25

Wie lange er in Rothenfels wohnte, ist nicht bekannt. Als Kutscher des Direktors der Sprengstoff Fabrik, wohnte er in Weinberg 26 in Neumarkt.

Er heiratete am Samstag  3.Februar 1923 die Gütlertochter Anna Breindl aus Deining. Am Dienstag den 6.Februar 1923 fuhr er in aller Früh mit den Fahrrad nach Neumarkt, auf der erst 1921 gebauten neuen Weismater. Dort fuhr er mit voller Geschwindigkeit einem Metzgerfuhrwerk in das Gespann, dass sogar die Deichsel brach. Er wurde mit schweren inneren Verletzungen in das Neumarkter Krankenhaus gebracht wo er um ½ 10 Uhr verstarb.

Kurze Zeit später trafen seine Angehörigen ein. Schlechte Straßen und Sichtverhältnisse dazu ein Fahrrad evtl. noch ohne Freilauf, könnten der Grund für den Unfall gewesen sein.  An diesem Tag wird in der Zeitung auch erwähnt, dass es Hochwasser in Beilngries gab. Am 7.Februar waren ein Bericht und die beiden Todesanzeigen in der Zeitung gedruckt. Die Beerdigung fand am Freitag in Deining statt, weil es in Oberbuchfeld noch keinen eigenen Friedhof gab.

Wer das Materl aufstellen ließ ist nicht bekannt. Die Bilder vom Marterl vor der Renovierung wurden von Jakob Hollweck und Helmut Distler aus Rothenfels aufgenommen.

„Altenburgstraße“ in Deining

Die Altenburgstraße ist benannt nach Stephan Groß von Altenburg (auch Altenberg), der als Besitzer der Burg in Deining und Gründer von Großahof, heute Graßahof gilt. (1098 Historischer Atlas von Bayern, Staatsarchiv Amberg)

 

„Georg-Preu-Straße“ in Deining

1611 wird Georg Preu als erster Schulmeister in Deining erwähnt. Er erhielt für dieses Amt 13 Gulden, 12 Kreuzer und 6 Metzen Getreide im Jahr und verzog 1626 nach Möning.

 

„Gumppenbergstraße“ in Deining

Der Kriegsminister Anton Bannerheer Freiherr von Gumppenberg erhält am 10. April 1844 das zum „Kanzlerlehen“ erklärte Landgut Deining. Er wurde 1787 in Breitenbrunn geboren und war „Vasall der Krone Bayern“, könglich-bayerischer General und Kriegsminister. Das Gut Deining wurde jeweils an den erstgeborenen Sohn weitergegeben, so dass es bis 1958 im Besitz der Familie Gumppenberg blieb. Mit Ottmar Hubert Freiherr von Gumppenberg starb 1958 der letzte Besitzer in Deining. Seine Witwe veräußerte das Schloss und bewohnte bis zu ihrem Tod einen ganzen Trakt des Deininger Altenheim. Zu erwähnen ist auch noch Friederike von Gumppenberg, die auf Wunsch König Ludwig I. von Hofmaler Stieler porträtiert wurde und als eine der schönsten Frauen Bayerns in der Schönheitsgalerie im Nymphenburger Schluss in München hängt. Sie starb 1916 in Deining.

 

„Georg-Lang-Straße“ in Deining

Viele kennen den Brunnen vor dem Rathaus, doch weiß bestimmt nicht jeder, wer darauf zu sehen ist. Am 14.03.1840 erblickte Georg Lang als uneheliches Kind das Licht der Welt in der heutigen Bahnhofstr. 5. Mit seiner Mutter Barbara Lang, wuchs er im Hause seines Onkels Anton Lang, im damaligen Haus Nr. 49, auf. Sein Onkel betrieb zu diesem Zeitpunkt eine Schreinerwerkstätte und eine kleine Landwirtschaft.
Über die Schulzeit des Kirchenmalers ist nichts vermerkt, als Bub arbeitete er jedoch bereits in der Schreinerwerkstatt seines Onkels mit. Truhen und Kästen wurden dort in Auftrag gegeben und bemalt, was sicherlich zu den ersten Kontakten mit der Malerei führte.
Georg Lang fertigte im Alter von 24 Jahren sein erstes Bild, das Deining mit seinen Pfarrdörfern zeigt. Dieses Bild ist heute im Besitz des Pfarrhofes Deining. Seine tiefe religiöse Einstellung trug zu seiner Faszination für die sakrale Malerei bei. Ein von Georg Lang gefertigtes Ölbild des Hl. Petrus konnte in Oberwiesenacker in der Sakristei bewundert werden, über den Verbleib des Bildes ist heute allerdings nichts bekannt.
Es wird angenommen, dass sich Georg Lang ab dem Jahr 1870 den Nazarenern anschloss, einer Malervereinigung in Wien, deren Ziel eine strenge religiöse Darstellung von biblischen Themen und Ereignissen aus dem Leben von Jesus Christus war. Aber wie kommt Georg Lang nach Wien? Seine Großeltern mütterlicherseits hatten acht Kinder, von denen der Onkel des Kirchenmalers, Anton Lang, die elterliche Schreinerei übernommen hatte. Somit hatten die anderen Geschwister keine Existenzgrundlage mehr. Einige von ihnen wanderten nach Amerika und Österreich aus. Es liegt nun die Vermutung nahe, dass er mit seiner Verwandtschaft zum Besuch der Familie nach Wien fuhr und dort mit dem Nazarener Stil in Berührung kam.
Seinen ersten Auftrag als Kirchenmaler erhielt Georg Lang zur Gestaltung der Deckenbilder der Kirche in Rohr, bei Freystadt. Danach fertigte er 1871 für die Filialkirche St. Leonhard ein großes Ölbild für den Hochaltar an. Es folgte ein Kreuzweg für die Kirche in Rohr.
Im Umkreis von Deining machte sich Georg Lang vor allem durch seine Bescheidenheit, Ehrgeizigkeit und Frömmigkeit bald einen Namen. Er erhielt Aufträge aus Seubersdorf, Winnberg, Traunfeld und der Pfarrgemeinde Deining. Natürlich hatte er auch Förderer und Gönner. Unter ihnen waren der Eichstätter Bischof Franz Leopold, Freiherr von Leonrod (1867 – 1905 Bischof von Eichstätt) und der Geistliche Rat und Pfarrer von Enkering Sebastian Muzz. In der Diözese Eichstätt restaurierte und stattete er zahlreiche Kirchen neu aus.
Der Kirchenmaler führte ein sehr sparsames Leben. 1875 kaufte er sich gegenüber dem Anwesen seines Onkels das Grundstück Nr. 75, dass nur 0,04 Tagwerke groß war. Sein Haus, das für eine alleinstehende Person sehr geräumig war, enthielt für die damaligen Verhältnisse eine Besonderheit: ein Arbeitszimmer, in dem wohl seine Arbeiten an Kreuzwegen und Ölgemälden in der Winterzeit erfolgt ist.
Im Jahre 1879 arbeitete er an den Deckenfresken der Pfarrkirche in Seligenstadt (Heideck). Dort lernte er die 17 Jahre jüngere Anna Albrecht kennen und lieben und schloss mit ihr den Bund der Ehe. Im Jahr 1880 erblickte der Sohn Johann in Deining das Licht der Welt, im Jahr 1882 dann Tochter Walburga. 1884 folgte dann der Sohn Otto. Die Töchter Bertha und Anna verstarben im Kindesalter. Als sechstes Kind kam Sohn Georg zur Welt. Es wurden noch zwei weitere Töchter geboren, die die Namen der bereits verstorbenen Kinder Bertha und Anna erhielten. Zeit seines Lebens war Georg Lang sehr hilfsbereit und half jedem, der um Unterstützung bat, ein Umstand, der es seiner Witwe Anna nach seinem Tod im Jahr 1900 nicht leichter machte.
Im Mai 1900 begannen die Kirchenarbeiten an der Kirche in Mittersthal. Die Kirche wurde innen eingerüstet und ausgeweißt. Die Arbeiten in den kalten und zum Teil feuchten Kirchen trugen vermutlich zu einer Nierenerkrankung Georg Langs bei. Wie genau der Unfall bei den Kirchenarbeiten passiert ist, ob er ausgerutscht ist oder das Gerüst komplett eingestürzt ist, ist bis heute nicht bekannt. Georg Lang stürzte mehrere Meter tief auf den harten Steinboden. Am 25. Mai 1900 verstarb der berühmte Sohn Deinings an den Folgen des Sturzes, am 27. Mai fand er auf dem Friedhof in Deining seine letzte Ruhe.

 

„Heideckstraße“ in Deining

Nach einer Urkunde von 1278 stand Gottfried von Heideck die Vogtei „Theiningen“ zu. Er übte somit die Vogtei über Reichslehen aus, die die Eichstätter Kirche im Jahre 1053 von Kaiser Heinrich erhalten hatte. Vermutlich wohnten die Heidecker jedoch nicht selbst hier, sondern hatten einen sog. „Dienstmann“, d.h. Verwalter, angestellt der 1291 als „Ditrich von Teiningen“ urkundlich erwähnt wird.

 

„Löwenthalstraße“ in Deining

Franz von Löwenthal erwarb das Gut Deining 1693. Das Schloss war nach den kriegerischen Auseinandersetzungen des Landshuter- und Schwedenkrieges zerstört. Von Löwenthal beginnt das Schloss neu aufzubauen und errichtet 1697 eine Braustätte, in der er Weißbier siedet. Als sein Sohn 1740 das Erbe antritt ist Deining wieder ein blühender Ort. Die Hofmark Deining blieb bis 1830 im Besitz des Adelsgeschlechts der Löwenthal. Ein Löwenthal hat die „Geschichte des Schultheißenamtes Neumarkt“ geschrieben; dies scheint eine der wichtigsten Geschichtsquellen über Deining zu sein, denn sie geht bis 1291 zurück. Übrigens entstammt der untere Teil des Deininger Ortswappens mit seinen drei blauen Sternen auf Goldgrund dem Löwenthal-Wappen, welches zusätzlich noch den Löwen im Wappen führt.

 

„Magister-Dorn-Straße“ in Deining

Magister Dorn war während des dreißigjährigen Krieges Pfarrer in Deining. Er verfasste ein kleines Büchlein, heute im Pfarrarchiv Deining niedergelegt, über den großen und kleinen Zehent zu Deining. In ihm sind erstmals alle Haushaltungen festgehalten.

 

„Pfarrer-Breindl-Straße“ in Deining

Pfarrer Mathias Breindl, Pfarrer in Deining von 01.12.1949 bis 31.07.1976, verstorben am 01.09.1992 in Neumarkt. Auch „Kirchenbaumeister“, Mitbegründer des jetzigen Kindergartens.

Pfarrer-Breindl-Straße

 

„Pfarrer-Geidtner-Straße“ in Deining

Pfarrer Martin Geidtner gründete den Josefsverein, baute den ersten Kindergarten und das erste Altenheim, dessen Gebäude in der Unteren Hauptstraße durch ein neues ersetzt wurde (ehem. St. Josefsheim, jetzt Norma-Grundstück). Er gründete auch eine Niederlassung der Mallersdorfer Schwestern in Deining, die von 1904 bis 1928 bestand und dann von den Schwestern der Schmerzhaften Mutter von Abenberg übernommen wurde.

 

„Pfarrer-Zinckel-Straße“ in Deining

Zinckl war von 1723 bis 1774 Pfarrer in Deining. Er war ein hochgelehrter Mann und hatte in Bamberg und Wien studiert. Er ist der Erbauer der Deininger Kirche und der Wallfahrtskirche am Lengenbach. Nach einer alten Ortsüberlieferung hat er 1724 die ersten Kartoffeln in der Oberpfalz angebaut. Nähere Angaben über Johann Georg Zinckel sind auch auf seiner Totentafel in der Pfarrkirche von Deining, innen, rechts vom Nord-Portal zu finden.

 

„Rochus-Schuster-Straße“ in Deining

Rochus Schuster wurde 1663 zum ersten kaiserlichen Posthalter von Deining ernannt. Geschäftstüchtig benannte er sein Gasthaus in „Zur Post“ um und errichtete die erste Posthalterei in Deining an der Postwagenstrecke von Nürnberg nach Regensburg.

 

„Schweppermannstraße“ in Deining

1345 ist Hartung Schweppermann, Sohn des berühmten Feldhauptmanns Seyfried Schweppermann, Eigentümer des Adelsitzes in Deining. 1370 ist dann ein Heinrich Schweppermann Pfarrer in Deining.

eine Abschrift der Festschrift zur 900 Jahrfeier

geschrieben 1972 von Walter Schimek

erneuert 2022 von Berta Wienziers

 

1072 weihte Bischof Gundekar II. von Eichstätt eine Kirche in Deining, zu Ehren des Hl. Willibald (700-787), Bischof von Eichstätt (741-787).

Da das folgende Jahrhundert von politischen Wirren ausgefüllt war und kriegerische Heereszüge bald von Ost nach West, bald von Süd nach Nord auch unser Land streiften, wird auch die Deininger Kirche ein Opfer eines feindlichen Überfalls geworden sein; denn schon 100 Jahre später findet eine zweite Kirchenweihe in Deining statt.

1184 wird eine Kirche geweiht, dieses Mal von Bischof Otto, der innerhalb von 8 Jahren 104 Kirchen weihte, darunter auch die Deininger Pfarrkirche. 

1278 den Schutz der Pfarrkirche übertrug der Bischof nun dem mächtigen Rittergeschlecht der Herren von Heideck .

1375 Beginn der namentlichen Aufzeichnung der Pfarrer.

1480 nun wird bereits ein zweiter Geistlicher nach Deining bestellt, ein Frühmesser, durch die Stiftung des Herrengeschlechts der Ittelhofer. Der Frühmesser erhielt von der Stiftung eine Vergütung von 32 Metzen Getreide (Korn und Hafer). Das sonstige Einkommen betrug 25 fl (Gulden). Die Stiftung wurde durch Ulrich Reif aus Arzthofen aufgebessert, der seinen Hof und alle seine Güter an die Kirche vererbte.

1511 eine weitere Aufbesserung der Frühmesse erfolgte, als eine Familie Truchseß von Ballersheim, der Frühmesse eine Holzmark, genannt Katzenbühl (100 Tgw.) vermachte, mit der Bedingung, dass alle Quatember ein Jahrtag mit gesungenem Seelenamt abgehalten wurde. Über diese Pfarrpfründe gibt es keine weiteren Nachrichten. Die Herren von Heideck entlohnten die Pfarrer mit einem Zehentanteil.

1542 erfolgte die Einführung der Reformation.

1558 Beginn der Pfarrmatrikel (Kirchenbücher mit den Aufzeichnungen über Taufen, Trauungen und Sterbefällen).

1559 wurde das Kircheninventar aufgeschrieben.

1564 hatte Deining einen lutherischen Pfarrer. Mit dem katholischen waren die Anhänger der neuen Lehre aus Deusmauer, die zur Pfarrei Deining gehörten, nicht zufrieden. Sie beschwerten sich beim Statthalter Pfalzgraf Wolfgang, dass ihr Pfarrherr Gottes Wort sehr selten predige, nicht jeden Sonntag, sondern nur jede 5. oder 6. Woche. Sie baten darum, dass sie lieber vom Lengenfelder Pfarrer mit „Gottes Wort, deutscher christlicher Tauf und mit dem hochwürdigstem Sakrament unter beiden Gestalten“ versorgt werden wollten. Wie der Streit der beiden Parteien nach langen Querelen endete ist nicht aufgezeichnet. Vermutlich konnte der lange Fußweg von Ort zu Ort weder dem Pfarrer noch den Gläubigen weiterhin zugemutet werden.

1625 erfolgte die Wiedereinführung der katholischen Religionsausübung.

Durch den 30jährigen Krieg wurden dem blühenden Kirchensinn und dem religiösen Leben schwere Wunden geschlagen. Sämtliche Kirchen und Kapellen wurden zerstört und zerfielen. Die Stiftungen versiegten. Die Dörfer wurden entvölkert. Das übrig gebliebene Volk wurde bitter arm. Die Häuser in den Orten waren weggebrannt. In Deining waren kaum noch fünf Städel vorhanden. Der Pfarrhof war ruiniert.

1632 in der diesjährigen Kirchenrechnung werden Ausgaben für Oblaten 3 kr 10 Pfg,  einen zinnernen Becher und ein Fläschlein 1 fl 4 kr 6 Pfg, Chrisam 2 kr 24 Pfg, Opferwein 5 kr 3 Pfg, Wachskerzen 7 kr 29 ½ Pfg, Kirchenwäsche waschen 4 kr 6 Pfg, dazu Seife 2 kr 3 Pfg aufgeführt. 

1637 Über den Zustand des Pfarrhauses berichtet der Pfarrer in einem kleinen Büchlein, das im Pfarrarchiv aufbewahrt wurde (der originale Text ist mit altdeutscher Schrift und alten Bezeichnungen aufgeschrieben und schwer lesbar) :

„Auf diese Pfarrei wurde ich Magister Georg Dorn von meinem Fürstbischof schon 1635 berufen. Ich bin aber erst nach der Vertreibung des Feindes hier angekommen. Den Pfarrhof habe ich öd und beschädigt vorgefunden, ohne Fenster, Ofen und Türen. Ich musste auf eigene Kosten alles erneuern lassen. Zuerst Pfarrhaus und zugehörige Gebäude, was mich außer Mühe und Arbeit noch 100 fl gekostet hat. Den Stadel habe ich neu decken lassen, die  Bretter für Schafstall, Schweinestall, Taubenschlag, Bienenstand und Gartenzaun mussten bezahlt werden. Die ganze Summe neben der großen Arbeit und Mühe beträgt 500 fl.“

„Ich will nun zurück zur Pfarrei Deining kommen. Der Kirchenpatron ist der Hl. Willibald. Die Kirchweihe möge immer gefeiert werden, am Sonntag nach dem Michaelisfest.“

1644 aus den Ruinen erstand neues Leben. Durch Spenden neuer Geschlechter wurden die Kirchen erneuert, so auch die Deininger Pfarrkirche. Hochachtung vor einer Zeit, die so viel Elend und Leid ertragen und mit Gottvertrauen überstanden hat. Eichstätts Fürstbischof  spornte immer wieder die Geistlichen an, auszuharren und nicht zu verzagen. Die kirchliche Obrigkeit wachte streng darüber, dass alle weltlichen Herren, die Kirchengut zur Nutznießung hatten, auch die anfallenden Baupflichten erfüllten, z.B. wurde mit dem Zehent von Deining das neue Spital in Nürnberg bezuschusst.

1645 die große Not hatte aber zur Folge, dass die Pfarreien Tauernfeld und Siegenhofen mit der Pfarrei Deining vereinigt wurden. Ein Geistlicher war nun für die acht Kirchen von Deining, Tauernfeld, Siegenhofen, Mittersthal, Leutenbach, Ober- und Unterbuchfeld, sowie Kleinalfalterbach zuständig.

1670 wurde der Pfarrhof neu erbaut. Hier werden außer den gewöhnlichen Handwerkern auch zwei „Glaiber“ genannt, die die Stuben, Pflez und Kammern verglaibern mussten, d.h. mit Lehm verkitten.

1675 brannte der neuerbaute Pfarrhof wieder ab, ebenso wie die erneuerte Pfarrkirche und die Frühmess- oder Jakobskapelle auf dem Gottesacker. Von den 40 Wohnhäusern in Deining blieben nur 3 übrig.

1679 der neu berufene Pfarrer stellte den Pfarrhof auf eigene Kosten wieder her. Für die Pfarrkirche musste eine ganz neue Einrichtung geschaffen werden, wozu ihm der Besitzer des Schlosses Kaspar Geisler (auch Stadthauptmann von München) eine silberne Monstranz und eine silberne Ewiglicht-Ampel  stiftete. Auch verstand es der Pfarrer die Zehentbezieher heranzuziehen und erreichte, dass das Frühmessholz, das der Pfarrei entzogen war, wiederum an die Pfarrpfründe herausgegeben wurde.

1700 siegte Pfarrer Baumgärtner in einem Prozess mit dem Spital in Nürnberg um den Zehent von 200 Tgw Feld , die an die Pfarrei Deining zurückgegeben wurden.

1722 der Notbau des Pfarrhofes von 1679 musste einem Neubau Platz machen. Er kostete samt Nebengebäuden 2095 fl.

1723 die Oberpfalz war in Bayern nach damaligem Wissen, die erste Gegend, in der zum erstenmal die Kartoffeln angebaut wurden. Pfarrer Johann Georg Zinckl, der anfangs Stadtkaplan in Amberg gewesen war und 1723 Pfarrer in Deining wurde, regte in seiner Pfarrei den Erdbirnanbau (Erdäpfelanbau) an und ging selbst mit gutem Beispiel voran. Anfänglich wurden die Oberpfälzer dieser Frucht wegen von den Altbayern vexiert (geneckt). Ihre Kartoffelfelder sind unter dem Namen  „ oberpfälzische Weinberge“ fast sprichwörtlich geworden. Aber bald überzeugten sich die Spötter vom großen Nutzen dieser Frucht. Besonders bei großer Teuerung von Getreide, gaben Kartoffeln einen vorzüglichen Ersatz ab. In den Hungerjahren der damaligen Zeit gelangten die verachteten und bisher bloß als Schweinefutter gebrauchten Erdbirn‘ zu ihrem wohlverdienten Ansehen.

1728 bat die Gemeinde Deining in einer Eingabe, die Corpus-Christi-Bruderschaft errichten zu dürfen, um den Weg nach Neumarkt zu ersparen. Dies wurde von der Regierung befürwortet, in Eichstätt aber abgewiesen. 12 Jahre später wurde die Bitte wiederholt und 1745 genehmigt.

1734 wurde der Grundstein zu einer neuen Pfarrkirche durch den Dechant von Neumarkt gelegt, nachdem schon im Jahre zuvor der Dachstuhl abgerissen und die Mauern eingeworfen wurden.

In diesem Jahr brannte des Pfarrers Getreidestadel und das Viehhaus ab.

1736 Einführung der ewigen Anbetung.

1774 stirbt Johann Georg Zinckl. Er war 51 Jahre Pfarrer in Deining. An ihn erinnert eine Gedenktafel in der Pfarrkirche. Der Text lautet:

steh Wanderer und sieh dies Grabe an! Hier ruhen die Gebein von einem Greise. Sein Geist erfreut sich im Paradeise. Der Kanzeln Zierd, des Lasters Feind. Der beste Hirt, der Armen Freund, des Priestertums größte Ehr. Dies alles war er und noch mehr.

Der Hochwürdige, Hochedelgeborene und Hochgelehrte Herr Johann Georg Zinckl, der Heil. Schrift Lic. Des Hochlöbl. Landcabits Neumarkt Dechant und Pfarrer in Deining. Er wurde geboren in Weißmain in Franken den 17. September 1690 und starb den 5. Jenner 1774. Seine Frau Mutter war eine Freyin von Dinan. Er studierte mit Ruhm zu Bamberg und Wien. Priester wurde er im Jahr 1715, Pfarrer zu Deining 1723 und Dechant 1762. Wenn Eifer für Gott, Liebe des Nächsten, Wachbarkeit auf die Untergebenen, Erbarmung über die Armen, Großmut, Freundlichkeit, Wissenschaft und geistliche Würden einen Mann schätzbar machen, so war es dieser. Sein Eifer für die Ehr des Hauses Gottes machen 4 von ihm gebaute Kirchen unsterblich, worunter die hiesige und die schöne Wallfahrtskirch im Lengenbach sind. Seine Sorgfalt für seine Herd, die er mit Worten und Beispielen weidete, bewies in ihm einen wahren Seelsorger. Erst nach 51 Jahren verlies er seine Schafe, doch nein, er zog ihnen nur nach auf himmlische Weiden, wo er mit selben dem Schöpfer ewiges Lob singt und den Lohn seines treuen Hirtenamts empfängt.

1774 der Pfarrhof wird instand gesetzt. Pfarrer Yberl schreibt: „nachdem ich bei meinem Einzug im Pfarrhof von Deining, im Stadl, im Garten und bei den Vieh- und Schweineställen, viele Baufälligkeiten angetroffen habe, welche unumgänglich repariert werden mussten, habe ich das Notwendigste herstellen lassen.“

1779 erfolgen Bauten an der Kirche, die zwei Jahre später konsekriert wurden.

1794 erhält die Pfarrkirche einen Ablass für 6 Tage. Die Praxis des Ablasses war ein wichtiger Bestandteil des religiösen Lebens. Dazu gehörte der Besuch der Pfarrkirche während der Ablasszeit, Empfang der Sakramente, verbunden mit einer Spende. Die Gläubigen erhofften sich für ihr eigenes Seelenheil, den Erlass zeitlicher Sündenstrafen zu erlangen.

1796 Beim Einfall der Franzosen wurden der Pfarrhof und die zugehörigen landwirtschaftlichen Gebäude zerschossen. Der äußerst ausführliche, aber anschauliche Bericht, den der damalige Pfarrer Sebastian Yberl an den Churfürsten richtet, wird nachfolgend verkürzt und auf das Wesentliche beschränkt, wiedergegeben: Die Bewohner des Dorfes litten sehr unter den anhaltenden Kriegszuständen. Der Pfarrer versuchte die Last für die Untertanen zu erleichtern und übernahm selbst die Bereitstellung der Quartiere im Pfarrhof für Offiziere und Soldaten, sowie die Verpflegung für unzählige Krieger, die die Speisen auch für andere Quartiere bei ihm abholten. Dabei kam Pfarrer Yberl selbst an seine finanziellen und körperlichen Grenzen. Die Dorfbewohner mussten für die kaiserlichen Truppen Ochsen und Pferde zum Vorspannen abliefern, außerdem wütete eine Viehseuche unter den Ochsen, so dass die Bauern selbst keine Zugtiere mehr hatten. Die Durchmärsche der Truppen und die damit verbundenen Zudringlichkeiten nahmen katastrophale Ausmaße an und erlangten ihren Höhepunkt, als die österreichischen Truppen am 3. August in Deining auf ihrem Rückzug ankamen.

Nicht genug, dass das Pfarrhaus mit Offizieren und die Ställe mit Pferden angefüllt waren, so war auch die Konsequenz davon, dass die Franzosen den kaiserlichen Truppen auf dem Fuß folgten und am 17. August nachmittags um zwei Uhr unter dem Kommando des französischen Generals scharenweise in das Dorf Deining hereinströmten. Der erste Anlauf wurde sofort auf die Person des Pfarrers gerichtet, indem mehrere Franzosen ihn umringten, ihm seine Sackuhr entrissen, beträchtliche Geldsummen, mit auf die Brust gesetzten Gewehren erpressten und eine namhafte Menge Wein austranken. Die kaiserlichen Truppen wurden noch am selben Tag nach Batzhausen zurückgedrängt und der französische General und sein ganzer Stab, ca. 60 Personen, quartierten sich nun im Pfarrhof ein und forderten kostenloses Quartier und Verpflegung für sich und die Tiere, wie zuvor die österreichischen Truppen. Die Franzosen requirierten alles, was an Geld, Silber, Nahrung, Kleidung, Leinwand und Hauseinrichtungen aufzutreiben war, selbst von den Metzgereien aus Neumarkt musste der Pfarrer eine unglaubliche Menge Fleisch auf eigene Kosten besorgen. Stündlich mehrte sich die Zahl der ungebetenen Gäste. Am 18. August reiste der General mit einem Teil seiner Leute ab und ihm folgten die Truppen von General Bernadotte, die nun den Pfarrhof bevölkerten. An einem der folgenden Tage begann beim Aufgang der Sonne die Kanonade. Die Österreicher feuerten ohne Unterlass auf das Dorf und als das nichts fruchtete und die Franzosen nicht zum Weichen brachte, zündeten die Österreicher mit den Haubitzen mehrere Häuser an, von denen nachmittags gegen halb drei Uhr das Feuer auf das Pfarrhaus übersprang und die Schweineställe samt Schweinen, der Backofen samt dem Waschhaus, alle Lattenzäune um den Garten, sowie der großen Stadel mit Wägen und Kutschen, Pferdestall, Schuppen, Vieh- und Schafstall in Schutt und Asche gelegt wurde. Alles, was noch nicht durch die Raubzüge der Truppen vernichtet war, wurde nun endgültig dem Erdboden gleich gemacht. Die Dorfbewohner hielten sich in ihren Kellern verborgen oder waren aus dem Ort geflüchtet, da die Kanonenkugeln unaufhörlich auf Deining herab hagelten. Unter Einsatz seines Lebens rettete der Pfarrer noch Verschiedenes aus dem Pfarrhaus, darunter auch das halbseitig verbrannte Kirchenbuch, das seither nur noch beschränkt für Familienforschungen zur Verfügung steht. Den Schaden gab der Pfarrer an mit ca. 1200 Gulden Verpflegungskosten für mindestens 1000 Personen und ebensovielen Pferden und ca. 4000 Gulden für Gebäudeschäden. Die Äcker mit den noch nicht eingebrachten Früchten waren durch die Truppenbewegungen verwüstet und die Ernte vernichtet.

1796 Der damalige Schulmeister Michael Puff berichtet über diese Ereignisse: Unter General Bernadotte wurde am 22. August eine Schlacht geliefert und Deining in Brand geschossen. Der Pfarrhof selbst war schon vom Feuer ergriffen und die Pfarrkirche bereits in größter Gefahr, da  hat Michael Puff, unter dem beständigen Feuer der Feinde, ohne Rücksicht auf sein Leben, alle kostbaren Gefäße und Paramente aus der Kirche gerettet. Durch das Feuer gerieten 18 Gebäude des Dorfes in Brand, darunter das Brandlhaus, das Badschusterhaus Nr. 8, das Posthaus Nr. 19, Gasthof zur Ente, wo die Postwagen haltmachten. (Die meisten beschädigten Gebäude lagen in der Nähe der Kirche und des Pfarrhofs, da die Österreicher aus eigener Erfahrung wussten, wo die zu bekämpfenden Franzosen lagerten.) Von den Ortsbewohnern hatten zwei das Leben eingebüßt: Stephan Lierhammer, der Fichtmüller, 65 Jahre alt und Anna Maria Gartner, 70 Jahre alt.

Ca. 100 Jahre später wurden bei Bauarbeiten rund um das jetzige Rathaus, viele Skelette gefunden, die den Kämpfen von 1796 zugeschrieben wurden, ebenso soll sich in der Nähe des heutigen Kreisverkehrs ein Massengrab befunden haben.

1796 Die eingeäscherten Pfarrgebäude mussten neu errichtet werden. Die Kostenvoranschläge für Maurerarbeiten beliefen sich auf 2596 fl 11 kr, die der Zimmererleute für Holzarbeiten auf 1834 fl 34 kr.

Die Beschaffung der Geldmittel spielte bei den geplanten Bauten eine große Rolle und wurden mehrmals abgelehnt, wieder beantragt, von mehreren Stellen begutachtet und endlich nach Jahren teilweise bezuschusst.

1798 werden der Pfarrkirche und einer Filialkirche je ein schwarzes Messgewand bewilligt.

1802 in der Nacht zum 30. Juli schlug ein Blitz um 2 Uhr in die Pfarrkirche und beschädigte das Turmdach und den Kirchengiebel so sehr, dass der Schaden unumgänglich behoben werden musste. Damit das Dach in einen dauerhaften Zustand versetzt werden konnte, arbeitete der Maurermeister zusammen mit zwei Gesellen und zwei Handlangern 36 Tage lang, um die 5000 neuen Dachziegel auf dem Dachstuhl zu befestigen. Die Kosten dafür beliefen sich auf 240 fl 28 kr.

1804 der Pfarrer bestellt für die Pfarrkirche eine neue Orgel.

1804 Beschreibung der Pfarrei: Deining liegt in einem Tal.  

Durch die Mitte der Ortschaft laufen zwei Flüsschen. Dieser Mühlbach tritt manchmal über die Ufer und macht die Verbindung zur Filiale Leutenbach beschwerlich. Auch Arzthofen liegt wie Lengenbach in einem Tal. Die übrigen Ortschaften haben auf den Bergen rund um Deining eine bequeme Lage und die Wege zur Pfarrei sind stets offen.

Entfernung der Filialdörfer von der Pfarrkirche: Tauernfeld eine halbe Stunde, Siegenhofen eine kleine halbe Stunde, Oberbuchfeld eine dreiviertel Stunde, Unterbuchfeld eine halbe Stunde, Mittersthal eine halbe Stunde, Leutenbach eine halbe Stunde, Winnberg eine Stunde, Lengenbach eine Stunde, Arzthofen eine dreiviertel Stunde, Waltershof eine kleine halbe Stunde, Graßahof eine dreiviertel Stunde. Der Pfarrort Deining liegt zwei Stunden von Neumarkt entfernt.

Zahl der Priester: Ein Pfarrer, ein Kooperator, zwei Kapläne.

Im Pfarrort findet Winter- und Sommerschule statt und wird gewöhnlich von 80 Kindern besucht. In Deining gibt es seit einem Jahr eine Sonn- und Feiertagsschule, die von 50 jungen Leuten von 12 bis 18 Jahren besucht wird. Für Mädchen wird der Unterricht um 13 Uhr abgehalten, für die männliche Jugend nach 15 Uhr.

Die jährlichen Einnahmen Deinings aus dem eigenen Pfarrgut sind 3 Schöber Weizen (Schöber entspricht einer Fuhre), 4 Schöber Gerste, 7 Schöber Korn, 5 Schöber Hafer, dazu zwei Fuhren Grasmahd, 10 Fuhren Heu und Grummet.

1821 bestätigt Pfr. Sammüller, dass die Freyfrau von Löwenthal für das hiesige Gotteshaus ein neues Kleid „von rotem Samt und Seidenstoff mit guten Goldborten“ für das Bildnis der Mutter Gottes herbeischaffen ließ, unter der Bedingung, dass zwar dem Gotteshaus der Gebrauch gegönnt sei, aber als Eigentum der Herrschaft von Löwenthal vorbehalten bleiben soll.

1830 die Baupflicht an Pfarrkirche und Pfarrhof hat primär die Kirchenstiftung, sekundär die Dezimatoren (Pfarrer, Amtsträger, Körperschaften, Grundherren oder Zehentpächter), auf den Filialen die Bauern.

1833 wird eine neue Glocke geweiht.

1837 die Orgel der Pfarrkirche wird repariert und von der Kirchenstiftung mit 50 fl bezahlt. Von der Gemeinde wurde dem Orgelbauer täglich die Kost gereicht.

1844 Visitationsbericht des Bischofs Karl August: „Da wir sowohl bei der Visitation der Kirche, als auch der ganzen Pfarrverwaltung alles in schönster Ordnung fanden, so freut es uns, dem Herrn Pfarrer Krieger hiermit unsere vollste Zufriedenheit zu bezeugen und die Hoffnung auszusprechen, dass es seinem rastlosem Eifer gelingen werde, die Gebrechen seiner Gemeinde immer mehr zu heilen und wir versichern ihm, dass wir immer bereit sein werden, ihn in seinem Wirken kräftig zu unterstützen.“

1844 die Bruderschaft vom Hochheiligen und Unbefleckten Herzen Mariä wurde im Pfarrort Deining errichtet.

1845 werden Kirchengründe unter folgenden Bedingungen verpachtet: die Pachtdauer beträgt 6 Jahre, die Pachtgründe sind in gutem Zustand zu erhalten und die Zahlung hat in jedem Jahr um Michaeli zu erfolgen. Ein Nachlass der Pachtzinsen wird auch bei eintretendem Misserfolg der Ernte, wegen Geringfügigkeit nicht zugestanden.

1851 wurden einige Renovierungen an der Kirche vorgenommen.

1852 fand eine Gemeindemission statt. Vor allem sollten dabei den erwachsenen Christen veränderte Glaubenssituationen nahe gebracht und der Glaube neu entfacht und aufgefrischt werden.

1857 Ablösung der Zehentbaupflicht der Pfarrpfründe durch jährlich 50 fl.

1858 Ablösung derselben im Pfarrsprengel durch 13 Zehentbesitzer mit 3221 fl.

1859 nach der statistischen Pfarrbeschreibung wohnen in Deining 455 Seelen, Arzthofen 64, Leutenbach 180, Mittersthal 190, Oberbuchfeld 130, Rothenfels 50, Siegenhofen 120, Tauernfeld 123, Unterbuchfeld 130, Winnberg 73, Graßahof 8, Thannbügl 2, Straußmühle 5.

1864 als König Max II verstarb, fand auch hier in Deining am 17. März um 9 Uhr, ein feierlicher Trauergottesdienst statt. Die Glocken wurden sechs Wochen lang geläutet, wofür der Mesner mit 6 kr pro Tag, extra honoriert wurde.

1864 wurde eine kleine Krippe für die Pfarrkirche angekauft.

1864 vollendete zum Jahresende Steinmetz Breindl den Pfarrhofbau.

1865 fand um Neumarkt ein großes 5000 Mann starkes militärisches Manöver statt, in das auch die Pfarrei Deining einbezogen wurde. Der Pfarrhof diente als Hauptquartier mit dem Major des 11. Regiments und dem Regimentsarzt.

1866 die Pfarrkirche erhält den Liebfrauenaltar.

1871 Visitationsbericht: der Turm der Pfarrkirche, dessen Mauerwerk viel niedriger ist als der Dachfirst der Kirche und dessen Achteck keine Verbindung mit Kirche und Kirchendach hat, steht in keinem Verhältnis zur Breite, Höhe und Länge der Kirche selbst und stammt sichtlich aus einer Zeit, wo eine viel kleinere Kirche an ihm angebaut war, die im Laufe der Zeit erhöht und verlängert wurde. Akten über diesen Baufall finden sich zwar in der Pfarrregistratur nicht, aber der Umstand, dass das Turmquadrat nicht einmal die Höhe des Mauerwerkes der Kirche erreicht und das Achteck niedriger ist als das Kirchendach, spricht der hervorgerufene äußerst unästhetische Eindruck der Kirche aber unzweifelhaft dafür. Das Dach dieses Turmes und dessen Holz- und Mauerwerk sind durch heftige Stürme so beschädigt worden, dass nach einer Begutachtung von einer Reparatur abgesehen wird und dafür in einem Stil und der Größe der Kirche entsprechend, ein Neubau des Turmes erfolgt.

1872 erteilte das Kgl. Bezirksamt die Genehmigung zum Umbau des Turmes für 3600 Gulden. Die Hand- und Spanndienste leisteten die Bürger der Gemeinde. Die Kostendeckung erfolgte durch die Deininger Kirchenstiftung, Leutenbach gibt 100 fl und Mittersthal 500 fl dazu, den Rest übernahmen die Dezimatoren.

1874 der Maler Georg Lang erhält für einen neuen Kreuzweg den Betrag von 350 M, die Bildhauer Braun und Berger aus München für einen Christus am Kreuz 98 fl und für eine Schmerzhafte Maria 84 fl.

1875 gestattet das Bischöfl. General-Vikariat dem Pfarrer und seiner Pfarrei, eine Prozession zur Wallfahrtskapelle Lengenbach durchzuführen.

1875 in dem Buch „Matrikel des Bistums Eichstätt des Jahres 1875“  wird Deining als eine Pfarrei mit 1516 Seelen, 330 Familien und 294 Häusern beschrieben.

Schulen waren damals in Deining (2 Klassen, 1 Lehrer, 1 Gehilfe, 91 Werktagsschüler und 38 Sonntagsschüler), in Siegenhofen ( 1 Klasse, 1 Lehrer, 47 Werktagsschüler und 18 Sonntagsschüler) und in Tauernfeld ( 1 Klasse, 1 Lehrer, 18 Werktagsschüler und 9 Sonntagsschüler). Die Schulhäuser waren zugleich Mesnerhäuser.

Kirchen befanden sich in Deining (St. Willibald), in Oberbuchfeld (St. Jakobus), in Lengenbach (Maria Geburt), in Unterbuchfeld (Maria Himmelfahrt), in Leutenbach (St. Martin), in Mittersthal (St. Matthias), in Siegenhofen (St. Pankratius), in Tauernfeld (St. Nikolaus), in Winnberg (St. Georg).

Friedhöfe bestanden in Deining, Leutenbach, Mittersthal, Siegenhofen und Tauernfeld.

Die Einwohnerzahlen und die Anzahl der Häuser werden wie folgt angegeben: Deining 426 Einw. 78 Häuser, Büglmühle 6 E/ 1 H, Roßamühle 9 E/ 1 H, Straußmühle 13 E/ 1 H, Waltershof 16 E/ 3 H, Oberbuchfeld 126 E/ 23 H, Rothenfels 49 E/ 9 H, Lengenbach 7 E/ 3 H, Arzthofen 54 E/ 13 H, Thannbügl 4 E/ 1 H, Unterbuchfeld 115 E/ 25 H, Leutenbach 173 E/ 32 H, Eisenbahnstation (Bahnhof) 18 E/ 5 H, Mittersthal 195 E/ 41 H, Laaberbrücke 7 E/ 2 H, Siegenhofen 93 E/19 H, Siegenhofermühle 8 E/ 1 H, Tauernfeld 120 E/ 23 H, Winnberg 72 E/ 11 H, Graßahof 5 E/ 2 H.

1879 Errichtung eines Kooperatur Benefiziums in Deining, mit der Verpflichtung der Beihilfe in Kirche, Schule, Beichtstuhl, Krankenbesuch und Aushilfe bei Leichengottesdiensten in den Filialen. Die Auflagen dafür sind: 2 Wochenmessen für den Stifter, eine Quatember- und 5 feste Messen für den Hauptstifter Michael Geisler, Herz-Jesu Hochamt, je drei Ave bei den Stiftsmessen, sonst tägliche Frühmesse. Eigenes Haus mit eigenem Baufond. Einkommen aus dem Stiftungskapital und 100 fl jährlichen Zuschuss des Pfarrers. 162 M aus Stiftsmessen und Stolarien. An die Kirche hat das Benefizium 50 M zu leisten.

Text der Urkunde zum Benefizium: Durch Gottes Barmherzigkeit und des Hl. Apostolischen Stuhles. Franz Leopold Bischof von Eichstätt.: Allen, die diesen Brief lesen, Gruß und Segen im Herrn! Die heutige Pfarrei Deining umschließt in ihrem Gebiet die Kirchensprengel von Deining, Siegenhofen und Tauernfeld, welche vormals durch fünf Priester, seit mehreren Jahrhunderten aber nur mehr von einem Pfarrer und einem Hilfspriester versehen wird. Es war daher seit längerer Zeit der Wunsch der Pfarrgemeinde, es möge in Deining eine ständige Seelsorgspfründe gestiftet und dadurch sowohl die Zahl der Gottesdienste vermehrt, als auch den jeweiligen Pfarrer in der Verwaltung seiner Pfarrei, welche neun Kirchen und vier Schulen in sechzehn zerstreut liegenden Ortschaften zählt, eine Unterstützung zuteil werden. Zu diesem Ende haben der derzeitige Pfarrer Martin Geidtner, Kammerer des Kapitels Neumarkt und seine Parochianen (seine Gemeinde) die notwendige Fundation (Fundament) für ein Cooperatur Benefizium zustande gebracht und uns inständig gebeten, ein solches Benefizium kirchlich zu errichten und in der von ihnen gewünschten Weise zu bestätigen. Und nachdem wir das Verlangen derselben, sowohl entsprechend den seelsorglichen Bedürfnissen der Pfarrei Deining erkannt, als auch alles der Ehre Gottes und dem Heile der Seelen, sowie den kirchlichen Vorschriften gemäß geordnet befunden haben, errichten und bestätigen wir Kraft unserer bischöfl. Gewalt mit dieser Urkunde ein Cooperatur-Benefizium in Deining. Das neue Benefizium wird errichtet auf dem Altare der seligsten Jungfrau Maria in der Pfarrkirche zu Deining und trägt den Titel: Herz Jesu Benefizium.

1883 die Altäre werden durch den Maler Georg Lang restauriert. Die Kosten für die Arbeiten am Frauenaltar übernimmt M. Geisler.

1885 der Maler Georg Lang bestätigt, den Betrag von 1410 M für einen neuen Seitenaltar St. Sebastian erhalten zu haben, ebenso wie 1000 M für die Herstellung einer neuen Kanzel.

1889 das Mobiliarvermögen der Pfarrkirche wird mit 6668 M beziffert. Dazu gehören noch: Hochaltar zur Ehre des Hl. Willibald mit den Statuen der Hl. Apostelfürsten Peter und Paul 5000 M, der Frauenaltar mit den Statuen der Hl. Barbara und Hl. Katharina 2000 M, der Sebastianaltar mit den Statuen des Hl. Laurentius und des Hl. Johannes v. Nepomuk 1000 M, die neue Kanzel mit 6 Figuren 1000 M, die Orgel mit 9 Registern 300 M, das Geläute, 2 neue und 3 ältere Glocken in einem Gesamtgewicht von 3070 kg 7000 M.              

1893 der Bischof von Klagenfurt beglaubigt mit einer Urkundenabschrift eine Reliquie des Hl. Willibald.

1893 ist am 11. Juni der Gründungstag des Vereins der christlichen Familie zur Verehrung der heiligen Familie.

1896 in diesem Jahr kosten je 100 kg: Weizen 16,45 Mark, Roggen 15,75 M, Hafer 16,07 M, Erbsen 36 M, Linsen 42 M, Kartoffeln 5 M, Stroh 4,60 M, Heu 5,90 M. Die Preise für je 1kg: Rindfleisch 1,80 Mark, Schweinefleisch 1,40 M, Kalbfleisch 1,40 M, Hammelfleisch 1,20 M, Butter 1,60 M. 100 Stück Eier kosteten 4 Mark.

1897 im Oktober erfolgte eine Visitation des Bischofs. In den Visitationsberichten beschrieb der Bischof meist seinen Reiseweg mit seinen Mahlzeiten und den  Übernachtungen. Meist besuchte er mehrere Pfarreien nacheinander. Es wurden die Finanzen und Baulasten kontrolliert, die Anzahl der Taufen, Trauungen und Sterbefälle genannt und Rechenschaft über die Ausstattung und den  Zustand des Pfarrhofs, des Friedhofs und der Kirche abgelegt. Die Pfarrer mussten über den Glaubensstand der Gemeinde und ihrer Zahlungsmoral Auskunft geben, umgekehrt wurden auch die Gemeindemitglieder zur Lebens- und Amtsführung des Pfarrers befragt und ihre Klagen angehört.

1900 Kirchenmaler Georg Lang stürzt in der Mittersthaler Kirche von einem Baugerüst und verstirbt an den Folgen am 25. Mai, im Alter von 60 Jahren.

1904 wurde am 8. Februar der St. Josefsverein in das Vereinsregister beim Kgl. Amtsgericht Neumarkt eingetragen. Zwischen den Eheleuten Emanuel und Mina Wimmelsbacher, vertreten durch F.X. Engl, Brauereibesitzer in Velburg und dem Geistlichen Rat Geidtner, Vorstand des St. Josefsvereins in Deining wird ein Kaufvertrag abgeschlossen. Die Eheleute Wimmelsbacher verkaufen an den St. Josefsverein Deining das Anwesen Nr 45 in Deining, bestehend aus Wohnhaus, Stallgebäude mit Heumagazin, Wasch- und Backhaus, Kegelbahn, Saalette (Garten) und Hofraum, dazu noch einen Stadel mit Maschinenhaus, Backofen mit Hofraum, verschiedene Wiesen, Gärten, Äcker und Waldungen, sowie das Tafernrecht und andere Rechte. „Mit Allem, was band-, wand-, boden-, niet- und nagelfest ist“, aber ohne Inventar zu einem Kaufpreis von 17000 Mark. Am 17. Aug. wurde der Kaufvertrag beurkundet.

1905 ein Brand in den Nebengebäuden des Pfarrhofs verursachte einen Schaden von 7200 M.

1907 das Kgl. Bezirksamt Neumarkt erklärt im Einvernehmen mit dem bischöfl. Ordinariat Eichstätt, dass die Baupflicht der Pfründebesitzer an der Pfarrkirche, durch die Entrichtung eines Ablösebetrages erloschen ist.

1911 Kontrolle der Pfarrpfründegebäude (Pfarrhof). Das Anwesen besteht aus Hauptgebäude mit zwei Stockwerken, Keller und Dachboden, Nebengebäuden mit Kuh-, Pferde- und Hühnerstall, Stadel mit Tenne und Heuboden, der zur Zeit als Holzlege benutzt wird. Waschküchengebäude mit Backofen, der Nutzgarten und Hofraum mit massiver Einfriedungsmauer, gepflasterter Zugang zum Haupteingang, Einfahrt und Pumpbrunnen, Vorgarten mit hölzener Einfriedung und massivem Steinsockel, Obstgarten mit Hanichelzaun (entrindete Fichtenstangen), lebenden Hecken und teils mit Lattenzaun auf Steinsockel eingefriedet.

1911 erhalten die Mallersdorfer Schwestern vom Bischöflichen General-Vikariat die Erlaubnis, das Hostienbacken für die Pfarrei Deining und andere Pfarreien zu übernehmen.

1914 bestand die Absicht, die Pfarrkirche, welche sich seit Jahren als viel zu klein erwiesen hatte, zu erweitern. Nach Angaben des Pfarramtes betrug die Seelenzahl 1700. Es sollten insgesamt 812 Sitzplätze geschaffen werden, für Erwachsene 548 und für Kinder 264, zugleich war eine neue Turmkuppel geplant. Die Erweiterung sollte nach Osten erfolgen. Nach dem Kostenvoranschlag wären 57450 Mark nötig gewesen. Wegen Uneinigkeiten wurde hin und her verhandelt, bis der Ausbruch des 1. Weltkrieges die Ausführung dieses Projektes verhinderte.

1914 auf Grund der vom Hl. Stuhl Rom erhaltenen Vollmacht genehmigt der Bischof, dass in der Hauskapelle der Josephs-Anstalt in Deining das Allerheiligste aufbewahrt wird unter folgenden Bedingungen: dass 1. in dieser Kapelle wenigstens einmal wöchentlich das Hl. Messopfer dargebracht wird, 2. das Ewige Licht ununterbrochen brennt, 3. der Schlüssel zum Tabernakel sorgfältig verwahrt wird, 4. dies wird auf sieben Jahre gewährt, solange wenigstens drei Schwestern in dieser Anstalt wohnen.

1916 griff man den Plan zur Kirchenerweiterung wieder auf. Obwohl alles genehmigt war, wagte man es doch nicht, in dieser schweren Zeit an die Ausführung zu gehen.

1918 nach Kriegsende sollte wieder mit dem Kirchenumbau begonnen werden, aber da sank der Wert des Geldes. Das Geld wurde in der Folgezeit wertlos.

1919 für den Einbau einer gebrauchten Orgel für die Kirche bekam die Fa. Siemann, München den Betrag von 1922,50 M.

1919 genehmigte die Generaloberin einer einzigen Schwester den Chordienst an der Pfarrkirche zu übernehmen, aber nicht in der Öffentlichkeit wie z.B. bei Prozessionen und Beerdigungen.

1921 bestehen in der Pfarrei Deining folgende Vereine: Jungfrauenkongregation, Mütterverein, Katholischer Dienstbotenverein, Caritasverband, III. Orden, Kindheit-Jesu-Verein, Schutzengelverein, St.Josefsverein.

1923 Als Neuregelung der Stipendien für bestellte Messen und Ämter wird für die Berechnung der Stolgebühren als Grundlage der Preis für Brot festgesetzt. Diese Maßnahme hat nur den Zweck, die Stolgebühren den jeweiligen Verhältnissen anzupassen, die Forderung auf Leistung in Naturalien ist aber unstatthaft. Für eine Trauung der 1.Klasse wird der Preis von 6 Pfund Brot (2.Kl. 4Pfd Brot, 3. Kl. 2 Pfd Brot) verlangt, bei Beerdigungen variieren die Gebühren zwischen dem Preis von 12 bis 1 Pfund Brot. Diese Preisberechnung gilt für die ganze Diözese.

1925 nach der Inflation entwarf man neue Pläne zum Umbau der Pfarrkirche. Diese wurden aber nicht genehmigt. Damit erlahmte wohl die Kraft des damaligen Pfarrers J.B. Götz. Dies ist wohl begreiflich, denn zwölf Jahre an einem Projekt zu arbeiten und schließlich doch vor dem Nichts zu stehen, zerrte an den Kräften und Nerven. Nur eines wurde noch unternommen, nämlich das Dach über dem Kirchenschiff wurde erneuert.

1928 im August verlassen die Mallersdorfer Schwestern die St. Josefsanstalt und ab September übernehmen die Abenberger Schwestern dieses Heim. 

1931 errichtete man ein kleines Altersheim mit 15 Bewohnern im Josefsheim.

1931 auch in diesem Jahr beschäftigten sich die Verantwortlichen mit der Erweiterung der Pfarrkirche. Die Pläne dazu fertigte zum wiederholten Male der Architekt F. Heindl, München. Nach der Erweiterung sollte die Kirche 703 Sitzplätze haben und mit den Stehplätzen sollten 1298 Personen Platz finden. Die Gesamtkosten waren mit 51940 RM veranschlagt. Sollten die Fuhrwerks-, Hand- und Spanndienste, sowie die Erd- und Abbruchsarbeiten von der Gemeinde gestellt werden, würden sich die Kosten vermindern.

1932 eine neue Orgel für den Preis von 2600 RM wird angeschafft.

1936 Statistische Pfarrbeschreibung: die Pfarrei Deining zählt 1856 Seelen, 330 Familien, 310 Häuser.

Zur Pfarrei gehören: Deining 571 Katholiken, 8 Protestanten; Siegenhofen 137 K; Tauernfeld 126 K, 10 P;  Leutenbach 202 K; Bahnhof Deining 33 K; Winnberg 68 K, 6 P; Oberbuchfeld 150 K; Rothenfels 87 K; Lengenbach 6 K, 1 P; Unterbuchfeld 142 K; Mittersthal 241 K, 3 P; Arzthofen 63 K; Waltershof 12 K, 5 P.

Politische Gemeinden: Deining mit drei Mühlen, Leutenbach mit Tauernfeld und Graßahof, Mittersthal mit Waltershof, Oberbuchfeld mit Rothenfeld, Arzthofen, Thannbügl und Lengenbach, Unterbuchfeld mit Siegenhofen und der Mühle.

Pfarrkirche St. Willibald, erbaut 1792, Schiff 12,15m mal 31m, Stil: Renaissance, Geräumigkeit unzureichend, 1 Hochaltar, 2 Nebenaltäre, Orgel: 2 Manuale, 9 Register. Letzte Renovation der Pfarrkirche 1926. Bedachung der Kirche Ziegel, des Turmes Schiefer. 4 Glocken. Friedhof bei der Kirche.

Die Pfarrgottesdienste finden regelmäßig statt. Zweimal im Jahr bestellte Aushilfe am Willibaldsfest und am Hauptfest der Corpus Christi Bruderschaft. Besondere Andachten: Fronleichnams- und Allerseelenoktav, Novene zum Hl. Geist, Donnerstagamt mit Prozession, Samstagsabendrosenkranz, Rorateamt im Advent auf Bestellung, 40-stündiges Gebet, Herz-Jesu-Freitag, Hl. Stunde seit 1934, Maiandachten, Oktoberrosenkranz, jeden Freitag in der Fastenzeit Kreuzweg, Maiwallfahrt der ganzen Pfarrei nach Lengenbach mit Predigt.

Prozessionen in der Kirche: jeden Donnerstag, jeden 3. Sonntag im Monat, Fronleichnamsprozession. Um die Kirche: Palmsonntag, Kirchweihe, Allerseelen.

Im Ort: Fronleichnam, Willibaldsfest. Nach auswärts: Markus- und drei Bittprozessionen, Flurumgang an Christi Himmelfahrt.

Bruderschaften: Corporis Christi, errichtet 1745, Zahl der  Mitglieder: 90 % der ganzen Pfarrei. Titularfest: Dreikönigstag, Vermögen: Keines.

Schulverhältnisse: 4 Schulen, 4 männliche und 2 weibliche Lehrkräfte.

Klösterliche Niederlassungen: Ein Frauenkloster. Schwestern von der Schmerzhaften Mutter Gottes. 6 Ordenspersonen. Jahr der Niederlassung 1928. Tätigkeitsbereich: ambulante Krankenpflege, Kindergarten, Nähschule, Altersheim. Das Kloster hat eine Hauskapelle.

1938 akzeptierte die Gesamtkirchenverwaltung die Pläne für die Kirchenerweiterung in Deining. Das Kirchendach über dem Altarraum war immer schlechter geworden. Um ein eventuelles Unglück zu vermeiden, musste der Kirchenbau in Angriff genommen werden. Nachdem die Vorbereitungsarbeiten soweit geregelt waren und das Landesamt gegen die Ausführung des Planes zur Erweiterung der Pfarrkirche keine Einwände erhoben hatte, durften nach Mitteilung der Regierung und des Bezirksamtes die nötigen Abbrucharbeiten durchgeführt werden, um mit den Arbeiten bis zum Beginn der Herbsternte fertig zu werden, dabei wurde auch der an die Kirche abgetretene Schulstadel abgerissen. Am 8. Juni wurde das Projekt begonnen.

1939 die Einweihung der erweiterten Pfarrkirche erfolgte am 16. Juli durch Bischof Michael Rackl aus Eichstätt.

Bei dem Umbau der Kirche wurde der Altarraum erweitert, dahinter eine Sakristei angebaut mit Rundgang zur Loge für die Familie von Gumppenberg, die durch ein Sichtfenster am Gottesdienst teilhaben konnte und die Kommunion durch das Fenster gereicht bekam. Außerdem wurden zwei Emporen über den kleinen neuerbauten  Kirchenschiffen angebracht. Diese Emporen waren rechts für Jungmänner und links für die jungen Frauen vorgesehen. Auch dienten sie bei feierlichen Gottesdiensten dem Kirchenchor. In der Sakristei wurde ein eigener Altar errichtet, hier sollten kleine Andachten und religiöse Veranstaltungen abgehalten werden, die Emporen waren für Religionsunterricht geplant. Auch war der Einbau einer Niederdruckdampf-Heizung beabsichtigt, was aber wegen des Krieges nicht ausgeführt werden konnte.

1947 kommt H.H. Bischof Michael Rackl zu einem Besuch nach Deining. An dem  feierlichem Empfang und dem krönendem Festgottesdienst nehmen die Gläubigen großen Anteil. Danach informiert sich der Bischof bei dieser Visite auch über die schulische Seelsorge in der Pfarrei, sowie über die finanziellen Verhältnisse und das gesellschaftliche Zusammenleben in allen Bevölkerungsschichten.

1949 Nachdem auch der Pfarrkirche drei Glocken (2 A-Glocken und 1 C-Glocke) mit Gesamtgewicht von 830 kg, von den NS-Behörden weggenommen worden waren, wurde der Ankauf vier neuer Glocken von der Fa. Junker – mit einem Gewicht von 31 Zentner – von der Kirchenverwaltung genehmigt. Der Preis betrug 9090 DM. Die Glocken trafen am Samstag, dem 9. Juli um 5 Uhr früh in Deining ein. Vormittags um 11 Uhr fand die Glockenweihe statt. Geweiht wurden sie dem Hl. Willibald, der Hl. Walburga, dem Hl. Florian und der Hl. Maria. Im Laufe des Nachmittags wurden sie in den Glockenstuhl hochgezogen und abends um halb sechs läuteten sie zum ersten Mal.

1949 Bei herrlichen Herbstwetter fand am Samstag, dem 22. Oktober um 16 Uhr die Einweihung der Caritas-Siedlungshäuser statt. Eingeladene Gäste waren Landrat Dr. Schedl, Bürgermeister Zoch, Architekt Swoboda, Direktor Marx, der Leiter des Arbeitsamtes Neumarkt, Kreistagsmitglied Maerschalk, Zementfabrikant Behringer, sowie der Gemeinderat Deining. Eine große Menschenmenge hatte sich eingefunden, um dieser Feier beizuwohnen. Um 16 Uhr erschien eine kleine Prozession mit Kreuz und Kirchenfahnen. An der Spitze ging H.H. Dekan Lederer und die Geistlichen von Deining. Die Siedlungshäuser waren aus diesem Anlass mit Fahnen und Girlanden geschmückt. Nach einem Lied folgte die Außenweihe. Danach sang unter der Leitung einer Schwester der Kinderchor. Dekan Lederer hielt eine Ansprache und zeigte die Schwierigkeiten auf, die sich der Vollendung entgegenstellten. Er schloss mit den Worten: Wir freuen uns, dass das Werk vollendet ist. Alle, die mitgeholfen haben, waren sich in dem Gedanken einig, ein soziales Werk geschaffen zu haben. Hier hat sich der Spruch bewahrheitet, Einigkeit macht stark.

1950 Am 9. Sept. begann der Umbau des ehemaligen Feuerwehrhauses zu einem Leichenhaus. Viele fleißige Hände halfen, so dass bereits am Sonntag, dem 15. Okt. der erweiterte Friedhof und das Leichenhaus eingeweiht werden konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt, wurden die Verstorbenen noch bis zur Beerdigung zuhause aufgebahrt, oder ebenerdig im Kirchturm. Da der Friedhof in Deining überbelegt war, wurde er nun nur noch für die Bestattungen der Deininger und Unterbuchfelder geöffnet. Um die Grabdenkmäler einheitlich zu gestalten, erlaubte die Friedhofsordnung nur Grabsteine aus Jurakalk.

1950 Durch die Gemeinschaftsarbeit der Deininger Pfarrjugend und anderer Helfer baute man die ehemalige Pfarrscheune zu einem geräumigen Pfarrheim aus. Die Inneneinrichtung stellte die Brauerei, auch an eine kleine Bühne für Theateraufführungen war gedacht worden. Am 26. Dezember konnte das vollbesetzte Pfarrheim mit einer Weihnachtsfeier und Christbaumversteigerung eröffnet werden. In weihnachtlicher Atmosphäre genossen die Anwesenden die dargebotenen Beiträge und Lichtbilder und sangen gemeinsam Weihnachtslieder. Pfr. Breindl bedankte sich zum Schluss bei allen Spendern und Helfern, die diesen Umbau ermöglicht hatten.

1951 An Allerheiligen wurden die drei neu errichteten Kreuze auf dem Mittersthaler Berg, jetzt Kreuzberg genannt, durch Pfr. Matthias Breindl eingeweiht. Mit großer Beteiligung der Gläubigen der ganzen Pfarrei, bewegte sich zu später Abendstunde ein stattlicher, feierlicher Prozessionszug betend und singend auf den Berg. Die Jahre zuvor hatte die Toten- und Kriegsgefallenenehrung an Allerheiligen, in der Kirche und auf dem Friedhof stattgefunden. 

1953 Ende März setzten Fachleute die Kreuzwegstationen vom St. Annaheim aus auf den Kreuzberg. Am Karfreitag, dem 3. April weihte ein Pater aus Freystadt die einzelnen Stationen und besiegelte dies durch eine Urkunde. Bei herrlichem Frühlingswetter bewegte sich eine Dank- und Gedenkprozession Richtung Kreuzberg, hauptsächlich bestehend aus 700 bis 800 kriegsheimgekehrten Burschen und Männern und ihren Familien. Zwischen den Kreuzwegsteinen wurde betend der Gefallenen gedacht und bei jeder Station eine kurze Andacht abgehalten. In Zukunft sollte immer am Karfreitag eine Prozession zum Kreuzberg stattfinden, war der Wunsch der Teilnehmer.

1954 veranstalteten die Pallotiner in der Pfarrei eine zweiwöchige Volksmission. In Deining und den Filialdörfern fanden Gottesdienste mit Missionspredigten und Beichtgelegenheiten statt. Für alle Altersgruppen hielten die Patres gesonderte Vorträge.

1955 Der Neubau des Kindergartens und des im Haus befindlichen Altenheims wird am Samstag, dem 30. Juli in aller Stille eingeweiht. Am 1. August schloss nämlich das Altersheim im Kloster Seligenporten seine Tore und deshalb zogen 18 Bewohner von dort in das neue Haus nach Deining. Der Einzug der Kinder in ihren neuen Kindergarten fand am 1. September statt. Während der Bauzeit war der Kindergarten seit 1950 im Pfarrhaus untergebracht.

1957 Frau Anna Wagner, Bewohnerin vom St. Annaheim, spendet der Pfarrkirche eine neue Krippe mit großen Krippenfiguren im Wert von 1820 DM.

1958 wird eine Rosenkranzbruderschaft errichtet.

1960 die Innenrenovierung der Pfarrkirche beginnt. Die Malerarbeiten wurden an die  Fa. Preis, Parsberg zum Betrag von 6000 DM vergeben, die Fa. Schneider wurde beauftragt, die Fenster zum Preis von 6000 DM herzustellen. Die Fa. Scheidemantel aus Parsberg behandelte die Gemälde nach Angabe des Landesamtes für 5000 DM, das Gerüst stellte die Fa. Klebl aus Neumarkt für 3000 DM zur Verfügung, für Maurerarbeiten waren 2000 DM veranschlagt. Die Lautverstärkeranlage lieferte die Fa. Philipps aus Nürnberg für 2000 DM, die Kirchenbänke fertigte die Fa. Sippl aus Deining für 2000 DM. 

Um weitere Schäden an der Pfarrkirche zu vermeiden, war auch die Außenrenovierung dringend notwendig, dies wurde vom Bauamt des Ordinariats und vom Landesamt für Denkmalpflege bestätigt. Die Kosten der Außenrenovierung beliefen sich auf 30800 DM, dabei wurde auch die Ansicht und Bauform des Turmdaches verändert. Während der Zeit des Umbaus wurden die Gottesdienste im Pfarrheim abgehalten.

1961 die Kirchenverwaltung genehmigte den Ankauf eines Frührenaissancealtars um den Betrag von 7000 DM. Nach dem Kauf kamen plötzlich in Coburg bei den Mitbietern, Einwände und Bedenken dagegen auf, deshalb musste die Abholung des Altars mehrmals verschoben werden. Die Restaurierung in der Folgezeit, durch den Kirchenmaler Preis aus Parsberg kostete 9000 DM. Gutachten: Der neue Altar stammt aus der Frührenaissance und wird auf die Zeit um 1650 datiert. Es handelt sich um einen architektonisch gestalteten Altarbau, mit Sockel, Pilaster, Säulen und Gebälk, der von einem Aufsatz bekrönt wird. Der zuerst in der italienischen Renaissance gestaltete Altartypus wird in Süddeutschland im Zuge der Gegenreformation, vor allem im 17. Jhd., in mannigfaltiger Abänderung auch noch im 18. Jhd. verwendet. Er stand in der romanischen Kirche St. Zeno in Bad Reichenhall als Seitenaltar. Da 1870 durch den Deininger Kirchenmaler Georg Lang das Münster St. Zeno im neugotischen Stil erneuert wurde, kamen die bisherigen Altäre aus der Kirche heraus. 1922 wurde dieser Altar an die Coburger Landesstiftung für die Martin-Luther-Kapelle auf der Veste Coburg verkauft. Abgesehen davon, dass sich der Altar in seiner barocken Erscheinung unbefriedigend den mittelalterlichen Formen der Lutherkapelle in der Veste eingliederte, widersprach er auch grundsätzlich sowohl im Aufbau, als auch in der Ikonographie der evangelischen Kirchentradition. Die salpeterhaltigen Wände dieser fensterlosen Kapelle haben den Altar sehr geschädigt, deshalb wurde er aus der Kapelle herausgenommen und zerlegt im Zeughaus gelagert. Das Altargemälde eines unbekannten Malers stellt nicht, wie man bisher angenommen hatte, die Geburt Christi, sondern die mystische Vermählung der Hl. Katharina mit dem Christkind dar.

1963 Am Pfarrhaus und dem Pfarrheim werden zum Preis von 12000 DM Renovierungsarbeiten durchgeführt.

1964 zwei Holzfiguren (St. Willibald und St. Walburga) wurden für den neuen Hochaltar um den Betrag von 5500 DM gefertigt. Der morsche Bretterfußboden in der Pfarrkirche wich einem Kunstbodenbelag für 2500 DM. Die Herstellung der Kirchenbänke erfolgte nach Angabe des Konservators Prof. Dr. Dambeck, die Barockwangen wurden von der Schreinerei Stefan Lang abgebeizt, gebleicht und in Limba-Eiche erstellt. Zugleich baute man eine elektrische Heizung in die Bänke. Die Gesamtkosten dieser Arbeiten beliefen sich auf 37000 DM. 1966 das Pfarrhaus bekam eine neue Heizung, neue Türen und frostsichere Platten im Eingangsbereich, ebenso wurden die Innenräume des Benefiziantenhauses renoviert.

1965 Ein gemeinsamer Festtag für das Katholische Werkvolk/KAB und die CAJ war die dreifache Bannerweihe Anfang Juli. Die zahlreichen Festgäste versammelten sich beim Kriegerdenkmal zu einem imposanten Kirchenzug. Die gemeinsame Weihe von drei Bannern von der Erwachsenenorganisation des Kath. Werkvolks und von CAJ und CAJF als Jugendorganisationen bezeichnete der Festprediger als sichtbare Zusammengehörigkeit und als Verbundenheit mit dem christlichen Glauben.

1965 Am Schutzengelfest fand die feierliche Bannerweihe der KLJB statt. Pater Josef Frank zelebrierte ein feierliches Hochamt. Für die musikalische Umrahmung sorgte die KLJB selbst. Im Anschluss an den Gottesdienst fand im Pfarrheim eine Kundgebung statt. Die Katholische Landjugendbewegung entstand aus dem Kath. Burschenverein, deshalb folgte noch der Aufruf an die Jugendlichen, dass sie das Erbe ihrer Mütter und Väter übernehmen und weitertragen sollen.

1968 fanden in der Diözese Eichstätt erstmals Pfarrgemeinderatswahlen statt. Zweimal wurde nach drei Jahren gewählt, ab 1974 dann im vierjährigen Rhythmus. Die Pfarrgemeinderäte sollten dem Pfarrer helfend und beratend beistehen. 

1971 Die Kirchenverwaltung lehnte die Übergabe des kirchlichen Friedhofs an die Verwaltung der Gemeinde Deining ab.

1972 Der alte Glockenstuhl der Pfarrkirche war wurmstichig geworden und deshalb musste er entfernt werden. Die Fa. Freundorfer aus Neumarkt baute im Kirchturm einen neuen Glockenstuhl aus Eisen ein. Die sechs Glocken wurden dazu abmontiert und verstummten deshalb für drei Wochen.

1972 Am 15. Okt. wurde die 900 Jahrfeier der ersten Kirchenweihe in Deining mit einem Festgottesdienst begangen. Das feierliche Hochamt zelebrierte Generalvikar Josef Pfeiffer, der die Grüße des Bischofs übermittelte. Die musikalische Umrahmung übernahm die Werkvolkkapelle aus Neumarkt. Nach dem Gottesdienst gedachte man auf dem Friedhof aller Verstorbenen und Gefallenen, für die dieses Gotteshaus ebenfalls christliche Heimat war. Mehrere Vorträge über den Kirchenpatron und seine Familie fanden in dieser Festzeit statt, Herr Lehrer Schimek erstellte eine Festschrift, die mit dem wöchentlichen Kirchenanzeiger gegen einen symbolischen Beitrag von 50 Pfg. ausgegeben wurde.

1973 Die Hauskapelle im St.-Annaheim erhielt von der alten Hauskapelle des Krankenhauses Neumarkt einen Altar, einen Ambo und einen Tabernakel mit Aufbau, im Wert von 4500 DM.

1973 Der Pfarrgemeinderat Deining beschließt einstimmig, zusammen mit den Pfarreien Döllwang und Großalfalterbach einen Pfarrverband zu bilden.

1975 Zum ersten Mal wurde in der Abenddämmerung ein Martinszug durchgeführt. Über 200 Kinder mit ihren selbstgebastelten Laternen beteiligten sich daran und folgten „St. Martin“, der mit seinem Pferd durch die Straßen ritt. Am Kirchenbügl über dem Kriegerdenkmal führten Darsteller ein Martinsspiel auf. Danach teilten die Kinder die gespendeten Gebäckstücke untereinander.

1976 Die Bewohner des Deininger Bahnhofs hatten den Wunsch geäußert, dass sie in den Pfarrverbund der Deininger Pfarrkirche eingegliedert werden und auch auf dem Deininger Friedhof beerdigt werden sollten. Dieser Wunsch wurde ihnen ab Oktober gewährt.

1977 Zum ersten Mal wurde eine Pfarrwallfahrt geplant, die als Ziel Wemding hatte. Sehr viele Pfarrangehörige wollten mit dabei sein und so machten sich 500 Gläubige mit 10 Bussen auf den Weg zur Wallfahrtskirche „Maria Brünnlein“ in Wemding.

1977 Die Kath. Volksbücherei, die schon mehrere Jahre verwaist war, wurde im Pfarrhaus in einem anderen Raum wieder neu eröffnet. Nun konnten sich die Leseratten selbst ihre bevorzugte Lektüre aussuchen, was in früheren Zeiten nicht möglich war, denn da bekamen die Leser ein Buch überreicht, das ihrem Alter entsprach und nicht unbedingt ihrem Interesse.

1977 Die evangelische Kirchengemeinde feierte in einem würdigen Rahmen ihr 25jähriges Kirchenjubiläum. Nach dem Krieg kamen sehr viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene nach Deining, das bis dahin fast nur von Katholiken bewohnt war. In Ausweichräumen mussten die Gottesdienste der evangelischen Gemeinde abgehalten werden, deshalb wurde bald der Wunsch nach einer eigenen Kirche laut. Nach Pachtung eines Grundstücks konnte an den Bau der Kirche gegangen werden. Durch einen überraschenden Zufall erwarb man eine ehemalige Gefangenenbaracke von der Fa. Pfleiderer. Das Holzgebäude verfügte über einen Kirchenraum und eine Mesnerwohnung. Am 26. Oktober 1952 wurde das Gotteshaus eingeweiht.

1978 fand am 1. Januar in der Aula der Volksschule der erste Neujahrsempfang der Pfarrei und Gemeinde Deining statt. Eingeladen waren alle, die im Rampenlicht kirchlicher und kommunaler Öffentlichkeit standen. Nach dem gemeinsam gefeierten Gottesdienst in der Kirche versammelten sich die Gäste im Schulhaus zu einem kleinen Umtrunk mit Neujahrsansprachen.

1978 In Deining sollte wieder ein Kirchenchor gegründet werden. Schon in früheren Zeiten bereicherten Chöre die Festgottesdienste. Nach einem Aufruf im Kirchenanzeiger meldeten sich engagierte Sängerinnen und Sänger. Zur ersten Chorprobe versammelten sich am 28. April, 29 Frauen und Männer und begründeten damit den Kirchenchor.

1978 Bei herrlichem Maiwetter wurde das erste Pfarrfest begangen, das unter dem Motto stand: „Gott ruft sein Volk zusammen“. Der erste Tag des Pfarrfestes war den Kindern und Jugendlichen gewidmet, die sich mit Wettspielen und Luftballonwettflug vergnügten und dem Theaterspiel der Landjugend, das am Vormittag und am Abend im renovierten Pfarrheim aufgeführt wurde. Mit Festgottesdienst, Festprediger und einem Festzug der Vereine begann der zweite Tag dieser Feierlichkeit. Fortgeführt wurde er mit Frühschoppen und Blasmusik, einer Tombola zugunsten der Erneuerung des Pfarrheims, musikalischen und humoristischen Beiträgen von verschiedenen Gruppen und mit Speisen und Getränken bei geselligem Beisammensein. Mit einem Tanzabend endete dieses erste Pfarrfest, das sich in der Folgezeit im jährlichen Wechsel mit dem Pfarrausflug alle zwei Jahre einstellte.

1979 Beim zweiten Pfarrausflug war das Ziel der Wallfahrtsort „Maria Birkenstein“. 529 Gläubige machten sich mit 10 Bussen auf die Reise zum Fuße des Wendelsteins und pilgerten dort, betend und singend, begleitet von der mitgereisten Blaskapelle, in einer langen Prozession, zur Gnadenkapelle.

1981 Bei der Außenrenovierung der Pfarrkirche wurde der Kirchturm in die  ursprünglichen Form, mit vier Dachgiebeln, zurückgebaut. Auch das drei Zentner schwere und 2,5m hohe Kreuz auf der Kirchturmspitze wurde abgenommen, restauriert, vergoldet und wieder an seiner ursprünglichen Stelle verankert.

1981 bildete sich eine Frauengruppe, in der sich Frauen untereinander über Probleme und Interessen austauschen und sich aus der Isolation befreien konnten. Persönliche Weiterbildung in religiöser, sozialer und kultureller Sicht wurde gefördert und der monatliche Treff sollte ein paar sorgenfreie Stunden ermöglichen. Die Gruppe nannte sich Frauen-Treffen-Sich und gestaltete viele unterhaltsame Abende, Gottesdienste, Vorträge und Ausflüge.

1983 Die umfangreichen Arbeiten im Innenraum der Pfarrkirche konnten nach sieben Monaten Bauzeit kurz vor Weihnachten abgeschlossen werden. Als Notkirche diente der Pfarrheimsaal. Firmen und viele fleißige Helfer renovierten die Kirche, so dass sie im neuen Glanz erstrahlte. Alle 52 Bänke im Kirchenschiff und 7 Bänke bei den Seitenaltären hatten jetzt die gleiche Höhe. Eine erneuerte Fußbodenheizung spendete bei Bedarf Wärme. Zwei Seitenaltäre bereicherten nun den Altarraum, ebenso ein Volksaltar und ein Ambo, beide aus Jurastein. Die feierliche Altarweihe durch Bischof Alois Brems fand am 18. Dezember statt.

1984 Als Jahrhundertwerk wurde die neue Sandtner Orgel mit ihren 1848 Pfeifen und 27 Registern angepriesen. Dompropst Josef Pfeiffer weihte die neue Orgel und übergab sie ihrer kirchlichen Bestimmung. Regionalkantorin Sigrid Schwab brachte die „Königin aller Instrumente“ erstmals zum Erklingen.

1986 Anfang Mai wurde der neu angelegte Friedhof am Ende der Schlossstraße eröffnet und somit der alte Friedhof um die Kirche stillgelegt. Zahlreiche Gläubige hatten sich an der Prozession von der Kirche zum Friedhof beteiligt. Für 325 Grabstellen war diese Anlage geplant. Die Art der Grabmale, die die Angehörigen zur Erinnerung an ihre Toten wünschten, blieb jedem selbst überlassen. Einige Tage nach der Einweihung des Friedhofs fand bereits die erste Beerdigung statt.  

1988 Das Gemälde des Hochaltars wurde zur Restauration gebracht. Als Übergangslösung setzte man für kurze Zeit, das frühere Hochaltarbild mit der Heiligen Königsfamilie um St. Willibald, ein.

1988 Vom 21. bis 31. Mai fand eine Marianische Woche statt, zu der ein Gnadenbild, das durch die Pfarreien der Diözese wanderte, auch in Deining Station machte. Eine kleine Gruppe Deininger holte am Pfingstsamstag das Muttergottesbild zu Fuß in Pilsach ab und zog damit über Pelchenhofen und Lengenbach nach Deining. Während dieser Festwoche besuchten viele ehemalige Kapläne die Pfarrei und gestalteten Marienfeiern mit der persönliche Marienweihe der Pfarrangehörigen. Eine Marienampel wurde am rechten Seitenaltar platziert und sollte bis zum Heiligen Jahr 2000 brennen.

1989 Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht, dass Iwan Rebroff (ein Weltstar zu dieser Zeit) in der Deininger Pfarrkirche ein Konzert geben würde. Noch nie zuvor fand im Gotteshaus eine ähnliche kulturelle Veranstaltung statt. Rebroffs zweistündiges Programm „Festliche Abendmusik“ umfasste klassische und geistliche Lieder, liturgische Gesänge, orthodoxe Lithurgien und Gospelsongs in sämtlichen Tonlagen. Über 500 begeisterte Zuhörer nahmen an diesem besonderen Konzert teil.

1990 Bei einer Mitgliederversammlung des St.-Josefsvereins wurde in Gegenwart der Verantwortlichen des Caritasverbands beschlossen, dass das St.-Anna-Altenheim an die Caritas übertragen wird. Der Umbau des Annaheims erhielt erst ein Vierteljahr zuvor den kirchlichen Segen. Bei der Erstellung des Erweiterungsbaus stellte sich heraus, dass die veranschlagten Kosten die Kräfte des St.-Josefsvereins überstiegen. Um die weitere Finanzierung zu gewährleisten, sollte das St.-Anna-Altenheim in die Hände des Caritasverbands übergehen. Dieser war bereit, das Heim in Erbbaurecht auf 99 Jahre zu übernehmen. Der Kindergarten und die ambulante Krankenpflege blieben in der Verantwortung des St.-Josefsvereins.

1992 Im Juni erhielt der Erweiterungsbau des St. Anna-Altenheimes, durch Domkapitular und Caritasdirektor Johannes Schmidt, die kirchliche Weihe. Der Festgottesdienst wurde in der Pfarrkirche gefeiert, danach begab sich ein beachtlich langer Festzug zum Caritas-Seniorenheim. Zu diesem Zeitpunkt lebten 54 Bewohner und 10 Ordensschwestern in den vorhandenen Zimmern. 25 Angestellte und 5 Ordensschwestern sorgten für das Wohl der Heimbewohner.

1994 Nach einem Jahr Aufenthalt im Schulgebäude kehrten die Kindergartenkinder in den umgebauten Kindergarten zurück. Das alte, 1955 erbaute, leerstehende Kindergarten- und Altenheimgebäude war abgerissen und die Räumlichkeiten von 1978 umgebaut und erneuert worden. Dies wurde mit der kirchlichen Weihe und einem Festprogramm gefeiert. Zugleich beging man das 90jährige Gründungsjubiläum.

1994 Tausende Gläubige aus Nah und Fern kamen zu Fuß oder mit dem Auto zur 300-Jahrfeier der Wallfahrt „Zu unserer lieben Frau“ von Lengenbach. Trotz Regens feierte Bischof Dr. Karl Braun, im Freien, ein Pontifikalamt vor den dichtgedrängten Gläubigen.  

2001 Generalvikar J. Limbacher zelebrierte den Gottesdienst zur Weihe der Kapelle „Zum Barmherzigen Jesus“ am Deininger Bahnhof. Viele freiwillige Helfer und großzügige Spender trugen zur Reduzierung der Baukosten bei. Der Altar stammte aus der ehemaligen St.-Josefsheim-Kapelle.  

2001 Nach einer 70jährigen Geschichte der Klosterschwestern aus Abenberg ging im Dezember eine Ära zu Ende. Die letzte Schwester verließ das St. Annaheim und somit auch Deining. Die Nonnen prägten jahrzehntelang das öffentliche, kirchliche und soziale Leben im Ort.

2002 Anlässlich des Willibaldsfestes trafen sich mehr als dreißig, in der Pfarrei beheimatete Ordensleute im Pfarrheim. Viele nutzten diese Gelegenheit zu einem Heimaturlaub bei ihren Verwandten. Die weitest angereiste Klosterschwester war Sr. M. Barbara Simson aus Chile. Auch einige Priester, Pater und Frater waren der Einladung gefolgt. Die Schwestern arbeiteten teilweise noch in ihren Berufen als Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen, Kranken- und Altenpflegerinnen. Ein gemeinsamer Gottesdienst und Fototermin beendete das unterhaltsame Wiedersehensfest.

2005 Die renovierte St.-Ulrichs-Kapelle an der Labermühle wurde feierlich eingeweiht. Nach Einigung mit der Naturschutzbehörde konnte eine kleine Brücke über einen Bach angelegt werden, sodass das Kirchlein zu Fuß erreichbar war. Von Deininger Bürgern wurde eine Statue des Hl. Ulrichs gespendet.

2007 Wegen der dreijährigen Renovierung der Wallfahrtskirche war es dort etwas ruhiger geworden. Nach den Umbaumaßnahmen, die auf 400000 € beziffert waren, lebte die Lengenbacher Wallfahrt wieder auf und zum Eröffnungsgottesdienst pilgerten ca. 800 Besucher dorthin.     

2009 An Allerheiligen erhielten die neue Aussegnungshalle im ausgesiedelten Friedhof, der Urnenhain mit seinen Stelen und das erweiterte Gräberfeld ihren Segen. Neben dem Gebäude, mit 50 Sitz- und 30 Stehplätzen, befindet sich separat der Glockenturm. Der überdachte Eingangsbereich bietet 60 Stehplätze. Das alte Leichenhaus bei der Kirche wurde abgerissen und der ehemalige Friedhof um die Kirche parkähnlich angelegt.

2020 Die weltweite Coronakrise machte auch vor Deining nicht halt. Gemeinsame Gottesdienste durften wegen der angeordneten Coronaregeln nicht mehr gefeiert werden. Erstkommunionen, Taufen und Trauungen mussten verschoben werden. Beerdigungen fanden nur mehr im engsten Familienkreis statt. Jeden Tag wurde trotzdem in der Pfarrkirche um 19 Uhr ein nicht öffentlicher Gottesdienst gefeiert, dem man in Gedanken beiwohnen konnte. Sonntags um 10 Uhr läuteten die Kirchenglocken aller Kirchen für fünf Minuten, als Zeichen der Zusammengehörigkeit. Jeden Sonntag um 9 Uhr feierten die Priester einen nicht öffentlichen Gottesdienst, der als Livestream über Youtube zuhause mitverfolgt werden konnte.

2021 Einweihung der neuen elektronischen Orgel. Nachdem die 37 Jahre alte Pfeifenorgel immer häufiger aussetzte, stand vor drei Jahren endgültig fest, dass eine  Sanierung nötig war. Als Zwischenlösung wurde zunächst ein neuer Kompressor eingebaut, um die Orgel spielbar zu halten. Die anstehenden Sanierungskosten überschritten aber die finanziellen Möglichkeiten, deshalb entschloss sich die Kirchenverwaltung zum Kauf einer elektronischen Orgel. Im Februar lieferte die Firma „Orgelhaus“ im Stiftland die neue Orgel, die im März mit zwei Aufzügen auf die Empore gehoben wurde. Die Töne kommen nun nicht mehr aus den Orgelpfeifen, sondern aus dem Computer. Die alte Orgel ist nur noch ein schönes Hintergrundbild.

2022 Die Kindertagesstätte „Sonnenschloss“ in der Schlossstraße wurde offiziell eingeweiht, nachdem das Haus bereits seit über einem Jahr von den Kindern bezogen war. Durch die Corona-Pandemie konnte aber jetzt erst die offizielle Einweihung für das zweistöckige Gebäude, in dem sich Sozialwohnungen und die Kindertagesstätte befinden, vollzogen werden. Das „Sonnenschloss“ beherbergt zum jetzigen Zeitpunkt 74 Kinder. Den Löwenanteil der Bausumme übernahmen Bund und Land, auch die Gemeinde Deining und der St. Josefsverein als Träger, brachten sich finanziell mit ein. Insgesamt wurden 4,5 Millionen Euro investiert.

2022 Am 3. Juli wurde mit einem Pfarrfest die 950-Jahrfeier der Kirchen- und Ortsgeschichte begangen. Im Vorfeld bereits herrschte reges Interesse an Kirchen- und Dorfführungen. Die Pfarrei lud zu einem Festgottesdienst ein, anschließend spielte während des Frühschoppens und dem gemeinsamen Mittagessen die Blaskapelle auf. Der Verzehr von Kaffee und Kuchen wurde ebenfalls musikalisch begleitet. Ein buntes Kinderprogramm schloss sich an. Für alle Interessenten wurde eine Bilderausstellung eröffnet, mit vielen alten Fotos zur Kirchengeschichte. Auch fand nochmals eine Kirchenführung statt. Im Herbst soll ein „Bunter Abend“ folgen, mit Sketchen über geschichtliche Begebenheiten und unterhaltsamen und musikalischen Beiträgen.

Aus der Pfarrei hervorgegangene Priester

1 P. Alois Franz Zinckel, geb. am 20. Dezember 1727 in Deining, gest. im Mai 1808. Er war ein Neffe von Johann Georg Zinckel und wohnte mit seinen Eltern Johann Alois und Anna Margaethe Zinckel und seinen Geschwistern in Deining. Er lebte nach seiner Priesterweihe in einem Kloster.

2 P. Nemesius Peter Moosburger, geb. am 6. April 1742 in Deining, gest. im Mai 1820. Er war  der Sohn von Friedrich und Elisabeth Moosburger aus Deining. Er trat ebenfalls in ein Kloster ein und bekam dort den Namen Pater Nemesius.

3 P. Rochus Josef Schmid, geb. am 21. Januar 1762 in Tauernfeld, gest. im Juli 1815. Seine Eltern waren Josef Georg und Anna Margaretha Schmid aus Tauernfeld. Josef trat in ein Kloster ein und nahm den Namen Pater Rochus an.

4 Josef Kray, geb. am 13. Oktober 1770 in Deining, gest. am 14. April 1821 in Hütting. Er war der Sohn der Eheleute Joseph und Maria Anna Kray aus Deining. Er wurde 1793 zum Priester geweiht und war zunächst in Allersberg, dann wirkte er bis zu seinem Tod als Pfarrer von Hütting.

5 Franz Xaver Kipfstuhl, geb. am 29. Dezember 1802 in Deining, gest. am 8. September 1859 in Lauterhofen. Seine Eltern waren der Wagner Leonard Kipfstuhl  und Maria Elisabeth, geb. Simson. Er wurde 1830 zum Priester geweiht. Franz Xaver war Kooperator in Ingolstadt, Pfarrer in Morsbach, Freystadt, Pölling und Lauterhofen. Dort ist er 1859 im Alter von 57 Jahren verstorben.

6 Josef Puff, geb. am 9. Januar 1805 in Deining, gest. am 15. August 1865. Seine Eltern waren der Schullehrer Michael Puff und Elisabeth, geb. Kastner. Seine Priesterweihe fand 1832 statt. Er war Kooperator in Petersberg und Velburg. 1838 wurde er Pfarrer von Lutzmannstein und von 1844 bis zu seinem Tod war er Pfarrer in Gerolfing.

7 Michael Sippl, geb. am 9. Juni 1816 in Waltershof, gest. am 28. November 1874 in Neuburg/Donau. Er war der Sohn des Waltershof-Bauern Michael Sippl und der Anna, geb. Knipfer. Michael studierte in Eichstätt Theologie. Dort erhielt er die Tonsur (ist die vollständige oder teilweise Entfernung des Kopfhaares, als Zeichen der gänzlichen Hinwendung zu Gott) und die vier niederen Weihen, aus der Hand des Bischofs Karl August von Reisach. 1841 wurde er Priester und feierte am 11. Juli sein erstes Meßopfer in Deining. Er wirkte als Kooperator in Wolferstadt, Litzlohe, Lauterhofen, Berching, Breitenbrunn und Berngau. 1851 wurde er Pfarrer in Lutzmannstein, 1859 in Böhmfeld, 1874 übergab er aus gesundheitlichen Gründen seine Pfarrei an seinen Nachfolger und verstarb Ende November in Neuburg/Donau.

8 Franz Joseph Nistlbeck, geb. am 30. August 1816 in Unterbuchfeld, gest. 1900 in Velburg. Er erhielt von seinen Eltern eine christliche Erziehung und hatte schon im Alter von 10 Jahren den Wunsch, Priester zu werden. Den Eltern fehlten dazu aber die finanziellen Mittel. Als der sechzehnjährige Franz Joseph seinen Priesterwunsch immer drängender vorbrachte, gaben die Eltern ihre Zustimmung. Der Kaplan von Günching erteilte ihm Unterricht, bis er von der Studienanstalt in Amberg aufgenommen wurde und danach aufs Gymnasium in Neuburg/Donau wechselte. Als die Eltern verstarben, musste er sein Studium aufgeben. In seiner Not wandte Franz Joseph sich an den Landrichter Wilfert aus Neumarkt und bat dort um Hilfe. Der nahm ihn in seiner Kanzlei als Schreiber auf und sorgte wie ein Vater für ihn. Deshalb konnte Franz die abgebrochenen Studien wieder aufnehmen. Einen weiteren Helfer fand Nistlbeck im Pfarrer von Egweil, der ihn an das Gymnasium der Benediktiner in Augsburg vermittelte. Dort absolvierte er 1842 das Gymnasium, 1845 das Lyzeum und an der Münchner Universität die theologischen Fächer. Im Jahre 1847 erhielt Franz Joseph in Eichstätt die Priesterweihe, gespendet von Bischof Georg von Oettl. Seine erste Seelsorgestelle als Kooperator war in Gundolfing. Dort blieb er sieben Jahre. Es folgten Stationen in Nassenfels, Meilenhofen, Rohrbach und Wemding in der Wallfahrtskirche. Nach dieser zehnjährigen Wanderschaft wurde er Pfarrer von Etting. Wegen angeschlagener Gesundheit tauschte Nistlbeck mit dem Benefizianten von Velburg seine Stelle und bewarb sich nach seiner Genesung um die Pfarrstelle in Batzhausen. 14 Jahre hatte er diese inne, bis eine Feuersbrunst den Pfarrstadel einäscherte. Der Schrecken und eine fast ein Jahr dauernde Krankheit erschöpften ihn und so wechselte er wieder in die vorherige Stelle nach Velburg und arbeitete unverdrossen weiter in der Seelsorge, trotz seiner Erkrankung. Franz Joseph erlebte noch sein Goldenes Priesterjubiläum, zu dem er mit der Ehrenmünze des Ludwigsordens ausgezeichnet wurde. Im Alter von 84 Jahren verstarb er.

9 Johann Baptist Tresch, geb. am 28. Januar 1841 in Leutenbach, gest. am 18. Februar 1918 in Neumarkt. Seine Eltern waren der Bauer Leonhard Tresch und seine Ehefrau Margaretha, geb. Hofmann. Zum Priester wurde Johann Baptist 1867 geweiht. Seine erste Stelle als Kooperator war Kipfenberg. 1890 erfolgte seine Investitur zum Stadtpfarrer von Hilpoltstein. Tresch war Bischöflicher Geistl. Rat, Dekan und Hofkapellenbenefiziat in Neumarkt, Inhaber des Ehrenkreuzes des Kgl. Ludwig-Ordens und Ehrenbürger (1907) der Stadt Hilpoltstein. Er war Mitglied der Fünfwunden-Bruderschaft. 1918 ist er in Neumarkt verstorben und dort auch begraben. Sein Grabstein ist bis heute noch an der St. Jobstkirche erhalten.

10 Johann Mößl, geb. am 23. Mai 1855 in Oberbuchfeld, gest. am 18. Juni 1917 in Waltersberg. Er war der Sohn des Gütlers Konrad Mößl und seiner Ehefrau Anna, geb. Tresch. Zum Priester wurde er am 21. Dezember 1879 geweiht. Von 1887 bis zu seinem Tod 1917, war Johann Mößl Pfarrer von Waltersberg. Er gründete den Spar- und Darlehensverein Waltersberg und ist Ehrenbürger dieser Gemeinde.

11 Franz X. Seitz, geb. am 29. Oktober 1867 in Tauernfeld, gest. am 8. August 1936 in Strobl/Österreich. Sohn des Bauern Josef Seitz und seiner Frau Maria, geb. Frank aus Tauernfeld. Seine Priesterweihe war 1901, Pfarrer von Strobl am Wolfgangsee wurde er am 6. August 1916. Er ist dort verstorben und auch begraben. Franz X, Seitz ist Ehrenbürger von Strobl.

12 Franz Xaver Obeltshauser, geb. am 2. Oktober 1872 in Siegenhofen, gest. am 18. Januar 1937 in Spalt. Sohn des Lehrers Georg Obeltshauser und seiner Ehefrau Theresia, geb. Strasser. Seine schulische Laufbahn begann in Siegenhofen, Beim Deininger Kaplan bekam er Vorunterricht, bevor er 1883 in das Bischöfliche Knabenseminar Eichstätt aufgenommen wurde. Am 19. März 1896 wurde er zum Priester geweiht. Er war Kooperator in Berngau, Plankstetten, Neumarkt, St. Moritz Ingolstadt, Pfarrprovisor in Altdorf/Nbg. dann Pfarrer von Altdorf und ab 1904 Pfarrer von Altdorf bei Titting. 1913 wird er zum Stadtpfarrer von Spalt berufen. Franz Xaver Obeltshauser war Geistlicher Rat und Dekan und Mitglied der Fünfwunden-Bruderschaft. Er war bekannt als glänzender Redner, gewandter Prediger und Mann des Volkes. Er interessierte sich sehr für die Heimatgeschichte von Spalt und schrieb mehrere Bücher und Abhandlungen. Für seine großen Verdienste ernannte ihn die Stadt Spalt zum Ehrenbürger. Obeltshauser verstarb 1918 in Spalt und ist auch da begraben.

13 Johannes Baptist Braun, geb. am 20. April 1877 in Mittersthal, gest. am 14. Februar 1944 in Gersdorf. Sohn des Gütlerehepaares Johann Baptist Braun und der Maria Anna, geb. Ehrnsberger aus Mittersthal. Am 5. Juli 1903 wurde er zum Priester geweiht und kam als Hauskaplan nach Rauenzell, dann nach Ensfeld und Großweingarten, danach wurde er Pfarrprovisor in Weinsfeld. 1908 wird er zum Pfarrer von Gundelsheim ernannt und dreißig Jahre später, nämlich 1938, wurde er Hausgeistlicher im Waisenhaus in Gersdorf. Dort verstarb er 1944.

14 Willibald Kürzinger, geb. am 27. Februar 1881 in Siegenhofen, gest. am 9. August 1917 in München. Sohn des Bauern Josef Kürzinger aus Siegenhofen und seiner Ehefrau Barbara, geb. Kraus. Zum Priester geweiht wurde er 1906. Er war Hausgeistlicher an der Kretinenanstalt Lauterhofen und Kommorant in Neuburg. Er ist 1917 in München verstorben und in Siegenhofen begraben. Seine Grabsteinplatte mit Bild ist im alten Chor im Turm der Kirche erhalten. Eine Gedenktafel ist unter der Empore an der Wand angebracht.

15 P. Johann Baptist Schuster, geb. am 23. Februar 1887 in Tauernfeld, gest. am 3. Juni 1952 in Pullach. Sohn des Bauern Joseph Schuster aus Tauernfeld und der Anna Maria, geb. Götz. Zum Priester geweiht wurde er am 29. Juni 1911. Er trat am 15. September 1913 als Pater Johann Baptist in die „Gesellschaft Jesu“ ein und war als Professor der Ethik und Sozialphilosophie dem jungen Ordensnachwuchs Lehrer und Vorbild. Durch Exerzitien und Vorträge wirkte er tief und nachhaltig auf Laien, Priester und Ordensleute. 1952 starb er in Pullach und ist dort begraben.

16 P. Michael Gerhard Scherer, geb. am 15. März 1892 in Voggenthal, gest. am 26. August 1944 in Brieg/Schlesien. Seine Eltern Johann Scherer aus Oberbuchfeld und Theresia, geb. Nißlbeck, zogen 1910 mit ihren neun Kindern von Voggenthal nach Rothenfels. Zu diesem Zeitpunkt war Michael bereits Schüler im Eichstätter Gymnasium. 1918 meldete er sich freiwillig zum Militär. Er wurde schwer verwundet und lag ein halbes Jahr nervenkrank im Lazarett. Wieder daheim arbeitete er bei seinen Eltern in der Landwirtschaft mit und half überall, wo er gebraucht wurde. Seine Kriegsverletzungen verschlimmerten sich wieder und zwangen ihn, einen körperlich weniger anstrengenden Beruf auszusuchen. Er wurde Zisterzienser in Bronnbach und legte 1931 seine Profeß ab, dabei erhielt er seinen Klosternamen Gerhard. Er siedelte mit seinen Klosterbrüdern in das aufgekaufte Kloster Seligenporten um und wurde am 29. Juni 1934 in Eichstätt zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er am 15.Juli in Deining. Pater Gerhard war Kaplan und Spiritual in Mariastern bei Bautzen, kam 1937 nach Stams in Tirol und 1940 nach Haugsdorf als Spiritual. Von einer Nonne wurde er als „kränklicher, frommer, stiller Herr, beliebt bei Groß und Klein“, beschrieben. Am Karfreitag 1943 wurde er verhaftet und zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Ihm wurde „Absichtliches Abhören ausländischer Sender“ vorgeworfen. Er starb am 26. August 1944 als Märtyrer der Nazizeit im Zuchthaus Brieg/Schlesien.

17 P. Joseph Leopold Sturm, geb. am 17. April 1901 in Deining, gest. am 12. Dezember 1979 in München. Er war der Sohn des Postboten Joseph Sturm und der Anna, geb. Kraus. Die Familie verzog berufsbedingt nach Nabburg und von dort 1906 nach Freystadt. Joseph hatte noch sechs Geschwister und besuchte in Freystadt die Volksschule, bevor er in das humanistische Gymnasium nach Bamberg überwechselte. Als Angehöriger des Franziskanerseminars beschloss er 1920 das Studium und trat in den Franziskanerorden ein. Er studierte Philosophie und Theologie und wurde am 20. September 1925 in München zum Priester geweiht. Zwei Jahre später begann er als Volksmissionar und von 1949 bis 1968 war er Generalsekretär der Missionskonferenz (Arbeitsgemeinschaft aller Volksmissionare im deutschen Sprachgebiet). Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Missionsdienst wurde ihm die Leitung des Kommissariats für das Heilige Land übertragen. Er lebte bis zu seinem Tod im Franziskanerkloster St. Anna in München.

18 Josef Pfeiffer, geb. am 8. November 1920 in Leutenbach, gest. am 2. Mai 2011 in Eichstätt. Sohn des Bauern Lorenz Pfeiffer und seiner Ehefrau Maria. Er empfing am 29. Juni 1950, von Bischof Joseph Schröffer im Eichstätter Dom, die Priesterweihe. Er war Kooperator in Pleinfeld und Weißenburg, anschließend Pfarrprovisor und Pfarrer von Weißenburg. Ab 1956 leitete er zudem als Dekan das damalige Dekanat Ellingen. 1966 wurde Josef Pfeiffer in das Domkapitel berufen und mit der Leitung des Bischöflichen Seelsorgeamtes betraut. Bischof Alois Brems ernannte ihn 1968 zum Generalvikar, diese Aufgabe übertrug ihm auch der nachfolgende Bischof Karl Braun. Ab 1983 stand Josef Pfeiffer als Dompropst an der Spitze des Domkapitels Eichstätt. 1989 trat er aus gesundheitlichen Gründen von seinen Ämtern zurück. Seelsorgerische Aufgaben nahm er wahr, solange es sein Gesundheitszustand erlaubte. Im Eichstätter Heilig-Geist-Spital war er bis 1999 Pfarradministrator und bis 2007 Eyb`scher Benefiziat. Josef Pfeiffer war Inhaber des Bayerischen Verdienstordens und des Verdienstkreuzes Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und Träger der Bürgermedaille der Stadt Eichstätt. Am 2. Mai 2011 hat er sein Leben seinem Schöpfer zurückgegeben. Das Requiem fand am 6. Mai im Hohen Dom zu Eichstätt statt, beigesetzt wurde er auf dem Domkapitelsfriedhof im Kreuzgang.

19 P. Romanus Richard Kölbl, geb. am 14. Februar 1928 in Unterbuchfeld, gest. am 28. April 2009 in Schwarzach/Main. Sohn der Landwirtseheleute Johann und Maria Kölbl. Er besuchte die Volksschule in Siegenhofen und wechselte anschließend in das Studienseminar St. Benedikt in Würzburg. Nach dem Abitur trat er 1948 in den Benediktinerorden in Münsterschwarzach ein und nahm den Namen Romanus an. Am 4. Juli 1954 wurde er zum Priester geweiht, seine Primiz fand am 11. Juli in Deining statt. Pater Romanus wäre sehr gerne sofort nach seiner Priesterweihe in die Mission gegangen, aber da er schwer erkrankte, entschied er sich erstmal dazu, als Erzieher im Internat St. Ludwig/Schweinfurt tätig zu sein und zusätzlich unterrichtete er am dortigen Gymnasium. Von 1962 bis 1992 ging sein Missionswunsch in Erfüllung und er war in verschiedenen Pfarreien im Missionsgebiet Peramiho in Tansania tätig. Pater Romanus kehrte dann aus gesundheitlichen Gründen in die Heimat zurück und wirkte ab 1993 als Hausgeistlicher in St. Ludwig/Schweinfurt in einer heilpädagogischen Mädchenschule bei den Oberzeller Schwestern. 2004 konnte er sein Goldenes Priesterjubiläum in Unterbuchfeld feiern. Sein irdisches Lebenswerk beendete er am 28. April 2009 in Münsterschwarzach.

20 P. Josef (Sepp) Frank, geb. am 23. März 1931 in Deining, gest. am 23. Juli 2022 in Ravensburg. Sohn des Wagners Joseph Frank und seiner Ehefrau Hedwig, geb. Schlosser. Er wuchs mit zwei Geschwistern auf und lernte bei seinem Vater das Wagnerhandwerk, hatte aber bald schon den Wunsch, Priester zu werden. Deshalb trat er in ein Spätberufenen-Seminar ein und wurde Pallottiner. Zum Priester geweiht wurde er am 16. Juli 1961 in Augsburg, seine Primiz in Deining war am 23. Juli 1961. Pater Sepp Frank war Heimerzieher in Bruchsal, Kaplan in Augsburg, ab 1972 Heimleiter des Studentenwohnheims St. Michael in Eichstätt, während der Urlaubszeit übernahm er die Seelsorge als Campingpfarrer. Weiter war er Rektor im Kloster Eichstätt und ab 1994 Prokurator (Verwalter) in Untermerzbach und Pfarrer in Kaltenbrunn. 25 Jahre war er im süddeutschen Raum als Gemeinde- und Volksmissionar unterwegs. 2011 feierte Pater Sepp Frank sein Goldenes Priesterjubiläum in Deining. Er verbrachte seinen Lebensabend in Hersberg bei Immenstaad am Bodensee. Er war ein weltoffener, naturverbundener Seelsorger mit Herzblut. Bis zu seinem Tod interessierte er sich sehr für die Deininger Ortsgeschichte und gab sein heimatkundliches Wissen gerne weiter. Am Jahrestag seiner Primiz, dem 23. Juli 2022 gab er sein gottgeweihtes Leben seinem Schöpfer zurück.

21 Michael Seitz, geb. am 28. Juli 1943 in Deining, gest. am 19. August 1975 in Nürnberg. Sohn des Landwirts Michael Seitz und seiner Ehefrau Maria. Seine Schulzeit verbrachte er in Deining, bis er ins Gymnasium nach Eichstätt wechselte. Auch dann blieb er seinem Dorf verbunden und spielte weiterhin beim FC Deining in der Mannschaft. Überaus zahlreich waren die Gläubigen aus der Pfarrei Deining, die bei der Priesterweihe am 29. Juni 1969 in Eichstätt und der Primiz am 6. Juli 1969 in Deining, dabei sein wollten. Eine lange Autokolonne war Michael Seitz am Abend seiner Priesterweihe, mit blumengeschmückten Fahrzeugen entgegengefahren und hatte ihn ins festlich beflaggte Heimatdorf geleitet. Am neuen Schulhaus fand sich eine große Menschenmenge ein, um den Neupriester zu empfangen und von ihm den Primizsegen zu erhalten. In den folgenden Tagen putzte sich Deining für die Primiz am Sonntag, dem 6. Juli heraus. Auf dem Schulsportplatz hatte man unter einem Baldachin den Altar aufgebaut. Die Kirchenfahnen und die Banner der Vereine, zahlreiche Ehrengäste und unzählige Gläubige begleiteten zusammen mit der Werkvolkkapelle den Primizianten durch das Dorf bis zum Festplatz. Es war für alle Anwesenden eine erhebende Feier und ein einmaliges Erlebnis, das sie mit dem Neupriester begehen durften. Michael Seitz wurde als Aushilfe in Stein, Wissing, und Kemnathen und als zweiter Kaplan in Herrieden eingesetzt. Im Oktober 1974 wurde er Kaplan in Nürnberg/Heiligste Dreifaltigkeit. Im Alter von 32 Jahren wurde Michael Seitz am 19. August 1975 durch einen plötzlichen Tod aus einem hoffnungsvollen Priesterleben gerissen. Sein Begräbnis fand in würdevoller Weise in seiner Deininger Heimat statt.

22 Albert Ott wurde in eine alteingesessene Oberbuchfelder Familie hineingeboren. Er besuchte die Grundschule in Deining, danach wechselte er zum Willibald-Gymnasium in Eichstätt. Nach seinem Abitur blieb er Eichstätt treu und trat in das Priesterseminar ein. Am 28. Juni 1997 wurde Albert Ott im Hohen Dom zu Eichstätt von Bischof Walter Mixa zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte der Neupriester am 29. Juni 1997 auf der Point-Wiese in Oberbuchfeld. Eine große Schar von Gläubigen nahm an diesem eindrucksvollen Ereignis teil. Seine Kaplanstellen befanden sich in Pleinfeld und Roth. Albert Ott wurde im September 2000 vom Neumarkter Dekan Richard Distler zum Pfarrer von Pölling installiert. Von 2003 bis 2008 war er gleichzeitig Diözesanlandvolkpfarrer des Bistums Eichstätt. 2017 kam noch Woffenbach zum Pfarrverband dazu. Zuletzt war er für die Region auch als geistlicher Vertreter im Diözesansteuerausschuss tätig. Nach 19 Jahren Aufenthalt in Pölling verabschiedete sich die Pfarrei im November 2019 mit einem feierlichen Gottesdienst von ihrem langjährigen Seelsorger, der gesundheitsbedingt in den endgültigen Ruhestand versetzt wurde. Im Juni 2022 konnte Pfarrer Albert Ott, im kleinen Kreis, sein 25jähriges Priesterjubiläum feiern. Schon immer war die Mitarbeit auf dem heimatlichen Hof seine große Leidenschaft. Seine Freizeit verbrachte er mit Vorliebe zuhause in Oberbuchfeld und hilft auch jetzt in seinem Ruhestand immer noch gerne im landwirtschaftlichen Familienbetrieb aus.

Die Priester der Kirchengeschichte

1 Heinrich Schweppermann wird 1370 in einer Urkunde als Pfarrer von Deining genannt. 1376 wird er noch einmal in einer alten Schrift erwähnt.

2 Alexander Meisterlein ist 1464 Pfarrer von Deining. Er lebt jedoch mehr für die kirchliche Verwaltung und seine Lehrtätigkeit, als für seine Pfarrei. 1480 wird er noch einmal als Emeritus (im Ruhestand) in Deining erwähnt.

3 Markus Hirschvogel war 1477 Pfarrer in Deining.

4 Erasmus Betz er wird 1480 in einem Buch als Pfarrer von Deining genannt.

5 Konrad Hayd war in Deining um 1542 bis 1555. Er ist der letzte katholische Pfarrer in Deining vor der Reformation.

6 Ulrich Juhenettl (lutherisch) wirkte in Deining von 1555 bis 1562. Er ist der erste Pfarrer, der ab 1560 die Taufen, Trauungen und Sterbefälle in Kirchenbüchern aufgeschrieben hat.

7 Ulrich Werner (lutherisch), geboren 1525, sein Vater war ebenfalls Pfarrer. Er war von 1564 bis 1582 Pfarrer in Deining. Seine erste Frau hieß Katharina, seine zweite Elisabeth, ein Sohn Leonhard und eine Tochter Katharina wurden in Deining geboren.

8 Johann Kintram (lutherisch) Pfarrer von Deining 1582 bis 1591.

9 Christian Reinhard (lutherisch) wohnte ab 1591 mit seiner Ehefrau Elisabeth in Deining. 1593 berichtete er im Taufbuch, dass sein zehntes Kind, der 7. Sohn, getauft wurde. 1602 erwähnt er, dass sein Sohn Johann, kurz nach seiner Konfirmation, seine erste Taufe gespendet hat. Dieser Sohn Johann wird sein Nachfolger in Deining und berichtet über den Tod von Christian Reinhard 1621: er starb von Krankheit und Alter aufgezehrt, an der ungarischen Krankheit (Nerven- und Faulfieber), nachdem er 30 Jahre lang mit Eifer der Pfarrei vorgestanden hatte.

10 Johann Reinhard (lutherisch), Sohn des Pfarrers Christian Reinhard, übernahm die Pfarrstelle seines Vaters von 1621 bis 1626.

11 Johann Friedrich Vigilius (lutherisch) wird 1625 als Pfarrer von Deining genannt.

12 Johann Christoph Meges (lutherisch) ist hier Pfarrer von 1626 bis 1628.

13 Johann Schober ist nach der Reformation von 1628 bis 1632 der erste katholische Pfarrer in Deining. Er schreibt selbst: Nach der pfalzischen Reformation und der Bekehrung der verführten und verirrten Schafe, wurden die Leichen der Pfarrer in der Kirche des Hl. Willibald beigesetzt.

14 Kaspar Mos von 1632 bis 1633 in Deining.

15 Michael Weikersreuther Pfarrer von Deining und Tauernfeld 1633 bis 1635. Er hielt auch Trauungen und Beerdigungen in Neumarkt in der Hofkirche.

16 Georg Dorn, Magister, von 1635 bis 1642 in Deining. Er schreibt: Nach dem Abzug unserer Feinde und der Pfalzischen wurden von mir, vom eigentlichen Pfarrer von Deining, 1635 alle neugeborenen Kinder getauft, die zur Pfarrei Deining und Günching gehörten.

17 Christoph Mockh Pfarrer von 1642 bis 1645.

18 Matthäus Dollinger war von 1645 bis 1679 Pfarrer in Deining. Er starb am 12. September 1679 im Alter von 67 Jahren.

19 Johann Philipp Baumgartner wirkte hier von 1679 bis 1706. Er war zuerst als Pfarrprovisor eingesetzt, bevor er zum Pfarrer ernannt wurde.

20 Johann Buschel war von 1706 bis 1708 in Deining. Er schreibt, dass er diese Pfarrei im Gehorsam übernommen und alle neugeborenen Kinder getauft hat, oder sie von seinem Kaplan taufen ließ. Sein Kooperator schreibt 1708: Gerade war der Hochwürdige und berühmte Herr Johannes Buschel, 19 Monate überaus würdiger Pfarrer in Deining, fast immer an schwerer Krankheit leidend, als er am Fest der Beschneidung (1. Januar) während seiner Predigt, noch auf der Kanzel, von einem Schlaganfall getroffen wurde. Er wurde in den Pfarrhof gebracht und nach dem Empfang der letzten Ölung verschied er, ungefähr im 42 Lebensjahr. Am 3. Januar 1708 wurde er in Deining der Erde übergeben und begraben. Dies bezeugt als Augenzeuge sein Kooperator.

21 Franz Xaver Beer, Pfarrer von Deining von 1708 bis 1715. Am 14. Juni 1715 starb ruhig im Herrn, gestärkt mit dem Sakrament der letzten Ölung der überaus verehrungswürdige und hochberühmte Herr Franz Xaver Beer, Lizentiat der Theologie, Pfarrer von Deining. Er wurde begraben in der Kirche, nahe dem Hochaltar, im 43. Lebensjahr.

22 Christoph Bangratz war von 1715 bis 1723 in Deining. Er schreibt über sich selbst: Ich Christoph Bangratz, Lizentiat der Hl. Theologie, habe die Pfarrei am 15. Juni 1715 übernommen. Ich wurde vorgeschlagen und empfohlen vom Fürstbischof von Eichstätt. Sein Kaplan schreibt: Am Aschermittwoch, dem 12. Februar 1723, starb der ehrwürdige und berühmte Herr Christoph Bangratz in Neumarkt. Er wurde auf dem Friedhof Deining, in der Nähe der rechten Tür der Pfarrkirche beigesetzt.

23 Johann Georg Zinckel war Pfarrer in Deining von 1723 bis 1774. Er wurde am 17. September 1690 in Weißmain/Franken geboren. Er studierte in Bamberg und Wien. Priester wurde Johann Georg Zinckel 1715, Pfarrer in Deining 1723 und Dechant 1762. Er war 51 Jahre Pfarrer in Deining, als er am 5. Januar 1774 starb. Auf ihn verweist noch heute eine Gedenktafel in der Pfarrkirche. Vier von ihm gebaute Kirchen in der Pfarrei, darunter Lengenbach, erinnern an seine Amtszeit. Pfarrer Georg Zinckel regte in Deining den Kartoffelanbau an und somit wurde Deining einer der ersten Oberpfälzer Orte, an denen die Kartoffeln eingeführt und bekannt wurden.

24 Johann Georg Krach war 1774 nur ein halbes Jahr in Deining. Er war Kandidat und Lizentiat des Kirchenrechts und Lehrer der Philosophie.

25 Johann Sebastian Yberle, von August 1774 bis 1808 war er Pfarrer von Deining. Seine Grabinschrift lautet: Hier ruht nach einem wohltätigen Leben von 77 Jahren, der Hochw. Hochwohlgeb. Herr Sebastian Yberle. Er war Theologischer Lizentiat, Bischöfl. Eichstättischer Rat, Kammerer des Ruralkapitels, 34 Jahre Pfarrer in Deining, Jubelpriester. Ein Seelenhirt beweist durch sein Leben, siegend durch die Liebe, ein Mann von seltener Herzensgüte, ohne Falsch und Tadel. Der Armen und Kranken Freund, sich selbst vergessend. In den schweren Drangsalen des Krieges für alle Rat, Helfer und Vater. Er starb am 2. Oktober 1808 früh um 3 Uhr an einem Lungenschlag. Beerdigt wurde er vom Stadtpfarrer Max August Freiherr von Egkher aus Neumarkt, Ritter des St.Michaelordens. Johann Sebastian Yberle setzte den Pfarrhof und den Zehentstadel in Siegenhofen instand. Zu seiner Zeit fand auch die Schlacht bei Deining statt, zu der er einen ausführlichen Bericht überliefert hat.

26 Johann Baptist Sammüller wirkte von 1809 bis 1829 in Deining. Über ihn steht geschrieben: Im Jahre 1829 verließ der an Gelehrsamkeit und Lebenshaltung gleicherweise ausgezeichnete Herr Johann Baptist Sammüller, Dekan des Kapitels Neumarkt die Pfarrei Deining, um die Last der Pfarrei Lengenfeld auf sich zu nehmen. Bei seinem Abschied begleiteten ihn die innigsten Wünsche der Pfarrkinder.

27 Martin Ehrensberger war von 1830 bis 1831 Pfarrer von Deining. Ein Eintrag 27 Martin Ehrensberger war von 1830 bis 1831 Pfarrer von Deining. Ein Eintrag im Sterbebuch lautet: Am 21. September 1831 nachmittags um 2 Uhr verstarb Pfarrer Martin Ehrensberger. Beerdigt wurde er zwei Tage später von seinem Vorgänger Pfarrer Sammüller.

28 Georg Krieger lebte von 1832 bis 1862 in seiner Pfarrei Deining. Er wurde geboren am 21. Oktober 1791 in Krotensee bei Bamberg. Nachdem er 1814 an der Studienanstalt Amberg die Vorbereitungsklassen, das Gymnasium, die Philosophie und Kurse der Theologie vollendet hatte, begab er sich an die Universität Landshut, wurde dort ins Klerikal-Seminar aufgenommen und nach einem Studienjahr, am 5. November 1815, in Eichstätt zum Priester geweiht. Zehn Jahre wirkte Georg Krieger in verschiedenen Pfarreien der Diözese Eichstätt, dann wurde ihm für sechs Jahre die Pfarrei Enkering übertragen. Ab 1832 betreute er die Pfarrei Deining dreißig Jahre lang. 1841 wählten ihn seine Mitbrüder zum Kammerer des Kapitels Neumarkt.

29 Johann Georg Herrmann war nur drei Monate Pfarrer von Deining, vom Oktober 1862 bis Januar 1863. Er wurde 1805 in Neumarkt geboren und war bereits über 30 Jahre Pfarrer in Berg gewesen, als er sich krankheitsbedingt für die Pfarrstelle Deining bewarb. In Deining hatte er sich noch nicht eingewöhnt, als er in den ersten Tagen des Jahres 1863 verstarb.

30 Michael Adam Reinl war von 1863 bis 1868 Pfarrer von Deining. Er wurde 1825 in Neumarkt geboren und erhielt 1851 seine Priesterweihe. Am 19. Februar 1863 präsentierte ihn der Magistrat von Neumarkt als Pfarrer von Deining. Am Sonntag, dem 3. Mai 1863 nachmittags um 2 Uhr, fand sein feierlicher Einzug in Deining statt. 1868 verließ er Deining und verzog in die Pfarrei Mitteleschenbach.

31 Martin Geidtner übernahm die Pfarrei Deining von 1868 bis 1912. Er war geboren am 16. November 1823 in Pfaffenhofen bei Kastl. Seine Eltern, Hausname „Papiererer“, besaßen dort eine Papiermühle. Geidtner studierte am Gymnasium in Amberg, nur die letzten Semester verbrachte er am Bisch. Lyzeum in Eichstätt. Am 7. August 1847 wurde er zum Priester geweiht. Nach Stationen in Kipfenberg, Litzlohe und Reichertshofen erhielt er 1868 die Pfarrei Deining, welche er 43 Jahre bis zu seinem Tod innehatte. Pfarrer Martin Geidtner war streng zu sich selbst und deshalb stellte er auch gegen andere solche Forderungen, die ihm den Ruf eines strengen Priesters eintrugen. In ihm wirkte der Eifer eines Missionars, er hielt selbst Volksmissionen in der Umgebung und auch vier in seiner eigenen Pfarrei Deining. Unter seiner Pfarrführung erfolgte der Ausbau des Kirchturms, die Pfarrkirche und sämtliche Filialkirchen ließ er renovieren, die Pfarrkirche erhielt neue Altäre und ein neues Geläute. Groß war die Summe, die er zu diesen Zwecken sammelte. Unter Pfarrer Geidtner wurde von der Familie Geißler ein Kooperator-Benefizium gegründet. Eine große Freude für ihn war, dass die Gründung einer Kinderbewahranstalt mit ambulanter Krankenpflege verwirklicht werden konnte. In engerem Freundeskreis war er liebenswürdig, heiter, gesellig und gastfreundlich. Im gastlichen Pfarrhaus weilten auch gerne die vielen Hilfspriester, die dort in Jahrzehnten aus und ein gingen. 1878 wurde Pfarrer Geidtner zum Kammerer gewählt und 1885 zum Dekan des Kapitels Neumarkt, 1886 würdigte ihn der Bischof mit dem Titel Geistlicher Rat. Durch sein Mittun wurde 1895 der Raiffeisenverein Deining gegründet. 1897 konnte Pfr. Geidtner unter Anteilnahme zahlreicher Priester und der ganzen Pfarrgemeinde sein Goldenes Priesterjubiläum feiern. Zu diesem Anlass erhielt er das Ehrenkreuz des K. Ludwigordens. Nach der Jubiläumspredigt und dem Te Deum stieg er noch einmal selbst auf die Kanzel und sprach dort sein Leitmotiv: Ehre gebührt allein Gott. Gelobt sei Jesus Christus. Zehn Jahre später konnte Pfarrer Martin Geidtner noch sein Diamantenes Priesterjubiläum feiern. Sein langes Priesterleben endete am 5. März 1912.

32 Johann Baptist Götz war von 1912 bis 1929 Pfarrer von Deining. Er wurde am 19. Dezember 1881 als Sohn des Schreinermeisters Sebastian Götz in Neumarkt geboren. Er studierte in Eichstädt und wurde 1907 zum Priester geweiht. Seine Priesterstationen waren Großenried, Weinberg, Fiegenstall, Kinding und Wemding, bevor er vom Stadtmagistrat Neumarkt am 2. Mai 1912 auf die Pfarrei Deining präsentiert und durch den Generalvikar Dr. Triller zum 1. Juli 1912 investiert wurde. Während seiner Amtszeit versuchte Pfarrer Götz immer wieder einen Kirchenumbau durchzusetzen, auch 1914 bestand diese Absicht. Leider wurde dieses Vorhaben durch Uneinigkeiten und letztendlich durch den Ausbruch des ersten Weltkriegs verhindert. Nach Kriegsende 1918 sank der Wert des Geldes und es kam wieder nicht zum Kirchenumbau, auch nach der Inflation 1925 verliefen alle Versuche im Sand und der Pfarrer hatte keine Kraft mehr, dieses Projekt umzusetzen. 1929 verließ Johann Baptist Götz Deining, um seine neue Pfarrstelle in Ornbau anzutreten. Verstorben ist er am 25. April 1954 in Ursberg.

33 Franz Xaver Lederer war Seelsorger in Deining von 1929 bis 1949. Er wurde geboren am 10. November 1893 in Ornbau, als Sohn der Zimmermannseheleute Johann und Anna Maria Lederer. Er besuchte die Volksschule in Ornbau und trat mit 12 Jahren an das Gymnasium Eichstätt über, das er 1914 absolvierte. Eine Unterbrechung seines Studiums brachte von 1915 bis 1918 der erste Weltkrieg, den er als Soldat und später als Offizier mitmachte. Von 1918 bis 1921 setzte Lederer sein Studium in Eichstätt fort, dem am 29. Juni 1921 die Priesterweihe folgte. Sein weiterer Priesterweg führte ihn nach Raitenbuch, Weißenburg und Eichstätt. Ab 1929 folgten 20 Jahre segensreiches Wirken als Pfarrer von Deining. Die Deininger Pfarrkirche wurde erweitert und der Neubau der Filialkirche Siegenhofen ist sein Werk. In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg bis 1949 entstand die Caritassiedlung. Auf Grund seiner Verdienste um das Wohl seiner Pfarrgemeinde ernannte ihn der Gemeinderat als ersten zum Ehrenbürger. 1949 wurde Pfarrer Lederer von Deining nach Freystadt versetzt und 1968 ging er in den Ruhestand. 1971 feierte der Priester sowohl in Freystadt als auch in Deining sein Goldenes Priesterjubiläum. Am 2. August 1977 endete sein irdisches Leben in Freystadt.

34 Matthias Breindl übernahm von 1949 bis 1976 die Pfarrstelle von Deining. Am 11. September 1910 wurde er in Weigersdorf geboren. Er besuchte die Volksschule in Pollenfeld, anschließend das Gymnasium in Eichstätt. Am 29. Juni 1938 erhielt Matthias Breindl aus der Hand des Bischofs Michael Rackl die Priesterweihe. Sein weiterer Weg führte ihn nach Berngau und St. Anna Neumarkt. Im Neumarkter Krankenhaus kümmerte sich der Geistliche um die Kranken und Sterbenden. Sein Pfarrhaus war während des Krieges Zufluchtsort für Verwandte und Notleidende. Ihm zur Seite stand immer seine Schwester und Haushälterin „Tante Kathi“. Sobald es die Kriegslage zuließ, ging es auch in Neumarkt an den Wiederaufbau der zerstörten Stadt. Unter Pfr. Breindl wurden das Pfarr-, Mesner- und Kolpinghaus, sowie der Kindergarten in der Bräugasse aufgebaut und waren ebenso sein Werk, wie die Wiederherstellung der beschädigten St. Johanneskirche. 1949 bezog Pfarrer Breindl die Pfarrei Deining, wobei er der letzte Priester war, der vom Stadtrat Neumarkt auf diese Pfarrei präsentiert wurde, bevor dieses Gremium für immer auf dieses Präsentationsrecht verzichtete. Auch in Deining war Pfarrer Matthias Breindl von einem ungeheueren Bauwillen beseelt. Seine Bitten bei den Gläubigen ermöglichten auch hier den erfolgreichen Aufbau. Der Ausbau des Altenheims St. Josef, der Kindergartenbau, die Errichtung des St. Annaheims gehörten zu seinen Bauvorhaben. Alle Kirchen der Pfarrei wurden innen und außen restauriert oder neuerbaut, die Leichenhäuser und Friedhöfe gebaut oder umgestaltet. Das alte Ökonomiegebäude des Pfarrhauses verwandelte sich durch einige kleine Zimmer und einem großen Saal mit Bühne, zum Pfarrheim, dessen Räume auch jahrelang für Schulunterricht bereitgestellt wurden, bis die Verbandsschule ihrer Bestimmung übergeben werden konnte. Für all diese Verdienste wurde Pfarrer Matthias Breindl 1970 zum Ehrenbürger Deinings ernannt. 1976 empfing er das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Bei allen Festen und Feiern verteilte der Seelsorger unzählige Bonbons, Bleistifte und Plätzchen (von Tante Kathi in Unmengen gebacken) an alle Kinder. Nicht zu Unrecht wurde er deshalb auch Bonbon- und Baupfarrer genannt. 1992 verstarb Pfarrer Matthias Breindl in Neumarkt und wurde am 4. September 1992 in Deining beerdigt.

35 Willibald Brems wurde zum 1. August 1976 zum Pfarrer von Deining ernannt. Er war den Gläubigen kein Unbekannter, denn 1963 war er bereits als Kaplan in der Pfarrei Deining. Willibald Brems wurde am 18. Januar 1938 in Rapperszell geboren. Am 29. Juni 1963 weihte ihn Bischof Josef Schröffer zum Priester. Seine Seelsorgestellen waren Wassertrüdingen, Deining, Königstein, St. Willibald Eichstätt, Fünfstetten und Wallfahrtskirche Wemding. Ein herzlicher Empfang wurde dem neuen Pfarrer zuteil, als er seinen ersten feierlichen Gottesdienst zelebrierte. Sehr viele gesellige Neuerungen wurden durch Pfr. Brems zu festen Bestandteilen des Deininger Jahreslaufs, wie z.B. der Neujahrsempfang, Kirchenmäuseball, Pfarrfeste und Pfarrwallfahrten, die immer durch die Dichtkunst des Seelsorgers bereichert wurden. Viele Bauvorhaben konnte er tatkräftig umsetzen. Die Ernennung zum Pfarrer von Pleinfeld trat am 1. März 1990 in Kraft. Im Juli 2003 konnte Pfr. Brems dort sein 40-jähriges Priesterjubiläum feiern.

36 Franz Mattes wurde 1949 in Hepberg geboren und wuchs dort auf. Vor seinem Theologiestudium absolvierte er eine Lehre als Maschinenschlosser. Nach seiner Priesterweihe 1977 war er Kaplan in Neumarkt und Pleinfeld. 1981 übernahm er die Leitung des Bischöflichen Seminars St. Willibald in Eichstätt. Ab 1986 wurde er Domvikar und Mentor für die Religionspädagogen und Laientheologen an der Kath. Universität Eichstätt. Mit Wirkung zum 16. Juli 1990 ernannte Bischof Karl Braun, Franz Mattes zum Pfarrer von Deining, Großalfalterbach und Döllwang. Im Rahmen eines Festgottesdienstes wurde Pfarrer Franz Mattes am 23. Juli 1990 offiziell in sein neues Amt eingeführt. Fast ganz Deining war in der Kirche anwesend, um den neuen Seelsorger bei seiner Installation beizustehen. Bereits am Freitagabend waren ca. 400 Gläubige zum Empfang von Franz Mattes zur Bahnhofstraße gekommen. Eine zusätzliche Aufgabe bekam er 1994, als er den Auftrag annahm, Landvolkpfarrer des Bistums zu sein. Seine Zeit in Deining endete bereits nach sieben Jahren, als Pfr. Franz Mattes im Oktober 1997 zum Domkapitular und zugleich zum Dompfarrer von Eichstätt ernannt wurde.

37 Wolfgang Jäger wird zum 1. November 1997 zum Pfarrer von Deining ernannt. Am 18. Januar 1998 fand die feierliche Begrüßung statt. 2009 feierte Wolfgang Jäger, mit einem großen Festtag, sein 25jähriges Priesterjubiläum in Deining und erzählte dabei einiges aus seinem Leben. Er wurde am 13. November 1958 in Biederbach geboren, als ältestes von sechs Kindern. Er besuchte in Wolframs-Eschenbach die Grundschule, danach kam er in das Internat mit Gymnasium nach Eichstätt. In der 13. Klasse kam langsam der Wunsch auf, Priester zu werden. Nach dem Abitur begann er sein Theologiestudium, das er in Rom fortsetzte. Dort fiel dann die Entscheidung, das Studium in Eichstätt weiterzuführen und mit der Priesterweihe zu vollenden. Am 30. Juni 1984 wurde Wolfgang Jäger von Bischof Karl Braun zum Priester geweiht. Sein Weg als Kaplan führte ihn nach Velburg, Nürnberg-Langwasser und Weißenburg. 1989 wurde er Pfarrer von Huisheim, Gosheim und Mündling, bevor er nach Deining berufen wurde. Vor allem bei Rom-Reisen mit Angehörigen der Pfarrgemeinde konnte er seine Sprach- und Ortskenntnisse und sein großes Wissen einsetzen. 2013 nahm Pfr. Wolfgang Jäger Abschied von Deining und zog in seine neue Pfarrei Roßtal.

38 Norbert Zawilak wurde 1992 für die Diözese Oppeln zum Priester geweiht. Er war von 2013 bis März 2015 Pfarrer von Deining. Der Ruhestandspfarrer Clemens Bombeck übernahm von März bis September die drei Pfarreien Deining, Döllwang und Waltersberg als Pfarradministrator.

39 Michael Konecny wird zum 1. September 2015 als Pfarrer von Deining ernannt. Bei der offiziellen Einführung am 4. Oktober begleiteten Dekan Monsignore Richard Distler und elf weitere Geistliche, Michael Konecny zum Altar. Der Dekan überreichte ihm bei der Installation symbolisch den Kirchenschlüssel. Eine große Schar von Gläubigen hatte sich zu diesem Festgottesdienst eingefunden, um ihren neuen Seelsorger zu begrüßen. Pfarrer Michael Konecny gab der Pfarrgemeinde bei seinem Schlusssegen folgende Worte mit auf den Weg: Unsere Kirche ist und bleibt eine Dauerbaustelle. Bauen wir zusammen an der Kirche Jesu Christi.

Benezfiziaten der Kirchengeschichte

 

1879 wurde in Deining ein Kooperator-Benefizium errichtet. Das bedeutete, dass der dafür bestimmte Kaplan, unter Leitung des jeweiligen Pfarrers, Aushilfe bei der Seelsorge in der Pfarrei Deining leisten musste. Insbesondere war die Aushilfe im Beichtstuhl, bei der Abhaltung von Amt, Predigt, Christenlehre, Andachten, Prozessionen, Taufen, Trauungen, Beerdigungen und Religionsunterricht in der Schule, im Wechsel mit dem Pfarrer, gefragt. Der Benefiziat verfügte über ein eigenes Wohnhaus, das vom Pfarrhaus unabhängig und Eigentum der Pfründestiftung war und verwaltete selbst einen bereitstehenden Fond. Hauptwohltäter dieser Stiftung war Michael Geißler. Die Besetzung des Benefiziums geschah durch den Bischof. Die Benefiziaten waren Kapläne, die meist zwei, drei oder mehrere Jahre in Deining blieben. Es kam auch vor, dass ein Kaplan, der direkt dem Pfarrer unterstellt war und im Pfarrhaus wohnte, als Benefiziat bestimmt wurde und in das Benefiziatenhaus umzog und die damit verbundenen Bestimmungen befolgte und vielleicht nach zwei Jahren wieder in das Pfarrhaus als Kaplan einzog. Der Titel Benefiziat bezeichnet heute einen Priester, der nicht im Pfarrhaus wohnt, aber in der Pfarrei mithilft. Die Bezahlung erfolgt nicht mehr über die ursprünglichen Stiftungen.

1 Peter Mayer 1877 bis 1880. Er kommt von St. Walburg und geht nach Waltersberg. Er war der erste wirkliche Benefiziat in Deining, bis er 1880 zum Pfarrer von Waltersberg ernannt wurde.

2 Anton Plank 1880 bis 1884. Er geht nach Hausheim.

3 Martin Schwenninger 1885 bis 1888. Er kommt von Heng und geht nach Staadorf.

4 Franz X. Reichmeyer 1888 bis 1892. Kommt von Gundelsheim.

5 Joseph Grob 1892 bis 1893 Er kommt von Pfahldorf und geht nach Edelsfeld. Dort bleibt er ein Jahr und kommt von 1894 bis 1895 nochmals nach Deining.

6 Georg Wechsler 1893 bis 1894. Er war zuvor bereits ein Jahr in Deining Kaplan und ging dann nach Erasbach. 7 Joseph Wolf 1895 bis 1899. Er kommt aus Berngau und geht nach Mühlhausen.

7 Joseph Wolf 1895 bis 1899. Er kommt aus Berngau und geht nach Mühlhausen.

8 Anton Gerngroß 1899 bis 1900. Er übernimmt als Deininger Kaplan diese Benefiziatenstelle und geht danach nach Eichstätt.

9 Ferdinand Maria, Freiherr von Papius 1900 bis 1902. Er kommt aus München und geht nach Lutzmannstein.

10 Martin Lechner 1902 bis 1904. Er kommt von Arberg und geht nach Hörmannsdorf.

11 Johann Baptist Hutter 1904 bis 1905. Kommt von Kevenhüll und geht nach Beilngries.

12 Stanislaus Donaubauer 1905 bis 1909. Er war bereits ein Jahr als Kaplan in Deining, bevor er hier Benefiziat wurde. 1909 wurde er Pfarrer von Günching. Stanislaus Donaubauer wurde am 13. Juni 1878 in Buxheim geboren und 1903 zum Priester geweiht. Seinen Lebensabend verbrachte er als Hausgeistlicher im Annaheim Deining. Am 5. Dezember 1964 verstarb er und fand seine letzte Ruhestatt auf dem Friedhof in Deining.

13 Karl Ettle 1909 bis 1910. Kommt von Breitenbrunn und geht nach Lengenfeld. Er wurde am 1. April 1878 in Wolkertshofen geboren. 1906 wurde er zum Priester geweiht und 1909 als Benefiziat nach Deining berufen. Ab 2. März 1914 übernahm er die Pfarrei Döllwang. Die Gemeinde Döllwang ernannte ihn zu seinem 80. Geburtstag zum Ehrenbürger. Die harten Zeiten zweier Weltkriege musste der Priester in seiner Pfarrei erleben. Bis zu seinem Tod am 6. Februar 1960 blieb er Döllwang treu, das ihm 46 Jahre Heimat war.

14 Georg Schlamp 1910 bis 1912. Kommt von Waldkirchen und geht nach Illschwang.

15 Josef Karl 1913 bis 1916. Kommt von Veitsaurach und geht nach Heimbach.

16 Josef Zirngibl 1916 bis 1918. Kommt von Breitenthal und geht nach Heng.

17 Karl Butz 1918 bis 1921. Kommt von Dollnstein und geht nach Lengenfeld.

18 Franz Schneeberger 1924 bis 1927. Kommt von Neumarkt und geht nach Klapfenberg.

19 Sebastian Lutz war 1927 nur ein paar Monate in Deining. Kommt von Eibach und geht nach Habsberg.

20 Michael Lindner 1928 bis 1929. Kommt von Thann und geht nach Laaber.

21 Franz Sand 1929 bis 1930. Kommt von Weißenburg und geht nach Schernfeld.

22 Andreas Mayer 1930 bis 1933. Kommt von Hilpoltstein und geht nach Veitsaurach.

23 Andreas Stöcklhuber kommt 1933 von Denkendorf und geht drei Monate später nach Wappersdorf. Nach seiner Priesterweihe war er 1925 bereits ein Jahr als Kaplan in Deining.

24 Albert Naß 1933 bis 1937. Er war bereits ein Jahr Kaplan in Deining, übernahm dann vier Jahre die Benefiziatenstelle und blieb danach noch einmal ein Jahr als Kaplan in Deining.

25 Kaspar Bauernfeind 1937 bis 1939. Er war bereits drei Jahre als Kaplan in Deining, bevor er zwei Jahre Benefiziat war.

26 Josef Grabmann war 1937 für zwei Wochen Benefiziat in Deining. Er kommt aus Kipfenberg und geht nach Ingolstadt.

27 Michael Holzschuh 1939 bis 1940 und 1945 bis 1948. Er hatte seine erste Kaplanstelle 1938 in Deining, bis er hier 1939 Benefiziat wurde. Von 1940 bis 1945 wurde er zum Kriegsdienst einberufen und blieb danach noch einmal drei Jahre als Benefiziat in Deining.

28 Leo Mergel 1946 bis 1949. Kommt aus Gaimersheim und geht nach Möhren.

29 Johann Stieglbauer 1949 bis 1953. Er wurde am 15. Dezember 1904 in Tankham geboren. Nach seiner Schulzeit erlernte er und übte 13 Jahre lang den Beruf eines Friseurs aus. Als 27jähriger trat er ins Spätberufenenseminar in Fürstenried ein. 1948 erhielt er die Priesterweihe. Seine ersten fünf Priesterjahre verbrachte er in Deining. Ein Jahr als Kaplan und vier Jahre als Benefiziat.

30 Otto Obergruber 1953 bis 1957. Kommt aus Stein und geht nach Oberweiling.

31 Martin Pauleser 1957 bis 1958. Kommt aus Lauterhofen und geht nach Morsbach.

32 Franz Scherpf 1958 bis 1966. Kommt aus Hilpoltstein und geht nach Pilsach.

Franz Scherpf wurde am 22. August 1926 in Dietfurt geboren, wo er auch sechs Jahre die Volksschule besuchte. Von 1939 bis 1943 war er Schüler des Gymnasiums in Eichstätt. Von 1943 bis 1944 tat er Dienst als Luftwaffenhelfer in München. In dieser Zeit schloss er auch den Besuch des Gymnasiums ab. Nun musste er als Infanterist in den Krieg und kam von 1945 bis 1949 in russische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Heimkehr studierte er in München und Eichstätt und wurde 1955 durch Bischoff Josef Schröffer zum Priester geweiht. 1958 kam Franz Scherpf als Benefiziumsprovisor nach Deining, bis er 1966 Pfarrer von Pilsach wurde. Zu seiner Deininger Zeit lernte er wöchentlich mit allen Schulkindern, die Lieder vom Gotteslob. Dafür stand jeden Samstag im Pfarrheim, die Mittagsstunde von 11 Uhr bis 12 Uhr als Übungszeit zur Verfügung.

Franz Scherpf war der letzte Benefiziat in Deining, der noch tatsächlich die ursprünglichen Bestimmungen des Kooperator-Benefiziums von 1879 ausübte.

Mühlen an der Weißen Laber

von Ingmar Nowak, Mai 1998

Von den drei Quellen oberhalb der Wallfahrtskirche Lengenbach bis zur Mündung in die Altmühl bei Dietfurt fließt die Weiße Laber, oder auch „Deininger Laber“ genannt. So klein dieser Fluss auch ist, muss er auf seinem Weg doch schwer arbeiten, denn nicht weniger als 18 Mühlen und Sägewerke wollen angetrieben werden:

Die Arzthofener- und Siegenhofener Mühle, die beiden Deininger Mühlen Rossa- und Untermühle, die Straussenmühle, die Laaber-, Sippl-, Bäcker- und Kreismühle, welche jetzt zu Deining gehören. Bis zur Landkreisreform 1972 lagen diese Waltersberger Mühlen im Landkreis Beilngries. Es folgen die Biermühle, die Ritzermühle und die drei Holnsteiner Mühlen, die Felsmühle vom Sollerbach gespeist, die Lenzen- und die Buttermühle, die jetzt zu Berching gehören. Weiter geht es mit der Vogel- und Erbmühle, die nach Breitenbrunn gehören. Die Staadorfer-, Unterbürger- und Hausmühle, die zur Stadt Dietfurt gehören, bilden den Abschluss.

Freilich ist von vielen nur noch der Name geblieben, seit das Mehl in Großbetrieben ohne jede Romantik erzeugt und vermarktet wird. Manche liefern mit ihrer Wasserkraft noch elektrischen Strom an die OBAG (jetzt e.on), oder haben als Sägewerk überlebt. Das erste Mühlensterben im Landkreis Neumarkt, wo einst 129 Mühlen arbeiteten, begann schon nach dem Bau des Ludwigskanals, als vielen Mühlen das Wasser durch Einleitungen in den Kanal abgegraben wurde. Die zweite Welle kam in den Jahren 1950 bis 1960, als die noch verbliebenen Müller mit der Konkurrenz der Kunstmühlen nicht mehr Schritt halten konnten und ihre Konzession abgaben.

Walter Schimek, ehemaliger Lehrer und Gemeindearchivar, hat die Geschichte  unserer Dorfschulen sorgfältig erforscht und genauestens aufgeschrieben. Diese Aufzeichnungen sind nun die Grundlage für diesen neuen Archivbericht, der in der nächsten Zeit über das Gemeindeblatt und die Internetseite der Gemeinde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Zur allgemeinen Verständlichkeit hier einige Vorbemerkungen:

Lehrer hatten bis ca. 1830 keine besonderen Vorbildungen für diesen Beruf. Sie wurden von einem Schulmeister in einer Art Lehre angelernt und durften sich danach „Schulmeister“ nennen. Das Gehalt des Lehrers reichte selten für den Lebensunterhalt und so hatten diese meist noch einen anderen Beruf, wie z.B. Schneider, Schuhmacher usw., oder sie waren für die Kirche als Mesner, Vorsänger, Orgelspieler, Glockenläuter, Leichenbitter und Totengräber tätig. Sie bekamen daher als Lohn auch sogenannte „Läutgaben“. Jeder Schüler musste ein Schulgeld, in Form von Getreide oder Lebensmittel, wie z.B. Brot, Eier, Fleisch, zahlen. Der Unterricht wurde in manchen Orten anfangs nur im Winter gehalten, da die Kinder im Sommer daheim mithelfen mussten. In der Anfangsgeschichte lehrte man in der Schule: das Lesen in der Bibel, Singen von religiösen Liedern und auswendig Lernen des Katechismus, erst später ab ca. 1730 kam noch Rechnen hinzu.  Ein eigenes Schulhaus war ebenfalls anfangs  nicht vorhanden. Die Schulmeister, oder auch Mesner genannt, unterrichteten in ihrer eigenen Wohnung. Jährlich besuchten Inspektoren diese Lehrstunden und verfassten darüber einen Visitationsbericht, der an die Gemeinde und die Schule geschickt wurde und nun für Nachforschungen eine wahre Fundgrube darstellen.

Die Schulgeschichte der einzelnen Dörfer wird jeweils mehrere Fortsetzungen haben.

1592 ein Schulmeister Engelhard wird erwähnt.

1601 bei einer Visitation wird noch keine Schule genannt.

1602 Visitationsbericht: Die Kinder werden zur Schule nicht fleißig angehalten.

1620 Fassion der Schulstelle: 9 Orte eingeschult, Einkommen des Lehrers: 13fl 12kr und 6 Metzen Getreide.

1629 Visitationsbericht: Schulhaus sehr baufällig, Gemeinde will nichts tun und der Heiling (Kirche) kann nicht.

1643 der neuernannte Schultheiß zu Neumarkt liefert einen ausführlichen Bericht an die Kgl. Regierung: Die Kinderlehre werde durch den Pfarrer zu Deining fleißig gehalten, es geschehe dies aber nur bei den Haupt- oder Mutterpfarrkirchen.

1657 Regierung in Amberg genehmigt mit Zustimmung des Generalvikars zur „Erbauung des zu Grunde gegangenen Schulhauses in Deining“ aus dem Deininger Frühmessholz 25 Stämme unentgeltlich. Nach dem Bericht des Heiligverwalters sind aber 45 Stämme und 100 Latten notwendig, für andere Materalien 19fl 44kr., für Bezahlung der Handwerkersleute 59fl 15kr. Auch diese Kosten sollen verteilt auf die einzelnen Gotteshäuser übernommen werden.

1688 Visitation: Der Schulmeister ist gut und verständig, hat im Winter 60 Schüler, aber kein Schulhaus vorhanden. Von der Kirche erhält er 8fl, 16 Metzen aus Läutgarben, 2 Tgw. Wiesen, von jedem Kind pro Quartal 25kr. Accidentien 20fl. Professio fideo hat er nicht abgelegt.

1688 Es wird ein neues Schulhaus in Deining im Friedhof über den Gräbern erbaut. Da der im Friedhof wohnende Mesner seinen Vorplatz allzu sehr ausdehnt, verlangt der Visitator, dass um das Haus herum ein Platz abgegrenzt werde, den er nicht überschreiten darf. Der Lehrer ist „hinreichend gelehrt“, vom Generalvikar aufgenommen, hat professio fideo abgelegt und hat im Winter ca. 50 Knaben. Einkommen: von jedem Kind vierteljährig 15kr Schulgeld, von der Kirche 17fl und 8 Metzen Getreide auf Anordnung der Amberger Regierung, 3 Kl. Holz. Die Kinder von Mittersthal, Tauernfeld und Siegenhofen kommen hierher in die Schule.

1706 Visitation: Lehrer halten Schule, die zugleich das Schneiderhandwerk ausüben und geringe Besoldung genießen.

1726 Visitationsbericht: Schulhaus will auf einer Seite einfallen.

1739 Visitationsbericht: Schulmeister steht schlecht da, hat nichts als das eine Äckerlein, doch guten Leumund und hält guten Unterricht.

1766 Bezüge des Lehrers sehr gering, 8 Metzen Korn und 10fl Stolarien. Lehrer ohne Handwerk, Musiker, aufgenommen von Pfarrer und Regierung.

1766 Das Haus des Mesners und Schullehrers ist Eigentum  der Kirche und sie hat auch die Baulast.

1770 reicht der Lehrer ein Bittgesuch um mehr Einkommen  an die Churfürst. Regierung in Amberg ein, das auch vom Pfarrer Zinckl und dem Kirchenverwalter von Neumarkt unterstützt wird. Der Lehrer erhält 12fl 30kr und 8 Metzen Korn. Dafür muss er nicht nur die Kinder im Lesen und Schreiben unterrichten sondern auch zur Erwärmung der Schule Holz besorgen, Kirchenwäsche machen, die Reinigung der Kirchen (auch der Filialkirchen) erledigen. Wobei die Filialkirchen nichts zahlen wollen. Da er aber das alles nicht alleine machen kann, muss er auch noch andere Gehilfen bezahlen.

1770 die Churfürstl. Regierung in Amberg bewilligt dem Lehrer rückwirkend 12 Metzen Korn Neumarkter Maß von den Gotteshausgetreiden der Filialen.

Nachdem der Lehrer aber von den bewilligten 12 Metzen nur 7 Metzen erhalten hat, wird das Landheiligamt Neumarkt aufgefordert, die restlichen 5 Metzen Korn dem Lehrer zukommen zu lassen.

1772 stellt Pfarrer Zinckl  das Ansuchen, das Schulhaus zu reparieren, denn es ist unmöglich, dass es bewohnt werden könne.

1773 bittet der Lehrer erneut um Einkommensverbesserung und erhält eine Pacht von 2 Äckerlein auf 6 Jahre.

1776 Bericht über den Zustand des Schulhauses: Es ist seit 40 Jahren keine Reparatur gemacht worden. Der Ofen ist unbrauchbar, in der Gehilfenstube liegt kein einziges Brett mehr, das nicht angefault ist. Darin sollen über 100 Kinder unterrichtet werden, die so viel Schnee in das Zimmer tragen, dass zuweilen der Morast ärger als auf der Gasse ist. Die Fenster sind sehr schlecht, da bereits beim Schulhausbau die alten schlechten Bleifenster der Kirche genommen wurden.

1780 Pfarrer Yberl stellt erneut ein Ansuchen an die Churfürstl. Regierung: In dem hiesigen Schulhause zeiget sich, dass nach der Besichtigung des Zimmermeisters die Bretter in zwei Kammern, wie auch drei Türstöcke nebst den Türen gänzlich verfault seien, dass also eine Ausbesserung notwendig sei. Da aber hiesiges Gotteshaus mit keinem eigenem Holzwuchs versehen, auch gänzlich verschuldet ist, bitten wir dass die fünf nötigen Bäume aus dem Pfarrholz von Helena genommen werden dürfen.

1780 erfolgt die Genehmigung, dabei gibt es aber zuerst Schwierigkeiten. Der Forstmeister von Helena verweigert zunächst die Herausgabe der fünf Bäume, muss aber dann trotzdem das Holz liefern.

1789 muss das Dach des Schulhauses erneuert werden.

1794 Visitation: Bei der Christenlehre wurden die Kinder sowohl durch Visitator als auch durch Pfarrer ausgefragt, die gestellten Fragen wurden einzeln und auch gemeinschaftlich beantwortet. Die Kleinen haben nicht nur auswendig gelernt, sondern auch gründlich erlernt. Schulgang im Sommer wird sehr vernachlässigt. Kaplan Auerbach hat die Abteilung in Klassen eingeführt. Lehrer hat 13fl Fixum, 8 Metzen Korn, 3Kl Holz, alles von der Kirche bezahlt. Ansonsten nur das Schulgeld. Er singt und schlägt die Orgel, kann kein Handwerk.

1803 bekommt die Schule einen neuen Ofen für 31fl 30kr, davon muss die Hälfte die Gemeinde bezahlen.

1806 wird nach vielen Bitt-Gesuchen, dem Lehrer für Waschung der Kirchenwäsche zusätzlich zu seinem Gehalt von 6fl, noch 8fl 30kr zugestanden. 

1811 Beschreibung der Schulgründe Deining: ¾ Tgw. Feld, gewender Acker genannt, 5/8 Tgw. Holz bei Lengenbach in der Wolfsgrube, 1/8 Tgw. Holz im Brennberg im Moose, 1/10 Tgw. Moosiges Wiesfleckl auf dem Scharten Anger.

1808 verfügt Pfarrer Yberle in seinem Testament: der Schule, hauptsächlich aber zum Unterrichten armer Kinder vermache ich die Ziegelhütte, die ich aus meinem Vermögen habe erbauen lassen.

1814 wird die der Schule Deining angehörige Ziegelhütte um 201fl verkauft. Davon wurden sogleich 100fl bezahlt, die weiteren 101fl sollten in drei Raten bezahlt werden.

1816 Ausgaben für das neue Schuljahr: Unter anderem wurden für die Feiertagsschüler 30 Stück Neue Testamente für 18 fl  erworben, Fibeln und Biblische Geschichtsbücher für arme Kinder im Wert von 6 fl.

1820 der Lehrer erhält für arme Kinder aus dem Schulfond 21 fl 30 kr.

1822 Jahresbericht: die Pfarrschule Deining besteht aus folgenden Ortschaften: Deining mit 64 Familien, Leutenbach 31, Mittersthal 38, Unterbuchfeld 24 Familien, Waltershof 2, Straußmühle und Roßamühle.

Katechet ist in der Pfarrschule der Pfarrer.

Der Lehrer Michael Puff ist 54 Jahre alt und Vater von 7 Kindern. Er ist sehr tätig, verdient gemäß seiner Befähigung die erste Note in der II. Klasse. Sein sittliches Betragen ist vorzüglich, er genießt die Achtung und Liebe der Kinder und ihrer Eltern und verdient Lob besonders bezüglich der Obstbaumkultur.

Schulgehilfe war in diesem Jahr Joseph Blomenhofer als Schulexpektant. Er war sehr fleißig, verdient gemäß seiner Befähigung die erste Note in der II. Klasse, machte in Erledigung der ihm nötigen Wissenschaften sehr große Fortschritte und hatte ein vorzügliches Betragen.

Schulpflichtige Knaben 72, Mädchen 52.

Unterrichtszeiten: im Winter von 8 Uhr bis 11 Uhr und von 12 Uhr bis 15 Uhr. Im Sommer von 8 Uhr bis 10 Uhr und von 12Uhr bis 14 Uhr.

Unterrichtsfächer: Religionslehre, Lesen, Schön- und Rechtschreiben, Rechnen, Naturgeschichte, Obstbaumzucht.

Die Lehrbücher waren in der I. Klasse: die ABC Fibel, Unterricht von Gott. In der II. Klasse: Biblische Geschichte, Evangelium, Katechismus, Rechenkunst.

Das Schuljahr beginnt am 1. Oktober und endet am 31. Juli. Ferien sind vom 1. August bis 30. September.

Eine Prüfung und Preisverteilung war dieses Jahr nicht; dagegen wurde von der Lokalschulinspektion am Ende der Winterschule (Ende April) eine besondere Prüfung in der Religionslehre vorgenommen und an die fleißigen Kinder verschiedene Geschenke verteilt.

Im Ganzen muss die Lokalschulinspektion sowohl den Fleiß des Lehrers und seines Gehilfen, als auch den Fleiß, das gute Betragen und den regen Eifer der Werktagsschüler rühmen; obwohl zur Winterzeit die schlechten Schulwege den Unterricht für sie sehr erschwerten.

Die Feiertagsschule wird für die ca. 80 Schüler nach dem Sonntagsgottesdienst gehalten. Gelehrt wird Religion mit Erklärung des Evangeliums, Schön- und Rechtschreiben, Tafel- und Kopfrechnen, Vorlesen guter Bücher.

Das Schulhaus: die 2 Lehr- und 1 Wohnzimmer sind von einander getrennt. In den Lehrzimmern befinden sich Wandfibeln, die Linealmaschine, 2 schwarze Tafeln mit Gestell, Giftpflanzenabbildungen mit Beschreibung und die nötigen Bänke. Das Haus ist jetzt gut beschaffen und bedarf keiner Reparatur.

1830 der Lehrer Michael Puff reicht ein Gesuch an die Kgl. Regierung ein. Darin bittet er die Verantwortlichen um Unterstützung durch einen Zweitlehrer. Sein Sohn Karl wäre nach seiner Lehrerausbildung bereit, diese Stelle zu übernehmen.

1832 Das Kgl. Landgericht befürwortet zwar das Ansuchen des Michael Puff mit der Begründung, dass der Lehrer bereits 48 Jahre zur allgemeinen Zufriedenheit sein Amt ausübt und dass sein Sohn Karl seit fast neun Jahren seinen Vater im Amt unterstützt. Allerdings wird der Sohn weiterhin nur als Gehilfe geduldet.

1835 der Lehrerssohn Karl verstirbt, ohne als Lehrer anerkannt zu werden.

1836 Visitationsbericht: Bei den letzthin vorgenommenen Schulprüfungen fanden sich hie und da einige Schulpflichtige von 12 und 18 Jahren, deren Entlassung wegen Mangel an Religionskenntnissen nicht zugegeben werden konnte. Die Nachprüfung muss vor den anderen Schülern stattfinden. Es soll auch darauf geachtet werden, dass jedes Kind täglich in der Schule anwesend ist, wenigstens eine Stunde.

1836 am Schulhaus sind mehrere Baureparaturen notwendig und sollen noch während des Sommers erledigt werden.

1839 erhalten die Deininger Lehrer von der Lokalschulinspektion den Auftrag, die Schüler zur Reinlichkeit zu erziehen.

1840 Visitationsbericht: Es besteht eine Schule in Deining, wozu Leutenbach, Tauernfeld, Winnberg, Großahof, Unterbuchfeld, Waltershof, Mittersthal, Roßamühle und Staußmühle gehören. Werktagsschüler 120, Feiertagsschüler 113.

1842 der Schul-, Mesner- und Organistendienst wird neu ausgeschrieben, obwohl der aktuelle Schulleiter noch im Amt ist: „Das reine Einkommen des Schullehrers besteht in 435fl und 42 4/5 kr, wovon jedoch an den 73 Jahre alten pensionierten Lehrer jährlich 120fl abzugeben sind.“

1842 Lehrer Michael Puff musste diese seine Entlassung aus der Zeitung erfahren und ist außer sich, da er sich nicht im Stande fühlt, nach 56 Dienstjahren von 120fl seine Familie zu ernähren und von dem Geld auch noch Wohnung, Kleidung und Holz zu bezahlen. Er klagt, dass er in seinem Alter und nach so vielen Dienstjahren und gewissenhaftem Arbeiten nun betteln gehen muss. Deshalb führt er erneut in einem Gesuch seine Verdienste um Deining auf: 1. Er hat 1796 bei der Schlacht um Deining unter Einsatz seines Lebens, alle kostbaren Gefäße und Paramente aus der Kirche gerettet, obwohl das Gebäude unter beständigem Feuer der Feinde stand und bereits der Pfarrhof in Brand gesteckt war. 2. War er der erste, der durch Wort und eigenem Beispiel den Erfolg erzielen konnte, dass 1802 die Kuhpockenimpfung erstmals in Deining eingeführt werden konnte.

Trotz dieser und anderer Verdienste fand Lehrer Michael Puff bei der Kgl. Regierung   kein Gehör und musste weiterhin von dem geringen Einkommen sein Leben fristen.

1845 bei der Schulprüfung haben die Kgl. Distrikts-Schulbehörden bei Besichtigung des Schulhauses den Eindruck gewonnen, dass dieses sich in sehr schlechtem Zustand befinde und ein Neubau erwünscht wäre.

1846 die Gemeinde Deining und Lehrer Georg Schiele schreiben wegen des Schulhausumbaus ihre verschiedenen Einwände an die Kgl. Regierung. Der Schullehrer merkt an, dass im alten Schulhaus sehr wenig Platz ist und dasselbe in sehr schlechtem Zustand ist. Er ist deswegen für den Neubau. Die Gemeinde plädiert dafür, dass der kostspielige Neubau unterbleiben soll und die Distriktschulinspektion hat diesem Belange beigepflichtet.

1847 die Pläne für ein neues Schulhaus haben sich inzwischen als große Streitsache zwischen Lehrer und Gemeinde entwickelt. Der Lehrer hat sich diesbezüglich zu einem persönlichen Streit mit dem Pfarrer hinreißen lassen und muss sich wegen seines ungehörigen Benehmens entschuldigen oder mit einer Anzeige rechnen.

1848 werden endlich kleinere Reparaturen am Schulhaus ausgeführt. Aber schon erfolgt eine Anzeige von einem Nachbarn. Er beanstandet, dass der „Abtritt“ auf die Straßenseite verlegt wurde, obwohl das ordnungswidrig ist. Überdies soll daneben ein „hölzener Schweinestall“ entstehen, welcher direkt vor seinem Kramerladenfenster stehen würde.

1849 Die Gemeinde bekommt eine Anweisung, diese Baumaßnahme sofort einzustellen  und das Geschehene rückgängig zu machen. Die Gemeinde reagiert erst nach einer Strafandrohung von 5 Talern. Nun soll ein schicklicher Platz für die Aufstellung des „Abtritts“ gefunden werden. Was nach langem Beraten scheinbar auch gelingt. Auf der Rückseite des Schulhauses soll ein Mauerdurchbruch geschehen und dort der  Abtritt angebaut werden, um bei Regen, Schnee und Kälte für mehr Bequemlichkeit bei den Schülern zu sorgen.

1850 lässt der Bau der umstrittenen Örtlichkeit immer noch auf sich warten.

1851 die Gemeinde Deining teilt dem Landgericht Neumarkt mit, dass der mehrjährige Streit um die Herstellung eines Abtritts zur Zufriedenheit aller Beteiligten durch die Bauausführung beigelegt wurde.

1855 Planungsgutachten der Werkmeister: das Schulhaus ist 43 Fuß (ein Fuß = ca. 30cm) lang, 38 Fuß breit, einstöckig gebaut und enthält zu ebener Erde ein großes Schulzimmer (26 Fuß lang, 16 Fuß breit. 8,5 Fuß hoch) für 80 bis 90 Kinder und einen kleinen Schulraum, Küche, Graskammer und Hornviehstall; unter dem Dach die Wohnung des Lehrers mit einem Wohnzimmer und einer Nebenkammer, eine Heize, ein Gastzimmer, Küche, Magdzimmer und Abtritt, alles verwinkelt und mit schrägen Wänden. In diesem Gebäude sind im Schulzimmer zwei Balken, welche abgefault sind, neu einzuziehen, wobei ein Stück Plafond notwendig wird; ebenso muss der alte, ohnehin schadhafte Fußboden in der Lehrerwohnung repariert werden. Das Fachwerk an den Wänden muss neu verputzt werden. Über dem Hornviehstall und der Graskammer sind statt der total verfaulten und dem Einsturz drohenden Balken, fünf neue einzuziehen. Die Fußböden im Gastzimmer, dem Vorplatz, im Magdzimmer und in der Küche müssen erneuert und die Wände verputzt werden. Am Dachstuhl sollen neue Sparren eingezogen und das Dach neu gedeckt werden. Der Kostenvoranschlag für diese Reparaturen beläuft sich auf 490 fl,  für eine Schulhausaufstockung auf 2780 fl. Diese Kosten müssen die zugehörigen Schulgemeinden zur Hälfte tragen, die andere Hälfte fällt auf die zugehörigen Kirchenstiftungen.

1855 Der Lehrer kämpft für einen Neubau, da der Zustand seiner Wohnung von einer Kommission als menschenunwürdige Spelunke, gesundheitsschädigend, unbrauchbar und feuergefährlich bezeichnet wurde, die Gemeinde leugnet den schlechten Zustand und ist strikt gegen den Neubau.

1856 geben die beiden Werkmeister, die das Gutachten ein Jahr zuvor erstellt haben,  gegenüber der Kgl. Bauinspektion zu, dass sie den Auftrag bekamen, um nur die leichten angegebenen Schäden aufzulisten, ohne auf weitere Bedürfnisse einzugehen.

1856 da nun das Kgl. Landgericht beschlossen hat, nach Aufstellung eines eigenen Gutachtens und nach Rücksprache mit den Werkmeistern, dass das Schulhaus saniert und aufgestockt werden muss, verzögern die zugehörigen Schulgemeinden weiterhin und behaupten, diese finanziellen Folgen nicht tragen zu können.

1857 der Schulhausumbau soll nun endlich beginnen. Allerdings ist zwar eine Wohnung für die Lehrerfamilie in der Nachbarschaft gefunden, aber keine Lokalität zur Abhaltung des Schulunterrichts. Es wird beschlossen, die Schule wegen des Neubaus ganz zu schließen.

1858 Die Kgl. Distriktschulinspektion ordnet aber an, dass im Falle kein anderes Lokal gefunden wird, der Schulunterricht in einem Gasthaus fortgesetzt wird. Da das genannte Gasthaus in sittlicher Beziehung einen sehr guten Ruf genießt, auch das Unterrichtszimmer von der Zechstube gänzlich abgesondert sein wird, auch die Schüler bei dem Ein- und Austritt leicht überwacht werden können, so ist wegen diesem Lokal für die Schuljugend nicht die mindeste Gefahr zu Exzessen vorhanden.  Nach mehreren Vorschlägen zu Gasthäusern wurde von den Behörden das Inhaus der Posthalterei Feihl als temporärer Schulort bestimmt.

1858 Ende Juni berichtet die Kgl. Baubehörde Neumarkt an das Landgericht Neumarkt, dass wegen einer Begutachtung an einer anderen Baustelle durch einen Fachmann, auch der Bau des Deininger Schulhauses besichtigt wurde. An diesem Tage waren die Vierungs- und Scheidemauern hergestellt, der Dachstuhl aufgesetzt und einfach gedeckt, der Stall gewölbt und gepflastert, dann der größere Teil der Weißdecken aufgelattet. Wegen Mangel an Ziegelmaterial und Decklatten waren in letzter Zeit nur wenige Maurer beschäftigt und deshalb wurde der Werkmeister aufgefordert, mehr Arbeiter aufzunehmen und die Arbeiten aufs eifrigste zu betreiben, was derselbe versprach.

Die Gemeinde zeigt an, dass der Schulhausbau Ende September beendet ist.

Ab 4. Oktober wurde im neuen Schulhaus (jetziges Kaplanhaus/Bücherei) wieder Schule gehalten.

1859 die Gesamtkosten des Neubaus beliefen sich auf 3156 fl 21 kr.

1859 der Schulunterricht in Deining ist auf ärztliche Anordnung wegen des im Schulhaus herrschenden Thyphus im Herbst eingestellt. Die Lehrerfamilie erkrankt ebenfalls schwer.

1860 Lehrer Schiele verstirbt im Januar des neuen Jahres an den Folgen der grasierenden Krankheit. Sein Sohn Josef, der als sein Nachfolger bestellt wurde, verstarb im März ebenfalls an Thyphus, im Alter von 18 Jahren. Die Schule bleibt bis Anfang März geschlossen. Bei der Wiedereröffnung derselben tritt ein anderer Sohn des verstorbenen Lehrers Schiele, nämlich Johann , seinen Dienst als Schulgehilfe in Deining an, deshalb kann die Lehrerswitwe weitere drei Jahre den Schul- und Mesnerdienst gegen Bezahlung und Wohnrecht ausüben.

1863 die Schulverwaltung Deining berichtet, dass das hiesige Schulhaus entsprechend in Stand gesetzt wurde, da ab Oktober der Lehrer Grünbaum seine Stelle im Hause antritt, Johann Schiele wird weiterhin als Gehilfe belassen, bis einen Monat später Schulgehilfe Berger diesen Dienst übernimmt.

1864 Schätzung des Schulhauses: das Deininger Schulhaus ist 44 Fuß lang, 38 Fuß breit, 2 Stock hoch, hat massive Vierungswände, Scheidemauern und enthält im  Souterrain einen gewölbten Keller. Ebenerdig befindet sich ein Fletz, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Speise. Der ebenfalls ebenerdige Kuhstall ist gewölbt, nebenan Futterkammer und der angebaute Abtritt. Über den ersten Stiegen liegen  Vorplatz, zwei Schulzimmer, Gehilfenzimmer, Gastzimmer und Kammern. Im Dachraum ist ein gebretterter  Dachboden und liegender Dachstuhl mit doppelt gedecktem Breitziegeldach. Der Stadel entstand aus einer ehemaligen Kapelle, 35 Fuß lang und 21 Fuß breit. Vierung massiv gemauert, Giebel mit Brettern verschalt, das Dach mit Breitziegeln einfach gedeckt, der Zustand ist gut. Der angebaute Schweinestall, gemauert und mit Brettern gedeckt. Alle Gebäude haben einen Wert von 5400 fl.

1867 der Lehrer von Deining in seiner Eigenschaft als Mesner hat folgende Bezüge an fixem Gehalt: Geld für Besoldung, sowie für Besorgung des Ewigen Lichts, Wäsche, Salz, Dochte 17 fl 15 kr, an Naturalien bezieht der Mesner 61 Läutgarben. Für Jahrtage, Ämter, Hl. Messen, Bruderschaftsgottesdienste als Mesner und Organist 53 fl 32 kr. Aus Stolgebühren für Hochzeiten, Taufen, Leichen und für das Glockenläuten ergibt sich der Betrag von 74 fl 36 kr. Der Lehrer erhält als Mesner die Hälfte der eingehenden und gesammelten Ostereier.

1890 erstattet der Bezirksbaumeister Rühl einen Vorbericht für den Schulhausneubau: Die vorhandenen zwei Schulzimmer , welche zusammen ca. 59 qm Grundfläche haben, werden zur Zeit von 157 Kindern besucht. Um diesem Übelstande abzuhelfen, ist beabsichtigt, die Scheidewand herauszunehmen und aus beiden Schulzimmern eines zu machen, wie es bereits früher war. Zur besseren einseitigen Beleuchtung sollen in die westliche Längswand fünf Fenster eingestellt werden. Die Fenster der nördlichen Wand erhalten innere Läden. Früher bestand in der nördlichen Umfassungsmauer eine Eingangstür, welche wieder geöffnet werden soll. Ein Stockaufbau ist unmöglich, da die Umfassungsmauern die nötige Tragfähigkeit nicht mehr besitzen, namentlich ist die nördliche Wand vielfach mit Rissen durchzogen. Es soll deshalb ein Anbau in Richtung Kirche hergestellt werden, der im I.Stock  ein Schulzimmer für 100 Kinder erhält. Hierdurch wird aber die Einfahrt zur Holzremise wesentlich verschmälert, es ist aber zu berücksichtigen, dass nur Holz eingefahren wird. Eine Verlegung der Einfahrt ist wegen des Brunnens und wegen des Abhanges hinter der Remise nicht möglich. Die Aborte für die Kinder würden zwischen Anbau und Remise zu stehen kommen.

Die Schulsprengelvertretung erklärt sich mit dem Vorbericht einverstanden.

Dieser Beschluss wird auch dem Bezirksarzt, dem Distriktschulausschuss und der Lokalschulinspektion vorgelegt und zuerst genehmigt, nach Einwendungen der Kgl. Regierung aber wieder verworfen. 

1890 im Dezember erhebt Pfr. Geidtner eigene Einwände gegen den Neubau, da er sich, an den für den Schulbau vorgesehenem Platz eine Sakristei, als Kirchenanbau wünschte. Da beim Bau des Schulsaals die Grenzen zum Kirchengrundstück überschritten würden, wird der ursprüngliche Plan verworfen.

1891 tritt der Schulhausneubau in ein neues Stadium. Schulhaus und Grundstück sollen mit Johann Feihl’s Besitz, Haus-Nr. 22 getauscht werden. In einem anderen Haus von Johann Feihl ist zum damaligen Zeitpunkt der Benefiziat untergebracht, der nach Fertigstellung des neuen Schulhauses in das alte Schulhaus umziehen wird. Haus-Nr. 22 wird abgetragen und an dessen Stelle das neue Schulhaus errichtet.

1892 das ausgefertigte Gutachten lautet: die Baustelle, auf welcher das neue Schulhaus hergestellt werden soll, befindet sich in unmittelbarer Nähe der Kirche und des alten Schulhauses. Es ist eben, frei, sonnig, hochgelegen und trocken und deshalb für den Zweck ganz besonders gut geeignet. Der Baugrund besteht zunächst aus einer 30cm hohen Humusschicht, dann aus sandigem, kiesigem Boden, vermischt mit kleinen Jurakalksteinen. Der Untergrund ist durchwegs trocken, der Grundwasserstand nach dem Ergebnis der durchgeführten Schürfungen und dem Wasserstande der nahegelegenen Brunnen ein sehr günstiger. Der Bauplatz kann demnach sowohl hinsichtlich der Baustelle, als auch des Baugrundes nur als besonders gut geeignet für diesen Zweck bezeichnet werden. Das neue Schulgebäude besteht nach den vorliegenden Plänen aus dem Parterre mit einem Stockwerk; das erstere enthält mit wenig günstiger Verteilung, wie an dem nach gleichem Muster hergestellten Schulhaus in Pölling ersehen werden kann, die Wohn- und Wirtschaftsräume für den Lehrer und Gehilfen, das letztere zwei Schulsäle. Jeder Schulsaal hat einen Flächenraum von ca. 80,5 qm und bietet somit Raum für je 100 Kinder. Die Beleuchtung erfolgt durch je fünf linksseitige Fenster (Ost und West) mit einer Lichtfläche von 13 qm und ist somit vorschriftsmäßig. Die Aborte sind in einem Anbau untergebracht und bestehen aus zwei Abteilungen mit je einem Vorplatz.

1892 die Neubaupläne werden der Regierung in Regensburg vorgelegt und genehmigt. Die Ausschreibungen erfolgen nun und bereits ein halbes Jahr später, im September meldet die Gemeindeverwaltung, dass das Schulhaus fertiggestellt ist.

1919 wird im Oktober eine dritte Lehrkraft für die Schule angestellt.

1921 das Bezirksamt berichtet an die Regierung der Oberpfalz, dass Verhandlungen wegen der Ausschulung Leutenbachs bereits im Gange sind.

1923 die Schulleitung stellt den Schülerstand vor: 1. und 2. Kl. 27 Schüler. 3. und 4. Kl. 38 Schüler. 5. bis 7. Kl. 71 Schüler.

1936 lehnt der Gemeinderat die Einführung des 8. Schuljahres ab, da die Schulgemeinde die hohen Kosten nicht leisten kann.

1947 soll in das Schulhaus ein drittes Klassenzimmer eingebaut werden, das aber bald auch nicht mehr ausreicht.

1952 der Inhaber der Pfarrpfründe Deining überlässt das große Zimmer am Eingang in das Pfarrheim, der Gemeinde Deining als vierten Schulsaal. Mit Benützung der Klosettanlagen, des Wassers und des Stroms werden monatlich 15 DM als Miete vereinbart. Die Gemeinde übernimmt die Möblierung und Reinigung. Der vordere Hofraum kann als Aufenthalt bei der Pause benützt werden.

Ebenso überlässt die Pfarrei die Schulküche der Gemeinde für die Benützung der Berufsschule und der oberen Klassen der Volksschule, sowie zur Bereitung der Schulspeisung. Da die Gemeinde zum Ausbau finanziell beigetragen hat, wird ihr der Raum frei überlassen.

Laut Aufstellung steht 94 Kindern die Schulspeisung zu.

1955 stellte Mittersthal einen Antrag, den Schulsprengel Deining zu verlassen, der aber erst zwei Jahre später genehmigt wurde.

1957 ein Umbau des Schulhauses ist vorgesehen, wird aber von der Regierung durch folgenden Bericht abgelehnt: das Schulgebäude befindet sich in nächster Nähe der unter Denkmalschutz stehenden Dorfkirche. Das Schulhaus, das ziemlich eingeengt ist und deshalb eine knappe Grundrissform hat, wirkt jetzt schon ziemlich gestelzt. Eine weitere Aufstockung muss mit Rücksicht auf die Kirche aus denkmalpflegerischen Gründen abgelehnt werden. Auch würden durch die Umbauarbeiten nur unzweckmäßige und viel zu kleine Klassenräume entstehen. Weiterhin muss festgestellt werden, dass sich das Bauwerk bereits in sehr schlechtem Zustand befindet, so dass es sich nicht lohnt noch weitere erhebliche Mittel, die der Umbau sicher kosten würde, in das Gebäude zu investieren. Die Regierung ist der Meinung, dass die Gemeinde Deining einen Neubau anstreben muss.

1958 schrieb das Landratsamt an die Gemeinde, dass die Landwirtschaftliche Berufsschule zentral nach Neumarkt verlegt werden soll und somit die Zweigstelle Deining aufgelöst wird.

1959 genehmigt die Regierung den Neubau eines Schulhauses. Im August wird bereits mit dem Neubau begonnen.

1960 wird vom Beginn des Schuljahres 60/61 die Berufsschule nach Neumarkt verlegt.

1961 Programm für die Schulhauseinweihung am 8.Januar: 1. Feierliches Hochamt mit Pfr. Breindl, 2. Schlüsselübergabe durch Architekt Engel an Bürgermeister Zoch, 3. Begrüßung durch den Bürgermeister, 4. Ansprache des Pfarrers, 5. Kirchliche Weihe des Hauses, 6. Schlüsselübergabe des Bürgermeisters an den Schulleiter Schimek, 7. Ansprache des Schulleiters. 8. Ansprache des Schulrates, 9. Ansprache des Landrats, 10. Schlusslied, 11. Besichtigung des Baues durch die Behördenvertreter, 12. ab 12 Uhr Besichtigung der Allgemeinheit, 13. Festessen für die Gäste, die Schulkinder bekommen Wienerl mit Semmel.

1965 die Gemeinde Deining ist lt. eines Antrags an das Landratsamt, an der Errichtung einer Verbandsschule interessiert.

1966 die Gemeinde plant einen Schulerweiterungsbau, mit zwei bis drei Schulräumen  und einer Turnhalle.

1967 zum 1. Januar trat das neue Volksschulgesetz in Kraft, das besagte, dass alle ein- und zweiklassigen Schulen zu gegebener Zeit aufzulösen wären. Der angekündigten Schulreform erfolgte

1969 die Umsetzung und der große Wandel. Acht Gemeinden, davon sieben mit eigenem Schulhaus, wurden zu einem Schulverband zusammengelegt.

1970 wird mit dem Bau des neuen Schulhauses begonnen, es sollen 14 Klassenräume, ein Warteraum für die Fahrschüler, 4 Kursräume, Physikraum, Handarbeitsraum, Werkraum, Schulküche, Schreibmaschinenraum mit 30 Maschinen, eine große Eingangshalle, sowie eine große Turnhalle entstehen.

1973 das neue Schulhaus wird am 1. Dezember eingeweiht.

1974 die Schulen führen die 5-Tage Woche ein. Schülerstand 547 Schüler.

1978 der bisherige Schulverband Deining, bestehend aus den Gemeinden Deining, Leutenbach, Groß- und Kleinalfalterbach, Döllwang, Mittersthal, Ober- und Unterbuchfeld und Waltersberg löst sich auf. Die gesamten Aufgaben für die Volksschule übernimmt die Gemeinde.

Die Schüler des Schuljahres 78/79 werden in 18 Klassen von 24 Lehrern unterrichtet. 

1983 die Schüler lernen mit Computer zu arbeiten.

1988 das Thema Müllvermeidung ist zu einem festen Bestandteil des Unterrichts geworden, dafür bekommt die Schule einen Umweltpreis.

1990 vier gemeindeeigene Schulbusse halten die Schülerbeförderung aufrecht.

1992 ein Teil der Schüler wird nach Velburg ausgelagert. Da nach dem Übertritt an weiterführende Schulen nur noch 10 Schüler in der siebten Klasse wären, werden diese ab dem neuen Schuljahr bis zu ihrem Schulaustritt in Velburg unterrichtet.

1993 der Kindergarten wird für ein Jahr in freien Räumen der Schule untergebracht.

1996 für ein Jahr zieht die Gemeindeverwaltung in das Schulhaus, weil das Rathaus umgebaut wird, als Gegenleistung wird der Dachboden der Schule ausgebaut.

2000 die Schule führt Mittagsbetreuung mit Hausaufgabenbetreuung ein.

2003 die Schule bekommt den Innovationspreis vom Kultusministerium überreicht.

2004 zum Schuljahresbeginn startet die Ganztagsbetreuung an der Schule.

2008 das Schulhaus muss wegen Mängeln an der Wärmeisolierung, sowie undichten Stellen am Dach saniert und dabei teilweise umgebaut werden.

2013 die Bauarbeiten der Turn- und Mehrzweckhalle sind nach zwei Jahren abgeschlossen und die Einweihung kann stattfinden.

2016 an der Schule wird der Offene Ganztag für Grund- und Mittelschule eingeführt. Das bedeutet, dass die Eltern für die Betreuung ihrer Kinder nichts mehr bezahlen müssen, nur noch das Mittagessen.

2018 der von den Schülern selbst gepflanzte Schulwald der Mittelschule umfasst nach der letzten Pflanzung 850 Bäume.

2018 die Zweifachturnhalle der Schule erhält den Namen Labertalhalle, die inzwischen ein beliebter Ort für Sport- und Kulturveranstaltungen geworden ist.

Lehrkräfte in Deining von 1611 bis ca. 1988:

Georg Preu 1611-1626, Johannes Frei 1628-1679, Johannes Leininger 1636-1681, Matthias Unmüßig 1686-1723, Georg Lachner, Matthias Puff 1698-1701, Johann Pfeiffer 1701-1719, Albrecht Puff, Johann G. Puff 1753-1799, Michael Puff 1784-1842, Joseph Giehl, Georg Geißler, Joseph Blomenhofer, Karl Puff 1824-1836, Joseph Süß, Joseph Baumann, Joseph Neudecker, Georg Schiele 1842-1860, Michael Graf, Joseph Gräbner, Joseph Heß, Joseph Schiele, Johann Schiele, Joseph Grünbaum 1863-1867, Georg Berger, Ludwig Schiele, Max Schiele, Leonhard Friedrich, Josef Kirchner, Emmeram Sturm, Zacharias Seel, Karl Hopf, Adolph Sturm, Georg Liedl, Franz Nachtmann 1871-1892, Xaver Kastner, Max Neumeier, Alois Tyroller, Alois Beck, Josef Kurz, Theresia Lehner, Wendelin Keck, Julie Brandl, Anna Reng, Christine Kain, Maria Richter, Anna Schweizer, Maria Männer, Anton Denk, Georg Obeltshauser 1892-1905, Christoph Jüngling, Ferdinand Hack, Ferdinand Mühlbauer, Johann Lang, Michael Galler, Max Wolf, Johann Schreiber, Theresia Gottschalk, Konrad Dittrich, Andreas Erl, Josef Steiner, Johann Weiß, Johann Höderl, Ferdinand Schellerer, Anna Rauchenecker, Theodor Reiß, Anna Wittmann, Josef Weindler, Georg Engelbrecht, Berta Feldbauer, Raunecker, Josef Seidl, Regina Seidl, Adeltraud Strack, Sr. Thimathea, Hugo Köstler, Margareta Pesavento, Eleonore Distl, Josef Schiller, Gabriele Ebenhöch, Hans Grün, Michael Holzschuh, Leonore Launspach, Ernst Röder, Josefine Graf, Sr. Adeltraud, Maria Hofer, Josef Kraus, Josef Schwerthöfer, Margarete Inhofer, Walter Schimek, Anna Wutz, Karl Sellner, Josef Hoffmann, Georg Blabl, Waltraut Klöckner, Marliese Reiter, Sr. Melitta, Johann Schnagl, Maria Janosch, Sr. Arkadia, Sr. Pachomia, Gertraud Götz, Elisabeth Göbl, Nikolaus Biebl, Ida Neunzig, Helga Schrammel, Edith Schwertner, Margarete Schnagl, Edelgard Mittmann, Gudrun Meßler, Hans Scharnagl, Eisner Gertrude, Kohl Josef, Inderst Karl, Aumüller Maria, Aumüller Josef, Schrammel Leo, Hanf Hermann, Hammer Georg, Luft Hans, Käufl Christine, Käufl Manfred, Meier Jacob, Bäumel Renate, Seefelder Elisabeth, Hörndl Peter, Reng Klaus, Müller Manfred, Steffek Renate, Geigenmüller Irmgard, Stadler Anton, Miaskiwskyi Josef, Baumann Hans Peter, Grimm-Tholus Christine, Kiechle Christiane, Meier Georg, Moser-Polanka  Edith, Gschwendtner Karl, Jungbauer Helga, Gatzhammer Heinrich, Lehner Hans, Nissel Erwin, Schulz Horst, Bleicher Peter, Sippl Theresia, Arnds Mechthild, Braun Peter, Christine Brandstetter, Jungbauer Herwig, Huger Veronika, Sippl Karl, Ruhs Erika, Luderböck F.X., Reng Renate, Kastner Brigitte, Schmidl Alfons, Stadelmeyer Gerd, Maget Theresia, Bald Renate, Monika Nigl, Bernhard Hönning, Erich Pöppl, Ines Pöppl (Kranz), Berta Zuckschwert, Theresia Altmann, Gerhard Minderlein, Moser Angela, Fersch Katharina, Eichenseher Reinhard, Dürr Franz Xaver, Welck Siglinde, Lang Johann, Hahn Hans Peter, Fremmer Gerhard, Koller Peter, Herrmann Helmut, Korzer Helga, Lang Heinz, Bognitscher Sieglinde, Fischer Maria, Dürr Erna, Gregor Karl Heinz, Amann Brigitte, Grosser Gisela, Steinhauser Günter, Lell Gertrud, Kifmann Bernhard, Bartmann-Knöbel Gabriele, Wüst (Hopf) Ulla, Schrödl Monika, Gabriele Drexl, Ursula Scheibe, Bernd Bauer, Elisabeth Fischer, Christa Hartl, Ottilie Klarl, Bauer Andrea, Blankenschmidt Bärbel, Gebel Anneliese, Rehberger Nikolaus, Bäuml Gabriele, Roland Grüner, Gabriele Thanner-Fritsch, Reinhold Fritsch, Maximiliane Haas, Juliane Schlögel, Holger Scheibe, Johanna Donaubauer, Willi Baierl, Hannelore Weber, Angela Sachs, Josef Heil, Roswitha Karmann, Maria Kellermeier, Irmgard Bleier, Inge Bergmann, Gabriele Muser, Margareta Spitz, Sax Angela, Weber Hannelore, Lehmeier Brigitte, Waldmann-Fischbach Edith, Widmann Renate, Kiesl Helga, Marek Lydia.

1725 ab diesem Zeitpunkt werden Lehrer erwähnt.

1802 Adaptierung (Umbau) des Schulgebäudes, wozu die Kirchenstiftung 2/3, die Schulgemeinde 1/3 der Baulast übernimmt.

1836 nach einer Zählung des Kastenamts der Jesuiten gab es zu dieser Zeit ein Schulhaus.

1847 dem Lehrer wird ein jährlicher Holzbezug von 3 Klaftern für den persönlichen Bedarf zugesprochen.

1872 Visitation der Schulkassenabrechnung: 733fl 50Kr Einnahmen, 719fl 12Kr Ausgaben.

1879 Schulhausbau in Waltersberg für 16000 M, wovon die Hälfte die beteiligten Kirchenstiftungen Waltersberg, Thann, Wattenberg, Hennenberg und Roßthal aufbringen sollten, aber nur 1270 M leisten konnten. Das bisherige Schulhaus wird Ökonomiegebäude. An dem neuen Schulhaus und Schulgarten haben Gemeinde und Kirchenstiftungen je zur Hälfte Anteil.

1880 wurde ein neues Schulhaus erbaut, das sogenannte „Große Schulhaus“.

1908 errichtete man das „Kleine Schulhaus“. In diesem Gebäude wurden die Grundschüler unterrichtet. Waltersberg verfügte also ab diesem Zeitpunkt über zwei Schulhäuser. Im „Großen“ waren die 5.-8. Klasse untergebracht und im „Kleinen“ die 1.-4. Klasse.

1920 Vereinbarung der Gemeinde Waltersberg mit der Kirchenverwaltung, wonach das Miteigentum der fünf Kirchenstiftungen am alten und neuem Schulhaus mit Garten und Gemeinderecht mit 6000 M abgelöst wird. Die Benützung zum ordentlichen und außerordentlichen Religionsunterricht bleibt vorbehalten.

1922 Die Schüler aus Thann verlassen Waltersberg, da dort eine eigene Schule errichtet wird. 

1928 Lehrer Georg Klampfl übernimmt die Schulleiterstelle in Waltersberg.

1931 werden am Deininger Bahnhof über ein Dutzend neue Schulbänke abgeholt.

1966 Hauptlehrer Georg Klampfl geht in den Ruhestand.

1969 wird Waltersberg dem Schulverband Holnstein eingegliedert, die Grundschule bleibt weiterhin im Ort.

Das „Große Schulhaus“ wird beim Ortsstraßenbau abgebrochen.

1971 bis zu diesem Zeitpunkt werden die Grundschüler noch im kleinen Schulhaus unterrichtet, danach in Holnstein.

1978 Waltersberg wird dem Schulverband Deining eingegliedert.

Folgende namentlich erwähnte Lehrer und Schulleiter wohnten im Schulhaus, Haus Nr. 34 in Waltersberg: Wörl Johann, geb. 1712, Wörl Johann Georg, geb. 1758, Fortmeyer Joh. Georg, geb. 1765, Gerstner Johann, geb. 1821, Inzenkofer Johann, Gebhard Johann, Maul Ludwig, geb. 1865, Engl Karl, geb. 1866, Klampfl Georg, geb. 1900 (1928-1966), Klampfl Maria, Hammerl Else, Pagani Anni, Fr. Schmid (diese vier Lehrerinnen unterrichten während der Kriegszeit), Dauer Herbert (1966-1969), Scharnagl Rosmarie (1966-), Hr. Bernhard (-1970), Hr. Wolfmeier (1970/71).

1682 Mesnerhaus zu Tauernfeld, „Schulhäusl“ genannt, an einen Schneider verkauft, was der Pfarrer von Deining beanstandet. Pfarrer will freie Hand haben, einen Mesner und emsigen Schullehrer zur Unterrichtung der Jugend anzustellen.

1688 Bei der Visitation keine Schule hier, doch wird die Christenlehre fleißig gehalten. Mesner hat von der Kirche 6, von der Gemeinde 3 Metzen Korn Läutgarben und 1 Tgw. Wiesen.

1708 ist in Tauernfeld ein neuer Lehrer aufgestellt worden. Name nicht bekannt.

1746 Josef Plamenhofer, Schulmeister dahier.

1787 Georg Beer, Mesner und Schulmeister in Tauernfeld mit einer Besoldung von 26fl 15kr.

1834 bewerben sich die Gemeinden Tauernfeld, Winnberg und Graßerhof  um die Errichtung einer Lehrschule, da ihre Kinder unmöglich eine Stunde Schulweg nach Deining auf sich nehmen können. Im Winter können sie oft drei bis vier Wochen nicht nach Deining gehen, wegen Kälte, Schnee und Wassergefahr.

Die Distriktschulinspektion von Neumarkt findet die Errichtung eines eigenen Schulhauses für Tauernfeld nicht unbedingt notwendig.

Die drei Ortschaften werden vom Landgericht aufgefordert, binnen 14 Tagen einen förmlichen und vollständigen Gemeindebschluss zu fassen und zugleich zu bestimmen, aus welchen Mitteln das neue Schulhaus errichtet und der neu anzustellende Lehrer besoldet werden soll.

Am gleichen Tag wird der Gerichtsdiener beauftragt, die Wege von Winnberg, Tauernfeld und Großahof nach Deining, welche die Schulkinder passieren müssen, zu untersuchen und über die Entfernung, Beschaffenheit und der Gefährlichkeit der Stege zu berichten.

1835 Bericht des Gerichtsdieners: Die Schulwege nach Deining befinden sich in ziemlich guten Zustand. Die Entfernung von Winnberg und Grashof beträgt eine Stunde, von Tauernfeld eine Viertelstunde.

Das Landgericht beauftragt die Kirchengemeinde Tauernfeld anzuzeigen, ob das Schulhaus aus einem gemeindlichen Vermögen errichtet werden solle und von einem verständigen Werkmeister einen Bauplan und den Kostenvoranschlag anfertigen zu lassen.

1836 erst Ende Dezember wird von der Gemeinde Tauernfeld der Bauplan eingereicht und angezeigt, dass das Schulhaus aus Gemeindevermögen erstellt und bezahlt werden soll, ebenso die notwendigen Hand- und Spanndienste. Das Gebäude soll zugleich Schul- und Mesnerhaus werden, deshalb wäre auch die Beitragspflicht der Kirchenstiftung nicht zu bezweifeln.

Der Neubau erfordert laut Voranschlag einen Kostenaufwand von 980fl. Über das Einkommen des Lehrers muss nochmals beraten werden.

1842 schreibt die Gemeinde Tauernfeld ein neuerliches Gesuch um eine Genehmigung eines Schulhausneubaus an die Regierung in Regensburg, da bereits früher schon hier eine Schule bestand, die vor ca. 15 Jahren aufgelöst und mit Deining vereinigt wurde.

1843 fordert die Regierung die Schulgemeinde auf, sich zu äußern, wie die Baukosten von 1123fl 48kr aufgebracht werden sollen.

Am 20. Juli teilt die Regierung dem Landgericht Neumarkt mit, dass der Schulhausneubau genehmigt ist.

1844 da die Hälfte der Väter der Schulkinder eine Beteiligung an der Bezahlung des Lehrers verweigern, wird der Neubau bis auf weiteres unterbleiben.

1846 wird der Schulbau auf das nächste Jahr verschoben, allerdings genehmigt die Regierung, dass noch vor dem Winter  der Schulgehilfe Reichenberger in einem gemieteten Raum in Tauernfeld Unterricht für die Schüler geben darf.

1847 wird das neue Schulhaus bezogen und es findet eine Schulprüfung statt.

1849 erbittet die Schulgemeinde um die Genehmigung dass auch die Feiertagsschule in Tauernfeld gehalten werden dürfe.

1858 ist eine Reparatur des Schulhauses notwendig geworden. Die Kosten belaufen sich auf 144fl. Die Gemeinde ist willens, die Reparaturen vorzunehmen.

Zum Jahresende berichtet der Kgl. Baubeamte Bachmann, dass von den vollzogenen Arbeiten am Schulhaus Einsicht genommen wurde und das Abrechnungsprotokoll übersandt wird.

1864 Bericht: das einstöckige Schulhaus ist 40′ lang, 26′ breit, hat massive Mauern und enthält einen gewölbten Keller im Souterrain, im Erdgeschoss einen Vorplatz, Schulzimmer, Wohnzimmer, Küche und Abtritt. Der Dachraum besteht aus einem gewöhnlichen Dachstuhl, gebrettertem Boden, Dachkammer aus Bretterwänden und doppeltes Breitziegeldach.

1865 hat die Schulstelle 250fl Gesamteinkommen, wovon die Schulgemeinde 50fl bezahlt.

1865 der Schulverweser Andreas Kellner wird beim Kgl Bezirksamt auf seine Schulstelle in Tauernfeld wie folgt vereidigt: Ich schwöre, dass ich keinem Vereine, dessen Bildung dem Staate nicht angezeigt ist, angehöre, noch je angehören werde, dann, dass ich in keinem Verbande mit einem Vereine verbleiben werde, dessen Schließung von der zuständigen Polizeistelle oder Behörde verfügt worden ist, oder an welchem mir die Teilnahme in Gemäßheit der jeweils bestehenden Disziplinarvorschriften untersagt sein wird, so wahr mir Gott helfe und sein heiliges Wort.

1878 die Schüler von Weichselstein wollen dem Schulverbund Tauernfeld beitreten. Nach vielen Argumenten und Gegenreden wurde Weichselstein dem Schulsprengel Neumarkt ausgegliedert und Tauernfeld einverleibt.

1886 Schulbeschreibung: Lehrzimmer im Parterre ist ziemlich geräumig, 5 Fenster, etwas feucht. Die Schulgemeinde liefert 18 Ster weiches Scheitholz und bezahlt das Beifahren desselben und das Spalten und Herrichten von 12 Ster, 6 Ster Holz bezahlt der Lehrer.

1928 erfolgte nach jahrelangem Streit, der Bau eines neuen Schulhauses.

1929 fand im November die Einweihung des Schulhauses statt.

1951 baute Sengenthal eine eigene Schule und stieg zusammen mit Winnberg aus dem Tauernfelder Schulsprengel aus. Die verbleibenden 16 Schüler reichten nicht aus, um die Schule zu halten.

1953 wurde die Schule geschlossen und die Kinder gingen nach Leutenbach in die Schule. 

1954 stieg die Schülerzahl, da in Tauernfeld einige Pflegekinder angenommen wurden und so konnte der Schulunterricht in Tauernfeld fortgesetzt werden.

1969 wurde der Schulsprengel Tauernfeld in die Verbandsschule Deining eingegliedert und bis zur Fertigstellung des Deininger Schulhauses wurden nur noch einzelne Jahrgänge in Tauernfeld unterrichtet.

1972 endet die Schulgeschichte Tauernfeld.

Lehrkräfte in Tauernfeld:

Johann Plamenhofer 1746, Georg Beer 1787, Reichenberger 1846 – 1848,  Wilhelm Hermann 1848 – 1850, Wallenfels 1850, Sigmund Fischer 1853 – 1854, Jakob Eder 1854 – 1858,  Alexander Boegl 1858 – 1861, Anton Dürschl 1861 – 1862, Johann Benl 1862 – 1865, Andreas Kellner 1865 – 1869,  Georg Boeckl 1870 – 1871, Josef Bruckner 1871 – 1873, Franz Xaver Nagler 1873 – 1875, Georg Artmeyer 1875 – 1877, Josef Fröhlich 1877 – 1878, Johann Schreiber 1878 – 1881, Georg Grünbaum 1879, Johann Eder 1881 – 1884, Pröbster Johann 1882, Johann Wilfurth 1884 – 1887, Franz Ipfelkofer 1887 – 1892, Josef Heckenstaller 1892 – 1897, Andre Bücherl 1897 – 1900, Johann Wartbigler 1900 – 1902, Josef Eiban 1902 – 1906, Johann Rosner 1904 – 1905, Anton Sonnleitner 1906 – 1909, Karl Thoma 1909, Adolf Dürr 1909 – 1911, Josef Böllert 1911 – 1918, Fanny Mayerhofer 1916, Frl. Meier 1916, Antonie Oberndorfer 1916 – 1918, Michael Hoferer 1918 – 1951, Ernst Röder 1945, Michael Holzschuh 1945, Hans Zemler 1946, 1948 – 1950, Alois Böhm 1950 – 1951, Franz Besold 1951 – 1953, Ernst Iser 1954 – 1958,  Helmut Meiringer 1958, Adolf Turba 1958 – 1966, Ernst Endres 1966, Josef Burger 1966 – 1967, Hermann Hanf 1967 – 1969.

1688 Visitationsbericht: Keine Schule, Kinder gehen nach Deining in Schule und Christenlehre.

1749 Bericht über Mesner, aber von Schule keine Rede.

1790 trennte sich Siegenhofen von Deining, indem der dortige Mesner Michael Bögerl in seiner eigenen Wohnung für die Kinder des Ortes Schule zu halten anfing und zwar nur für diese Kinder aus Siegenhofen, ausschließlich der übrigen Ortschaften, da Oberbuchfeld in den frühesten immer nach Günching eingeschult war, später aber, so wie Arzthofen nach dem Wallfahrtsort Lengenbach eingewiesen wurde, wo meistens von dem dort wohnenden Einsiedlern Schule gehalten wurde.

1791 Georg Bögerl, Sohn des Schulmeisters Michael Bögerl, wird Schulgehilfe.

1796 besuchen nach Aussage älterer Leute die Kinder von Oberbuchfeld, Rothenfels, Arzthofen zeitweise die Schule Siegenhofen, weil Lengenbach nur mit Mesnern besetzt wurde und diese schlechter Besoldung halber meistens nicht aushielten, auch nicht bestehen konnten.

1802 erhält Georg Bögerl seine Anstellung im Schulfache. Den Vorbereitungsunterricht erteilte ihm Pfr. Yberl von Deining. Seminarbesuch: keiner. Er war 6 Jahre lang Gehilfe bei seinem Vater in Siegenhofen.

1804 wurde die Schule Lengenbach ganz aufgehoben und alle oben genannten Orte in die Schule Siegenhofen unter dem damaligen Pfarrer und Dekan Sebastian Yberl überwiesen.

1821 Bericht von Pfr. Sammüller über den Zustand der Schule und den Lehrer:

In Siegenhofen wird nur den Winter über Schule gehalten und zwar mit Genehmigung der Hochlöbl. Landesregierung zu Amberg vom 5.April 1791. Jedoch findet sich in Siegenhofen weder ein Schulhaus, noch ein Fond zur Besoldung eines ordentlichen Lehrers, indem derselbe nur für das Schulgeld, einige wenige Bezüge vom dasigen Gotteshaus und den halben Teil der Stolarien vom Orte, welches zusammen nur 60 fl beträgt, die Schule den Winter über versieht. Die Schülerzahl aus 5 Ortschaften ist 57. Der Lehrer ist nicht ordentlich geprüft und angestellt, jedoch

leistet er gute Dienste und verdient die Befähigungsnote II.

1833 beträgt das Einkommen des Georg Bögerl, im 57. Lebensjahre und im 31. Jahre seines Dienstes an der Schule in Siegenhofen nach der Fassion, aufgestellt am 21.11.1833: 230 fl 1 kr.

1834 Weil Siegenhofen sich bemüht, eine eigene Schule errichten zu dürfen, bestätigt die Lokalschulinspektion Deining dem dermaligen geprüften Schullehrer Bögerl, dass er nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer Schule hält und jederzeit gehalten hat, gemäß allerhöchstem Dekret der Kgl. Regierung in Amberg vom Jahre 1798 und bittet, ihm das Schule halten für seine Lebensdauer zu gestatten oder doch wenigstens so lange, bis die Kgl. Bay. allergnädigst erlaubt, eine eigene Schule erbauen zu dürfen. Pfr. Krieger aus Deining und die Gemeindeglieder Franz Nutz, Georg Kürzinger und Johann Gottschalk von Siegenhofen bezeugen, dass Georg Bögerl, bisheriger Schullehrer, vom Pfr. Sebastian Yberl geprüft wurde und Pfr. Sammüller aus Lengenfeld erklärt, dass Georg Bögerl auf eine solche Art der Schule vorstand, dass die Schüler in der Religion und anderen für das Leben nützlichen Kenntnissen sehr gute Fortschritte machten. Da keine offiziellen Unterlagen mehr vorliegen, muss Georg Bögerl darum kämpfen, dass seine Jahre als Schulgehilfe und die Vorbereitungsstunden durch Pfr. Yberl von der Behörde anerkannt werden.

1836 beschließt man, den Bau des neuen Schulhauses zu beginnen, wenn der jetzige Lehrer Bögerl den Schuldienst bis zu seinem Tod versehen kann. Weil aber das Schulhaus auch zugleich das Mesnerhaus wird, so wünscht man sich von der Kirche wenigstens ein Drittel Zuzahlung. Der Kostenvoranschlag erfordert einen Betrag von 1225 fl 23 kr. Am 20. Aug. genehmigt seine Majestät der König, den Plan zu dem neuen Schul- und Mesnerhaus. Die Kirche will ca. 100 fl zuzahlen.

1837 das Kgl. Landgericht Neumarkt fordert die Kgl.  Bauinspektion Ingolstadt am 20. März auf, nachdem bereits im Okt. des vergangenen Jahres die Baupläne und Kostenvoranschläge von dem zu erbauenden Schulhause zu Siegenhofen nach dort gesandt wurden, bei der nun vorrückenden Jahreszeit die Anträge in tunlichster Bälde zu empfangen. Die Bauinspektion antwortet: Auf ihre Zuschrift wird erwidert, dass man demnächst Lokalbesichtigung vornehmen werde und man den Wunsch nicht bergen kann, dass jenseitige verehrliche Behörde demselben gegenwärtig sein wolle. Über den Tag der Besichtigung wird man sich vorher noch in Korrespondenz setzen.

In Siegenhofen hat man sich inzwischen entschieden, dass das Schulhaus auf dem Gartenplatz der Witwe Gottschalk errichtet werden soll. Dieser Platz war ohnehin Gemeindeeigentum, doch da die Witwe sieben Kinder hat, wird ihr die Gemeinde einen anderen Platz zur Anlegung eines Gartens vermitteln. Wenn möglich, soll die Stellung des Schulhauses so geschehen, dass der Keller der Witwe nicht berührt werde; kann  dem aber nicht ausgewichen werden, so wird der Witwe Gottschalk entweder ein eigener Keller gebaut oder ihr eine angemessene Entschädigung verabreicht.

1840 erfolgt am 14. März, die Besichtigung des neuen Schulhauses.

1842 durch höchste Entschließung wurde Unterbuchfeld dem Schulsprengel Siegenhofen zugeteilt.

1850 Lehrer Georg Bögerl kauft am 26. Juli den Pfarrzehentstadel in Siegenhofen um 300 fl.

1852 nach über 50 Dienstjahren möchte Georg Bögerl von seinem Dienst entbunden werden, kann aber keine Urkunden für seine lange Amtszeit vorlegen. Deshalb übersendet der Distriktsschulinspektor Gloßner die Biographie des Schulmeisters an die Regierung. Darin sind außer den gewünschten Daten auch zeugnisähnliche  Bewertungun über die schulischen und häuslichen Leistungen des Lehrers enthalten. 

1853 stellt Georg Bögerl den Antrag um Enthebung aus seiner Dienststelle, da er wegen seines hohen Alters und des schwachen Gehörs, dem Schuldienst nicht mehr vorstehen könne. Das gestellte Gesuch wird von der Regierung genehmigt. Diese Schulstelle wird dem Vorbereitungslehrer Michael Sturm übertragen. Zum 12. Dezember tritt dieser seinen Dienst in Siegenhofen an.

1854 wird der Schulgehilfe Michael Sturm versetzt und der Schulverweser Sigmund Fischer bezieht seine neue Stellung.

1855 der Dachstuhl des bestehenden Schulhauses wird an den morschen Stellen ausgewechselt.

Verschiedene Grundstücke der Gemeinde Oberbuchfeld, die bisher der Schule Deining zugewiesen waren, sollen nun auf die Schulstelle Siegenhofen umgeschrieben werden.

1859 der jeweilige Lehrer bezieht von der Kirchenstiftung für Mesnerdienste alljährlich: 2 Metzen, 1 Viertling, 2 Sechzehntel Korn. In Folge der Gilt- und Zehentablösung vermochte die Stiftung  nicht mehr in Körnern zu geben, sondern wird genötigt sein, eine Geldentschädigung eintreten zu lassen. So wird nach beiderseitigem Einverständnis der Körnerbezug in eine Geldsumme von 4 fl 22½ kr umgewandelt.

1863 durch Regierungsentschließung wird die Schulverweserstelle in eine wirkliche Schulstelle umgewandelt, deshalb bekommt der Lehrer jetzt ein jährliches Gehalt von 350 fl.

Verzeichnis der Schulgeräte: 12 hölzerne Schulbänke, eine große hölzerne Tafel samt Gestell, eine kleine hölzerne Tafel, eine Landkarte von Bayern, eine Wandkarte mit Säugetieren, eine Wandkarte mit Vögel, ein hölzernes Tischlein, ein hölzerner Stuhl, ein Kruzifix, 24 Tintengläser.

1865 Sigmund Fischer wird versetzt, Joseph Schwarzmeier tritt an seine Stelle.

1868 der Schulverweser Josef Schwarzmeier und der Schulverweser Georg Benl aus Haselbach tauschen ihre Schulstellen.

1871 Georg Obeltshauser tritt seinen Schul- und Kirchendienst in Siegenhofen an.

1885 Visitation: Das Schulzimmer zu Siegenhofen ist 8,20m lang und 6,22m breit, hat somit eine Raumfläche von 51qm und gewährt – für ein Kind, wie vorgeschrieben 0,80qm – für 64 Schüler ausreichend Raum. Da aber die Schule gegenwärtig schon von 87 Schülern besucht wird, die Schülerzahl nach den gepflogenen Ermittlungen in den nächsten Jahren noch wächst und bis zum Jahre 1889/1890 steigen wird, so ist das auch in Bezug auf den Lichteinfall höchst ungünstige Schulzimmer viel zu klein und erscheint deshalb die Beschaffung eines genügend großen und zweckmäßigen Schulzimmers dringend geboten. Die Schulsprengelvertretung Siegenhofen erhält deshalb den Auftrag im Benehmen mit einem sachverständigen Techniker, als solcher wird Herr Bauassistent Netter empfohlen, darüber zu beraten und zu beschließen in welcher Weise diesem dringenden Bedürfnisse abgeholfen werden soll.

1886 der Bauassistent Netter berichtet, dass er einen Plan angefertigt habe, nach welchem das Schulhaus um 3m nach Westen verlängert werden soll.

1886 Statistik: 90 Werktagsschüler, 22 Feiertagsschüler. Schulhaus 50 Jahre alt, mitten im Orte, zweistöckig, Lehrzimmer 6 Fenster, feucht.

1888 die Schulgemeinde bekommt ein Schreiben vom Bezirksamt, in welchem erneut auf die Notwendigkeit der Erweiterung des Schulhauses hingewiesen wird.

1889 der Schulsprengelvertretung Siegenhofen werden die vom Bezirksbaumeister Rühl gefertigten Projekte nebst Kostenvoranschlägen und dem Vorbericht mit dem Auftrage zugeschlossen, in ordentlicher Sitzung auch über die Annahme des Projekts Beschluss zu fassen und diesen binnen zwei Wochen dem Bezirksamt vorzulegen.

Am 3. Dezember wird vom Bezirksamt mitgeteilt, dass das Vorhaben genehmigt ist.

1890 wird im April die Schule wegen Masern für zwei Wochen geschlossen.

1891 wird der Schulerweiterungsbau öffentlich ausgeschrieben.

1892 Schullehrer Georg Obeltshauser wird zum 1. Oktober nach Deining versetzt. Seine Stelle wird neu ausgeschrieben, das Diensteinkommen beträgt 810 Mark. Zur Aushilfe wurde der Aushilfslehrer Utz berufen und die Gemeinde Unterbuchfeld angewiesen, ihm aus der Schulkasse täglich 2 M auszubezahlen.

Am 16. Dez. beginnt der neue Lehrer Alois Scheiblhuber seinen Dienst in Siegenhofen.

1898 Alois Scheiblhuber wird versetzt, seine Stelle übernimmt Josef Griener.

1901 der Lehrer Josef Griener verlässt die Schule Siegenhofen.

1902 die Schulstelle mit Kantor., Organisten- und Mesnerdienst, mit einem Einkommen von 1200 M und einem nicht eingerechneten Einkommen aus dem Kirchendienst von 124,26 M übernimmt der Schullehrer Erhard Mühlbauer.

1903 wird mit Herstellung eines Schulsaalgebäudes für zwei Klassen begonnen. Der Bau dauerte ein Jahr und kostete ca. 16500 M.

1923 wird der Lehrer Josef Kurz nach Siegenhofen versetzt. Hier wirkte er 40 Jahre und wurde an seinem 60. Geburtstag zum Ehrenbürger ernannt.

1934 der Josefsverein stellt an die Regierung die Bitte, dass, nachdem 63 Mädchen den Handarbeitsuntericht in Deining besuchen müssen, vom kommenden Schuljahr an, die Handarbeitslehrerin Maria Strack in Siegenhofen den gewünschten Unterricht erteilen darf.

1967 wurde in Holzbauweise ein dritter Schulsaal ohne Genehmigung erstellt, so dass kein Schichtdienst mehr für die angewachsene Schülerzahl nötig war.

1972 wurde die Schule aufgelöst und die Schüler in den Schulverband Deining eingegliedert.

 

Lehrkräfte der Schule Siegenhofen:

Michael Bögerl bis 1791, Georg Bögerl 16.4.1791 – 2.12.1853, Michael Sturm 2.12.1853 – 21.11.1854, Sigmund Fischer 1.12.1854 – 30.9.1865, Josef Schwarzmeier 1.10.1865 – 29.4.1866, Georg Benl 2.5.1866 – 30.1.1871, Georg Obeltshauser 1.2.1871 – 1.10.1892, Lehrer Utz 2.10.1892 – 2.11.1892, Anton Denk 3.11.1892 – 14.11.1892, Lehrer Utz 14.11.1892 – 15.12.1892, Anton Scheiblhuber 16.12.1892 – 16.9.1898, Josef Griener 1.10.1898 – 31.121901, Erhard Mühlbauer 1.1.1902 – 1904, 

Norbert Kiesl 20.7.1904 – 31.7.1904, Walburga Scherbauer 21.10.1904 – 9.1.1905, Maria Heider 10.1.1905 – 30.9.1907, Walburga Lang 1.10.1907 – 30.9.1909, Maria Eder 1.10.1909 – 15.11.1912, Emilie Meier 16.11.1912 – 15.6.1916, Frieda Dagner  16.6.1916 – 31.8.1917,  Mathilde Rammelmeier 1.9.1917 – 30.12.1917, Anna Regensburger 1.1.1918 – 1.10.1925, Eugen Fischer 1.12.1922 – 1.2.1923, Josef Kurz 1.2.1923 – 30.11.1962, Barbara Lindner 1.9.1923 – 1.2.1924, Maria Dittmann 1.2.1924 – 1.2.1938, Barbara Müller 1.4.1927 – 1.6.1927, Anna Reisinger 1.1.1929 – 1.4.1929, Hildegard Forster 1.10.1931 – 1.11.1931, Barbara Frank 1.5.1932 – 1.7.1932, Ernst Haseneder 1.5.1932 – 1.7.1932, Gisela Heinrich 1.5.1933 – 1.7.1933, Elisabeth Kirchmeyer 1.5.1935 – 1.7.1935, Anna Rottmeyer 1.5.1936 – 1.7.1936, Erika Holzinger 1.6.1937 – 1.8.1937, Barbara Betz 1.9,1938 – 1.12.1957, Maria Hofer 1.9.1944 – 1.10.1946, Waltraud Weber 1.12.1957 – 1.8.1958, Maria Aumüller 1.8.1958 – 31.7.1972, Margarete Inhofer 1.7.1961 – 31.7.1962, Josef Aumüller 1.8.1962 – 31.7.1972, Leo Schrammel 1.12.1962 – 31.7.1972.

1822 die Kinder von Mittersthal gehörten zum Schulsprengel Deining.

1880 plante man ein eigenes Schulhaus, wurde aber nicht verwirklicht.

1955 wurde eine Bürgerversammlung abgehalten, in der sich 48 Teilnehmer bereit erklärten, ein eigenes Schulhaus zu erbauen. Der Gemeinderat beschloss hierauf den Schulhausneubau durchzuführen. Zu dieser Zeit besuchten 32 Kinder die Deininger Schule. Laut Geburtenregister ging man von 43 Kindern für die nächsten 5 Jahre aus. Als Hauptgrund für einen Neubau sprachen in erster Linie die schlechten Wegverhältnisse über den Berg nach Deining, zu denen im Winter auch noch Schneeverwehungen beitrugen. Im Sommer gefährdete der enorme Autoverkehr auf der Bundesstraße die Schulkinder. Die Gemeinde rechnete mit 75000 DM Gesamtkosten. Die Gemeinde Mittersthal sieht sich außerdem veranlasst, den Neubau durchzuführen, weil der Schulbeitrag für Deining ca. 1000 DM jährlich beträgt.

1955 die Gemeinde Deining gab die Gemeinde Mittersthal aus dem Deininger Schulsprengel frei und entschädigte die Mittersthaler mit 500 DM, 17 Tischen und 34 Stühlen.

1957 erstellte der Reg.-Baumeister Georg Engel aus Neumarkt den Bauplan für das Schulhaus. Im September begannen die Bauarbeiten, im November war der Rohbau fertig und das Richtfest konnte gefeiert werden.

1957 die Regierung der Oberpfalz erteilte die Genehmigung für den Schulhausneubau mit einer Lehrerstelle und einem Klassenraum. Der Sprengel der Schule umfasste das gesamte Gemeindegebiet Mittersthal mit Waltershof und Bahnposten 51. Die Schulwege für die neue Schule waren für die Schüler zumutbar.

1958 bereits zum Schulanfang konnte der Schulbetrieb im neuen Haus aufgenommen werden, allerdings vorerst im Keller. Am Sonntag, dem 26. Oktober fand die Einweihung des neuen Schulhauses statt. Mit einem Gottesdienst in der Filialkirche begann dieses Fest. Nach dem Gottesdienst zogen die Anwesenden in einer langen Prozession zum Schulhaus. Bürgermeister Meier begrüßte die Gäste, Lehrer Heinz Wittek wurde offiziell in sein Amt eingeführt und Pfr. Breindl nahm die kirchliche Weihe der Schule vor. Die Kosten des Neubaus beliefen sich auf 115000 DM.

1964 verteilte man die Schüler auf zwei Klassenräume.

1965 wurde ein Sportplatz neben dem Schulhaus errichtet.

1966 kam mit dem neuen Volksschulgesetz das Aus für die Schule.

1969 war das offizielle Ende der Mittersthaler Schule.

1974 einzelne Grundschulklassen der Deininger Gesamtschule wurden bis zum Ende des Schuljahres 73/74 noch in Mittersthal unterrichtet.

Lehrkräfte an der Schule:

Heinz Wittek 1.9.1958 – 30.8.1965, Klaus Reiser 1.9.1963 – 30.8.1964,

Schmidt 1.9.1964 – 15.9.1964, Elfriede Ehrenreich 16.9.1964 – 30.8.1965,

Martin Meier 1.9.1965 – 30.8.1969, Mathilde Meier 1.9.1965 – 30.8.1969,

Günter Grübl ab 1.5.1966, Gudrun Mopler 1.9.1967 – 30.8.1969,

Manfred Käufl ab 1.9.1969, Christine Käufl ab 1.9.1969.

1600 -1604 In den Visitationsprotokollen wird noch keine Schule genannt, ebenso nicht bei den nachfolgenden der protestantischen Zeit.

1629 Visitator findet, dass der Mesner 18 Metzen Korn und 2 Wiesenflecklein zur Besoldung hat. Dass er Schule gehalten hat, davon ist keine Rede.

1676 Visitationsbericht: Schule und Lehrer fehlen.

1688 Schulmeister ohne Namen erwähnt, ist aber sehr nachlässig und unterrichtet wenig. Kein Schulhaus. Mitten im Winter kommen bloß 12 – 15 Schüler. Einkommen: 1 Tgw. Wiesen, von der Gemeinde 18 Metzen Korn, 4-5 fl. Accidentien, Aufnahme durch weltliche Behörde. Professio fidei nirgends abgelegt. In Kleinalfalterbach keine Schule, sie verlangen auch keine.

1692 Lehrer vorhanden; wenn nicht zu loben, doch erträglich. In Kleinalfalterbach selten Christenlehrer.

1706 45 Schüler, im Winter 30. Besoldung des Lehrers gering. In Kleinalfalterbach hält der Mesner im Winter Schule für 20 Kinder.

1717 Matthias Klein, Schulmeister kommt nach Weinsfeld.

1720 Georg Lachner, Schulmeister in Berg, bekommt dort einen schlechten Bericht. Ihm wird seine Nachlässigkeit im Dienst und Beleidigung des Pfarrers vorgeworfen. Danach wird er nach Großalfalterbach versetzt.

1722 Visitationsbericht: Mesner ein guter und rechtschaffener Mann.

1730 Schullehrer und Mesner Hans Glos (Glas), geboren 1706 in Schnufenhofen, ohne Handwerk, aufgenommen vom Grafen von Holnstein. Für seine Kirchenwiese hat er 2fl 30 kr Pacht zu bezahlen. Besoldung 55 fl 24 kr.

1739 Visitationsbericht: Lehrer kann ehrlich leben, das weltliche Amt nimmt ihn auf. In Eichstätt examiniert und konfirmiert.

1744 stirbt Lehrer Georg Lachner im Alter von 88 Jahren.

1758 Josef Lachner verlässt Großalfalterbach. Er hat sich bei seinem Vetter Lehrer Hans Adam Glas, als Kirchen- und Schuldiener gebrauchen lassen. Auch mit Singen, Lesen und Schreiben ist er den Schulkindern fleißig vorgestanden.

1766 Mesner- und Schulhaus wird von der Kirche unterhalten.

1788 wird das erste Schulhaus mitten im Orte „nächst der Kirche“erbaut. Einstöckig, mit Ziegeln bedeckt. Eigentum und Baulast: Schulgemeinde und Kirchenstiftung Groß- und Kleinalfalterbach.

1833 Reines Einkommen der Schulstelle von Großalfalterbach 168 fl 57,5 kr.

1844 erscheint vor dem Armenpflegschaftsrat Leonhard Glas, ehemaliger Schullehrer und Mesner, und stellt nachstehende Bitte: Er ist 78 Jahre alt, ganz unvermögend, gebrechlich, seines Dienstes entlassen und vermag sich nicht mehr selbst zu ernähren. Sein kleiner Lohn als Gemeinde-Flurwächter reicht nicht, um die nötigsten Bedürfnisse zu befriedigen, deshalb ist er gezwungen die Armenpflege um Unterstützung zu bitten.

1845 erhält der Lehrer und Mesner Peter Schwarzer für das Säubern der Kirchenwäsche 3,5 Pfund Seife und 6 Besen zum Auskehren der Kirche.

1850 der erledigte Schul- und Mesnerdienst soll wieder besetzt werden. Der erwähnte Dienst gewährt ein Jahreseinkommen von 200 fl.

1850 der neue Pfr. Klob wird der versammelten Schuljugend außerhalb des zu engen Schulhauses vorgestellt und es wird ihm die Aufsicht auf den Unterricht übertragen, da dieser bisher immer mit Lehrern versehen war, welche ihrer Aufgabe nicht hatten entsprochen.

1860 Reines Einkommen der Schulstelle 230 fl 55,2 kr

1863 der Lehrer bekommt ein Einkommen von 280 fl.

1863 der Schullehrer Friedrich Hess legt beim Bezirksamt Beilngries seinen Diensteid ab.

1878 Laut Entschließung der Regierung von Mittelfranken ist der Lehrer Michael Bschick zum Schullehrer in Herrieden ernannt. Sein Nachfolger in Großalfalterbach wird für drei Monate der Schulverweser Johann Baptist Mayerhöfer. Ihm folgt Franz Kreuzer als Schulleiter.

1881 Der Voranschlag für den Schulhausumbau zu Großalfalterbach beziffert sich auf 6486,07 Mark. Nach den bestehenden Bestimmungen und den vorliegenden tatsächlichen Verhältnissen, verteilen sich nun die Kosten so, dass davon die Hälfte mit 3243,04 Mark die Schulgemeinde (Eingeschulte) von Großalfalterbach und die andere Hälfte, also je ein Viertel die Kirchengemeinde Großalfalterbach und die Kirchengemeinde Kleinalfalterbach zu tragen hat.

1882 der Lehrer Franz Kreuzer erhält einen Urlaub vom 23. Juli bis 3. September. Die letzte Woche des Schuljahres vom 23. bis 31. Juli wird der Unterricht vom Pfr. M. Betz als Lokalschulinspektor erteilt.

1886 Statistik: Schul-, Kantor-, Organisten- und Mesnerdienst vorhanden. Vorbereitung I, II und III Klasse. 60 Werktagsschüler, 15 Feiertagsschüler. Eingeschult: Sallmannsdorf, Kleinalfalterbach, 4 Häuser von Pirkach, Körndlhof und 2 Bahnwärterhäuser. Besetzungsrecht: Kgl. Regierung. Lehrzimmer: Parterre, beschränkt, 4 Fenster (feucht). Die Schulgemeinde liefert 18 Ster weiches Scheitholz und bezahlt das Beifahren, Spalten und Anrichten desselben. Beheizung und Reinigung der Schullokalitäten besorgt der Lehrer für 15 Mark. Wohnung: Parterre, 1 heizbares kleines Wohnzimmer mit 2 Fenstern, 1 unheizbare Kammer mit 1 Fenster, 1 helle Küche mit Kochherd. Unter dem Dach sind 2 heizbare Dachkammern mit 1 bzw. 2 Fenstern (alles feucht). Unter dem Schulzimmer befindet sich der Stall, welcher durch eine Wand in 1 Viehstall (für 2 Stück Vieh) und in den Schweinestall geteilt. Boden und Hofraum sind klein, die Scheune ist 100 Schritte vom Schulhaus , ist ruinös, soll bald repariert werden. Der Keller ist außer dem Hause, wegen seiner Lage und wegen des Eindringens von Wasser fast unbenützbar. Der Backofen befindet sich neben dem Schulhaus. Das Wasser muss aus einem Privatbrunnen geholt werden. Einkommen als Lehrer: Schulgeld von 36 Werktagsschülern à 3,44 M, 18 Feiertagsschüler à 2.40 M.

1889 Ein Schreiben des Bezirksamt Beilngries fordert die Schulsprengelvertretung auf, ein neues Schulhaus zu erbauen. Das derzeitige Schulzimmer hat eine Länge von 6,55m, eine Breite von 4,65m und eine Höhe von 2,60m. 66 Schüler besuchen in diesem Jahr die Schule. Die Gemeinde Großalfalterbach möchte nur durch einen Anbau das Schulzimmer vergrößern. Das Bezirksamt drängt auf einen Neubau. Der Lehrer schickt ein eigenes Beschwerdeschreiben an die Königl. Regierung. Darin zählt er alle Missstände auf, wie z.B. zu kleines Schulzimmer, nasse schimmelige Wände, auch in der Lehrerwohnung. Der Lehrer schlägt vor, dass die Schüler geteilt und in zwei Gruppen hintereinander unterrichtet werden. Dieser Vorschlag wird von der Regierung sofort genehmigt, ebenso wird der Zustand des Schulhauses für so schlecht befunden, dass es nicht einmal als Wohnung für den Lehrer zumutbar ist.

1890 Großalfalterbach beschließt den Neubau eines Schulhauses mit einer Lehrerwohnung. Ein Bauplatz in westlicher Richtung wurde bereits ausgesucht. Auch der Lehrer Franz Kreutzer erklärt sich mit dem Plan einverstanden und die Regierung genehmigt die Baupläne.

1891 Neubau des Schulhauses durch die Gemeinde allein, das bisherige wird getauscht gegen Pl.-Nr. 35, Hofraum und Garten mit Draufgabe von 725 Mark. Das Schulhaus wird am 1. Oktober bezogen.

1894 Der Lehrer Franz Kreutzer stirbt an Typhus. Um die verwaiste Stelle bewerben sich sechs Lehrer. Die Schule bleibt den Winter über geschlossen.

1895 dem Schullehrer Josef Griener wird die Lehrerstelle ab Februar übertragen.

1897 Josef Griener beantragt seinen Ruhestand. Seine Stelle in Großalfalterbach übernimmt einen Monat Praktikant Ferdinand Hack, danach Schullehrer Michael Brunner.

1908 Statistik: 60 Schulkinder in einem Schulraum.

1927 Die Kirchenstiftungen Groß- und Kleinalfalterbach überlassen der Gemeinde Großalfalterbach Pl.-Nr. 35a, Schulhaus mit Waschhaus und Abortanlage, Stall mit Stallung, Backofen und Hofraum 0,092 ha, um den Preis von 3000 Goldmark.

1928 Hauptlehrer Michael Brunner tritt in den Ruhestand, sein Nachfolger wird Lehrer Franz Xaver Hilmer.

1946 der Unterricht findet zweiklassig statt. Allerdings wird eine Gruppe vormittags unterrichtet, die andere am Nachmittag, da nur ein Schulraum zur Verfügung steht.

1950 Lehrer Franz Xaver Hilmer wird nach Thannhausen versetzt, seine Stelle übernimmt Lehrer Andreas Brombierstäudl, ihm folgt Peter Sabel.

1951 Josef Denk wird Schulleiter, in seiner Zeit beginnt der Streit um die Pirkacher Schulkinder.

1953 dürfen die Hälfte der Schulkinder von Pirkach nicht mehr in Großalfalterbach am Unterricht teilnehmen und müssen nach Batzhausen gehen.

1958 Jakob Meier wird Schulleiter von Großalfalterbach und setzt sich für einen Erweiterungsbau mit zwei Klassenräumen ein, damit der Schichtunterricht ein Ende nimmt. Der Grundstein für den Umbau wird gelegt.

1961 der Um- und Erweiterungsbau des Schulhauses wird abgeschlossen. Die Kinder aus Pirkach können wieder gemeinsam nach Großalfalterbach zur Schule gehen. Im alten Schulhaus wird zusätzlich zu den beiden Klassenzimmern ein Mehrzweckraum eingerichtet.

1969 wird die Volksschule Großalfalterbach aufgelöst. Die Hauptschüler kommen nach Deining und die Grundschüler werden nach Batzhausen eingegliedert. Ausgelagerte Klassen werden aber noch bis 1972 bzw. 1975 in Großalfalterbach unterrichtet.

1978 das Schulhaus wird verkauft und privat genützt.

Seger Johann 1625. Seger Leonhard 1655. Seger Johann 1670. Johann Georg Schweiß 1690. Johann Pöringer 1698 – 1706. Matthias Klein  1717. Georg Lachner 1717 – 1718. Hans Adam Glas 1730 – 1780. Josef Lachner 1757. Wolfgang Adler 1781. Leonhard Glas 1788 – 1814. Johann Evangelist Glas 1812 – 1816. Josef Merl 1817 – 1841. Peter Schwarzer 1841 – 1850. Lorenz Pemsl 1842. Lorenz Mader 1850. Richard Mader 1851. Andreas Hafner 1851 – 1858. Justinian Meyer 1858 – 1863.

Friedrich Heß 1863. Johann Rigauer 1863 – 1873. Michael Bschick 1873 – 1878. Johann Mayerhöfer 1878. Franz Kreuzer 1878 – 1894. Otto Klenner 1894. Josef Griener 1895 – 1897. Ferdinand Hack 1897. Michael Brunner 1897 – 1928. Josef Hilmer 1928 – 1949. Barbara Wittenbauer 1946 – 1948. Rosa Pfeiffer 1948 -1951.

Andreas Brombeerstäudl 1949. Peter Sabel 1950 – 1951. Josef Denk 1951 – 1956. Karl Semmler 1951 – 1954. Ingeborg Metz 1954. Anna Weinfurtner 1954 – 1955.

Hildegard Arnold 1956 – 1959. Jakob Meier 1958 – 1969. Irmtraud Lindner 1959 – 1960. Waltraud Geißberger 1960 – 1962. Anton Geißberger 1962 – 1963. Waltraud Plötz 1963. Josef Stelz 1963. Anton Schleicher 1963. Franz Stur 1963 -1964. Ida Neunzig 1964 – 1966. Anna Salter 1966 – 1972.

1676 Visitationsbericht: Schule und Lehrer fehlen.

1688 Visitationsbericht: Der Schulmeister ist ein guter alter Mann, hat ca. 25 Schüler. Pfarrer besucht die Schule selten. Lehrer wohnt auf dem schlecht gedeckten Friedhofsturm, bei dem auch ein kleiner Stadel ist. Baulast hat die Kirche, es sollte aber auch die Gemeinde etwas leisten. Einkommen: von der Gemeinde 6 Metzen Korn, 2-3 Metzen Läutgaben, 5 Metzen Hafer, 30 Kreuzer von der Kirchenwäsche, 3-4 fl (Gulden) Accidentien (Bezüge, Lohn), von der Gemeinde 2 Maß Brennholz. Christenlehre hält der Pfarrer, aber mit geringem Erfolg.

1691 Georg Mittelhammer, Mesner und Schulmeister, Schwager von Pfarrer Lukas Knab.

1692 Visitation: Mesner ein erfahrener und guter Mann.

1694 Visitationsbericht: Mesnerhaus ist wieder restauriert. Georg Streit, Schullehrer und Mesner, vom Oberheiligamt (Kirche) verpflichtet.

1706 Pfarrbeschreibung: Schüler im Winter 30, in den Filialen 20 bzw. 24. Ein Lehrer vorhanden, zugleich Schneider mit geringer Besoldung.

1739 Visitationsbericht: Schulmeister lehrt die Kinder lesen, die Handschrift ist aber schlecht. Einkommen 40fl, der Profession nach Schneider, hat schlechtes Haushalten und schlechten Humor. Schulhaus bis jetzt vom Heiling (Kirche) auferbaut und unterhalten, will aber jetzt der Gemeinde zugeschoben werden. Georg Rackl von Döllwang klagt gegen den Schulmeister, weil dieser die Dragoner gegen ihn aufgehetzt und sie beschenkt hat, dass sie ihn schlagen möchten. Der Lehrer drohe außerdem, in der Schule die Kinder von Rackl hart zu traktieren.

1740 Mesner und Schulmeister Johann Adam Schweizer gestorben. Sein Sohn Michael Schweizer bewirbt sich um die Nachfolge, wird aber vom Pfarrer wegen „notorischer Untüchtigkeit“, schlechter Handschrift und schlechter Stimme abgelehnt. Die Regierung hält aber an ihm fest und verfügt „ihn nicht zu torpedieren“. Der Generalvikar besteht darauf, ihn nicht als Mesner anzuerkennen. Der Pfarrer schlägt der Regierung in Amberg den Schulmeistersohn von Wissing, Georg Simon Pecher vor, der bereit ist, der Witwe Schweizer jährlich 4 Metzen Korn und 2fl lebenslänglich zu zahlen, sowie den drei Kindern einmalig 10fl. Der Dienstertrag ist ca. 40fl. Während früher 30 Kinder die Schule besuchen, kommen zum jungen Schweizer nur 4 Kinder.

1741 Schulhaus steht im Friedhof, von der Kirche gebaut und unterhalten. Besoldung: 1 Wiese, etliche Äcker, um den halben Pacht von der Kirche dem Mesner überlassen, von 32 Häusern je ½ Metzen Korn und eine Läutgabe, 8fl Schulgeld. 1757 Konrad Merl, Schullehrer und Mesner.

1781 das Schulhaus in Döllwang wird umgebaut.

1787 Konrad Merl hat ein Einkommen von 47fl 27kr.

1811 Visitationsbericht: Die Schule in Döllwang zählt ca. 66 schulpflichtige Kinder und diese sind in einem sehr engen, dumpfen und finsteren Raum eingeengt, dass man beim hellen Tage die Laterne des Diogenes bräuchte. Dieser Übelstand wird dadurch noch übler, indem das ganze Schulhaus total ruinös ist. Da der Schullehrer weder für den kommenden Winter das Schulhaus bewohnen, viel weniger darin Schule halten, noch selbes ausgebessert werden kann, so wird vorgeschlagen: 1. Man miete die obere, geräumige und leerstehende Wirtsstube zum Schulgebrauch. 2. Nahe beim Ort befindet sich ein sehr geräumiger öder Platz, worauf das neue Schulhaus und ein Schulgarten verlegt werden könnte. Das alte  ruinöse Schulhaus wird verkauft und zum Bau verwendet. Die Filialkirchen Wappersdorf und Weihersdorf haben schöne Waldungen, aus diesen könnte man das Bauholz und jenes zum Kalkbrennen nehmen und da sie vermögend sind, auch eine beliebige Summe bewilligt werden. So könnten auch die eingeschulten Gemeinden ihren Teil beitragen.

1811 Brief des Schulmeisters Kaspar Janko: Das Schulhaus ist baufällig und viel zu klein, es besteht aus einem einzigen Zimmer, welches zugleich Schul- und Wohnzimmer, leider Gottes auch oft als Krankenzimmer herhalten muss, wenn jemand im Schulhaus krank wird. In diesem kleinen Häuschen ist kein Platz vorhanden, wo ein Zimmer angebracht werden könnte. Nur oben unter dem Dach ist ein kleines Kämmerlein, wo man im Sommer vor großer Hitze und im Winter vor großer Kälte fast zugrunde gehen muss. Nachdem nun auch die Königl. Baierische Verordnung die zwei Filialschulen Wappersdorf und Weihersdorf ganz aufgehoben und zur Pfarrschule nach Döllwang einverleibt sind, so ist höchst notwendig, dass das Schulzimmer vergrößert und vom Wohnzimmer abgesondert werde. Schon vor zwei Jahren war  Herr Kreis- und Bauinspektor von Eichstätt hier und sah das Schulhaus in Döllwang für einen notwendigen Bau an. Aber seitdem ist es durch das gewaltige hinein Wittern soviel schlechter geworden, dass es unmöglich war, länger darinnen zu wohnen. Denn alle Fensterstöcke samt den Rahmen sind völlig verfault, die Stubentür ganz zerbrochen, der Feuerofen zum einfallen hergerichtet, sodass wir immer in größter Gefahr sind, dass nicht etwa noch ein großes Unglück mit dem Feuer geschehen könnte. Daher ergeht mein untertänigst gehorsamstes Bitten mich in dieser Sache zu unterstützen und aus Liebe zu meiner Schuljugend mir künftigen Winter zu einer anderen tauglichen Herberge behilflich zu sein.

1812 Der Bau eines neuen Schulhauses ist dringend notwendig und bereits mit einem Kostenvoranschlag von 990fl im Bauetat von 1811/12 aufgenommen. Die Gemeinden Wappersdorf, Weihersdorf und Wangen wollen dies aber nicht mittragen und verlangen ihrerseits, dass das Schulhaus für die ganze Pfarrei entweder in Wappersdorf gebaut wird, oder sie sich selbstständig machen wollen und ihr eigenes Schulhaus bauen werden. Der Pfarrer von Döllwang merkt an, dass die Schule in den Ort gehört, in dem der Pfarrer wohnt, denn er könne unmöglich mehrmals in der Woche eine halbe Stunde Fußweg auf sich nehmen, um die Schule vorschriftsmäßig zu besuchen. Nach vielen Streitereien einigte man sich auf einen kostengünstigen Bau in Döllwang, mit Baumaterial aus den Kirchenhölzern.

1815 Lehrer Janko streitet mehrere Jahre um mehr Lohn, erhält ihn aber nicht. Als er erblindet, ersucht er das Königl. Bayer. Generalkommisariat um eine hinreichend jährliche Zulage oder ihm als Besoldungszulage eine Pfründe vom Spital zu Freystadt anzuweisen. Er muss nun aus seinem kargen Gehalt auch noch einen Hilfslehrer bezahlen, da er selbst nicht mehr unterrichten kann.

1818 Der erblindete Lehrer Kaspar Janko macht die mündliche Anzeige, dass er nun seiner Bitte gemäß, durch die gnädigste Verleihung einer zweiten Spitalpfründe zu Freystadt, in seinem Unterhalt gesichert, von dem Schuldienst in Döllwang befreit ist und bereits in das Spital in Freystadt gezogen ist. Dadurch ist der Schuldienst in Döllwang mit dem Mesnerdienst „in Erledigung gekommen“, also für einen neuen Lehrer frei.

1819 Der Schulprovisor Peter Pöringer wird für immer vom Schulamt ausgeschlossen, nachdem er einem neu ankommenden Schulamtsanwärter erzählt hatte, dass es in Döllwang sehr wenig zu verdienen gäbe. Der Schulprovisor Hell kommt für Pöringer nach Döllwang. Dem Peter Pöringer wurde seine Entlassung erst bei Ankunft des neuen Lehrers Hell mitgeteilt, weil in der Pfarrei sonst niemand vorhanden gewesen wäre, der den Mesner- und Kirchendienst hätte versehen können.

1820 In den Jahren 1819/1820 wird das Schulhaus gebaut, wie mehrere Rechnungen der einzelnen Handwerker bezeugen.

1821 stirbt der Schullehrer Kaspar Janko und seine Witwe Elisabeth Janko bittet die Regierung ihr die 25 fl auch für das Jahr 1821/22 zu gewähren.

1825 Der Lehrer Leonhard Hell bittet darum, dass ihm auch für die Feiertagsschule Schulgeld gewährt wird. Das wird aber mit der Begründung abgelehnt, dass das noch kein anderer Lehrer des Bezirks verlangt hat.

1841 Leonhard Hell wird nach Günching versetzt und an seine Stelle Karl Neupert von Loderbach nach Döllwang berufen.

1845 stirbt der Lehrer Neupert und hinterlässt Frau und sieben unmündige Kinder. Sein Nachfolger Johann Krepl von Pfraundorf muss an die Witwe Neupert drei Jahre lang ein Absent (Rente) von 10 fl zahlen.

1857 wird bei der Schulprüfung festgestellt, dass eine Erweiterung des Schulhauses im Interesse der Gesundheit der Kinder unumgänglich notwendig ist.

1858 gehen mehrere Briefe von der Pfarrei, der Gemeinde und der Baubehörde hin und her, in denen es um Befürwortung oder Ablehnung einer Erweiterung des  Schulgebäudes geht. Ebenfalls wurden bereits Kostenvorschläge und Baupläne erarbeitet.

1859 schreibt der Schullehrer Johann Krepl an die Regierung der Oberpfalz: Seit mehr als zehn Jahren wurde bei der jährlichen Schulprüfung die Beengtheit des Schulzimmers gerügt und auf eine Erweiterung des Schulhauses hingewiesen. Die Schule zählt derzeit 75 Schüler, es könnten aber noch mehr werden, wenn die Schulzeit bis zum dreizehnten Lebensjahr verlängert wird. Diese Schülerzahl ist täglich in ein 21-Schuh langes und 14-Schuh breites Schulzimmer eingepresst. Der Stall befindet sich unter dem Erdgeschoss im Keller und ist nur durch eine Falltüre erreichbar, die die ganze Breite des Fletzes (Flur) einnimmt und über welche täglich vielmals gegangen werden muss, weil sie sich zwischen Wohnzimmer und Küche befindet. Schon beinahe alle meine Familienmitglieder sind durch genannte Falltür hinabgestürzt und haben bedeutende Verletzungen erlitten. Da der Bau aber jetzt bevorsteht, möchte ich nicht weitere Klagen vorbringen.

Der Schulbau verzögert sich weiterhin, da in Döllwang ein ansteckendes Nervenfieber ausgebrochen ist und die Getreideaussaat zuerst erledigt werden muss. Außerdem mussten männliche Gemeindebürger zum Militärdienst einrücken und es herrscht große Bestürzung der Landbevölkerung wegen des drohenden Weltbrandes. Im Oktober erstattet die Gemeinde Bericht, dass die Erweiterung des Schulhauses vollendet ist. Die Gesamtkosten betrugen 1058 fl und 20 kr.

1874 findet eine Schulvisitation statt.

1875 wird dem Lehrer Johann Krepl nahegelegt, um Pensionierung oder um eine kleinere Schulstelle nachzusuchen. Er bittet aber darum, in Döllwang bleiben zu dürfen, da er bereits seit 30 Jahren diesen beschwerlichen Dienst versieht. Das wird ihm genehmigt.

Die Schülerzahlen reduzieren sich, da Wappersdorf eine eigene Schule eröffnet.

1878 Johann Krepl reicht mit 71 Jahren und nach 51 Jahren Schuldienst sein Pensionierungsgesuch ein.

1879 der Schulgehilfe Michael Balk aus Meckenhausen wird kurzzeitig zum Lehrdienst nach Döllwang berufen. Der Lehrer Sebastian Peißner kommt von Reichertshofen als Nachfolger  Johann Krepls nach Döllwang. Sein Einkommen beträgt 780 Mark.

1882 Sebastian Peißner wird nach Treffelstein versetzt und die Lehrerstelle in Döllwang übernimmt Georg Maier aus Kürmreuth.

1884 findet wieder ein Lehrerwechsel statt, Georg Maier geht nach Seugast und Alois Scheck kommt aus Burggriesbach.

1886 auf eigenes Ansuchen wegen körperlicher Dienstunfähigkeit wird der Lehrer Alois Scheck im Oktober in den Ruhestand versetzt. Eine Woche später verstirbt er.

Zur Aushilfe wird der Schulpraktikant Alois Schatz aus Regensburg bestimmt.

Ab November unterrichtet Johann Hofmann aus Sondersfeld für 810 Mark in Döllwang.

1889 der durch die Versetzung des Lehrers Johann Hofmann nach Thannhausen erledigte Schuldienst ist Georg Stiegler in Langenteilen übertragen worden.

1890 Lehrer Stiegler berichtet, dass die Schule derzeit von 28 Kindern besucht wird.

1894 Dem Lehrer Georg Stiegler wird die freigewordene Stelle in Wolfsbuch übertragen. Sein Nachfolger in Döllwang wird Michael Linhard aus Vilshofen.

1898 wird das Schulhaus renoviert.

1899 schreibt das Bauamt: Die Lehrerwohnung im Schulhaus ist sehr beschränkt. Dieselbe besteht aus einem Wohnzimmer, das der Lehrer zugleich als Schlafzimmer benutzen muss, weil die anstoßende Kammer als Schlafzimmer viel zu klein und feucht ist. Außerdem hat der Lehrer im ersten Stock ein kleines Kinderzimmer und eine noch kleinere Kammer, zu ebener Erde eine Magdkammer und Waschküche. Diese Wohnung entspricht nicht den bescheidensten Ansprüchen. Das Gebäude ist baulich sehr heruntergekommen. Die Fenster sind verfault, die Fensterläden hängen als Trümmer am Hause, die Treppe ist vollständig ausgetreten. Die Kosten für die Erneuerung der schlechten Schulbänke betragen 2000 Mark. Die Wohnung würde aber trotz Reparatur immer wieder zu Klagen Anlass geben, denn das Schulhaus steht im Friedhof vor der Kirche und ist baulich schlecht und es ist schade für jeden Pfennig, der noch für dieses Gebäude ausgegeben wird. Die Ostseite liegt zwei Meter vom Gottesacker entfernt, das Wohnzimmer liegt tiefer als der Friedhof, der bis zur Fensterhöhe ansteigt. Die Südseite berührt die Ortsstraße und zwar an einem Punkt, an welchem unter einem rechten Winkel die Bahnhofstraße Deining von Waltersberg her verläuft, sodass die Fuhrwerke mit Peitschenknall stets an das Schulhaus an- und vorüberfahren. An der Westseite liegt einen Stock tiefer als das Wohnzimmer des Lehrers Stall und Keller. Gegenüber der Südseite steht das überragende Pfarrhaus, das dem Schulhaus die Mittagssonne raubt und deshalb ungesund ist.

1903 der Lehrer Michael Linhard wechselt von Döllwang nach Freystadt. Seine Stelle wird im Kreisamtsblatt ausgeschrieben. Das Diensteinkommen beträgt 1200 Mark, außerdem noch nicht eingerechnetes Einkommen von 163,91 Mark. Schulverweser Franz Xaver Haimerl aus Steinberg übernimmt die freie Stelle in  Döllwang.

1904 schreibt das Bezirksamt an die Regierung der Oberpfalz, dass ein Schulhausneubau angebracht wäre.

1905 wünscht Pfr. Thumann, ebenso dringend wie sein Vorgänger, die Errichtung eines Schulhauses, kann aber gegen die Gemeindebewohner nichts ausrichten, die sich seit 15 Jahren gegen dieses Vorhaben wehren. Eine Ortsbesichtigung ergab, dass vor allem die Schulaborte ungenügend sind. Sie sind außer Haus, an die Scheune anstoßend angelegt und nur durch eine Bretterwand gebildet, aber nicht abgedeckt. Die Lehrerwohnung ist aber in noch wesentlich schlechterem Zustand und menschenunwürdig. Wieder schlägt die Kommission einen Neubau vor.

1907 findet auch wieder ein reger Briefwechsel mit Schuldzuweisungen, Beschwerden und Beschlüssen, zwischen der Gemeinde, dem Schulamt und den Behörden zu dem gewünschten Neubau statt.

1907 wird der Lehrer Franz Xaver Haimerl nach Hohenburg versetzt.

1908 wird sein Nachfolger in Döllwang, Joseph Platzer aus Aufhausen.

1909 beschließt der Gemeindeausschuss den Neubau des Schulhauses.

1910 beginnt der Schulhausbau und wird nach einem Jahr fertiggestellt.

1914 wird das alte Schulhaus wegen der Kirchenerweiterung abgerissen.

1916 Lehrer Platzer wird zum Heeresdienst einberufen. Für die Dauer seiner Abwesenheit übernimmt die Schulpraktikantin Cäcilia Königer aus Berngau  die Aushilfsstelle.

1919 unterrichtet Joseph Platzer wieder in Döllwang.

1925 Hauptlehrer Platzer wird nach Neumarkt versetzt und seine verwaiste Stelle in Döllwang wird dem Lehrer Josef Böllert übertragen. Die Ehefrau von Josef Böllert übernimmt den Handarbeitsunterricht an der Schule.

1954 tritt der Oberlehrer Josef Böllert in den Ruhestand und Lehrer Georg Meier unterrichtet ein halbes Jahr die Döllwanger Schulkinder.

1955 Lehrer Hans Luft aus Thalmässing wird auf seinen Antrag hin an die Volksschule in Döllwang versetzt.

1969 der Schulverband Deining wird gegründet und es werden nur noch einzelne Jahrgänge in Döllwang unterrichtet, die auch aus anderen Dörfern mit dem Schulbus transportiert werden.

1972 die Schule in Döllwang wird aufgelöst und die letzten verbliebenen Schüler und Lehrer Luft wechseln nach Deining in die Verbandsschule. 

Namentlich bekannte Lehrkräfte an der Döllwanger Schule:

Georg Mittelhamer 1691. Georg Streit 1694 – 1711. Johann Adam Schweizer bis 1740. Michael Schweizer 1740. Georg Simon Pecher 1742. Konrad Merl 1757 – 1787. Kaspar Janko 1771 – 7.11.1818. Josef Merl 1815. Peter Pöringer bis 5.1.1819. Leonhard Hell 5.1.1819 – 22.10.1841. Karl Neupert 1841 – 15.2.1845. Johann Krepl 6.8.1845 – 16.1.1879. Michael Balk 16.1.1879 – 16.3.1879. Sebastian Peißner 16.3.1879 – 1.7.1882.  Georg Maier 16.7.1882 – 30.4.1884.  Alois Scheck 1.6.1884 -30.9.1886. Alois Schätz 1.10.1886 – 15.11.1886. Johann Hofmann 16.11.1886 – 16.7.1889. Georg Stiegler 16.7.1889 – 16.11.1896. Michael Linhard 16.11.1896 – 16.3.1903. Franz Xaver Haimerl 16.3.1903 – 16.2.1908. Joseph Platzer 16.2.1908 – 1.6.1925. Cäcilia Königer 1.9.1916 – 6.1.1919. Josef Böllert 1.6.1925 – 31.11.1254. Theresia Böllert 1.10.1925.  Matthias Schuster Sept. 1945 – Jan. 1946. Johann Loda Nov. 1946 – Juli 1947. Elfriede Gleißner 8.1.1946 – Okt 1947. Georg Meier 18.10.1954 – 31.1.1955. Hans Luft 1.2.1955 – 31.7.1972. Richard Dotzer 5.7.1961 – 25.7.1961. Erich Sennebogen 4.11.1964 – 31.1.1965. Günther Heinemann 4.10.1967 – 29.10.1967. Bernhard Kaksch 1.11.1968 – 31.1.1969.

1922 wurde ernstlich an den Neubau eines Schulhauses in Leutenbach gedacht. Dafür sollte Tauernfeld mit Leutenbach vereinigt, sowie der Bahnhof Deining und der Bahnwärterposten Nr. 26 vom Schulsprengel Deining abgetrennt und der Schulsitz nach Leutenbach verlegt werden.

1925 stellte der Gemeinderat mit einstimmigen Beschluss den gleichen Antrag. Zur Begründung wurde geltend gemacht, dass es zweckmäßig sei, die ganze Gemeinde Leutenbach in einem Schulsprengel zu vereinigen, dass aber dann Leutenbach als Sitz der Schule in Betracht komme, weil es die bei weitem größere und steuerkräftigere Ortschaft sei und auch eine weitaus größere Kinderzahl aufweise. Diesem Vorhaben setzten aber die Tauernfelder heftigen Widerstand entgegen, indem sie darauf hinwiesen, dass Tauernfeld bereits seit 1846 Schulsitz wäre. Die Regierung fand auch diesen Standpunkt berechtigt, was wiederum die Gemeinde Leutenbach ablehnte. Ein heftiger Streit zwischen den Orten entbrannte. Folglich blieben nur noch zwei Möglichkeiten: 1. Belassen der Schulsprengel Tauernfeld und Leutenbach in ihrem gegenwärtigen Umfang, nämlich nur ein Schulhausneubau in Tauernfeld. 2. Neubau eines Schulhauses in Tauernfeld, sowie Errichtung eines eigenen Schulhauses in Leutenbach. Ausschlaggebend für die Wahl der 2. Möglichkeit war schließlich eine gütliche Einigung aller Beteiligten.

1928 wird vom Bezirksamt Neumarkt die Genehmigung erteilt, dass der Schulsprengel Tauernfeld in seinem bisherigen Umfang bestehen bleibt. Die Ortschaft Leutenbach, Bahnhof Deining und der Bahnwärterposten 26 scheiden aus dem Schulsprengel Deining aus und bilden einen eigenen. Sowohl in Tauernfeld als auch in Leutenbach soll ein neues Schulhaus mit je einem Schulsaal und einer Lehrerwohnung erbaut werden. Die beiden Ortschaften müssen einen geeigneten Bauplatz zur Verfügung stellen und die gesamten Kosten des Rohbaus aufbringen. Zu den Kosten des Schulhausbaues in Tauernfeld, wie sie sich nach Abzug der Kreiszuschüsse ergeben, hat die Gemeinde Sengenthal nach dem gesetzlichen Maßstab beizutragen. Die sämtlichen übrigen Kosten für den Neubau der beiden Schulhäuser werden von der Gemeinde Leutenbach aufgebracht.

1929 wurde vom Staatsministerium die Zuweisung einer Lehrerstelle für die zu errichtende Volksschule in Aussicht gestellt. Allerdings bedurfte es noch einer eingehenden Prüfung, ob die beiden Gemeinden in der Lage sind, die Kosten beider Schulhäuser wirklich aufzubringen. Diese Frage konnte von der Regierung bejaht werden. Mit dem Bau des Schulhauses in Leutenbach darf erst begonnen werden, wenn von der Gemeinde ein Baufond von wenigstens 6500 Mark bereitgestellt ist. Es war dann sogar mehr Geld vorhanden, nämlich 4000 M aus einem Jagdpachtvertrag, 2850 M Guthaben bei der Sparkasse, sowie 3000 M durch eine Umlagenerhebung. Im Mai wurde mit dem Bau des Gebäudes begonnen und im November war es fertiggestellt.

Der Unterricht konnte bereits am 16. November aufgenommen werden.

Am 21. November fand die Einweihung des Schulhauses statt.

Das Gebäude bestand aus einem Klassenzimmer und der Lehrerwohnung. Zusätzlich wurde noch ein Nebenraum geschaffen, der der Gemeinde als Standesamt diente.

1945 durfte Lehrer Weindler wegen Nazi-Vorwürfen nicht mehr unterrichten, erst wieder nach seiner Entnazifizierung drei Jahre später.

1954 vergrößerte sich die Schülerzahl um die Tauernfelder Kinder, da deren Schule wegen geringer Kinderzahl schließen musste.

1965 zählte man 59 Kinder und es sollte ein zweites Klassenzimmer angebaut werden.

1968 wurde die Genehmigung dafür zurückgezogen, wegen der bevorstehenden Schulreform. Lehrer Josef Kohl ging mit seinen Kindern der Oberstufe in die Verbandsschule Deining. Im Schulhaus Leutenbach wurden bis zur Fertigstellung des Deininger Schulhauses, Schüler einer Grundschulklasse des Verbundes unterrichtet.

1972 wurde die Schule endgültig geschlossen.

Lehrkräfte der Leutenbacher Schule:

Josef Weindler 1929 – 1945, Barbara Betz 1939 – 1940, Josefine Graf 1945 -1947, Dr. Röder 1945 – 1947, Irmgard Leibl 1945 – 1947, Anton Wurmthaler 1947 – 1948, Josef Weindler 1948 – 1957, Josef Kohl 1957 – 1969, Georg Hammer 1969.

Straßenverzeichnis der Gemeinde Deining

Stand: 01.02.2008

Arzthofen
  • Lengenbacher Weg
  • Sandweg
 
Deining
  • Altenburgstraße
  • Am Grabenberg
  • Bahnhofstraße
  • Bürgermeister-Keckl-Straße
  • Bürgermeister-Zoch-Straße
  • Dr.-Lang-Straße
  • Espanweg
  • Georg-Lang-Straße
  • Georg-Preu-Straße
  • Gumppenbergstraße
  • Heideckstraße
  • Herbststraße
  • Kirchenweg
  • Kreuzbergstraße
  • Kugelgasse
  • Leutenbacher Straße
  • Löwenthalstraße
  • Magister-Dorn-Straße
  • Mühlweg
  • Obere Hauptstraße
  • Pfarrer-Breindl-Straße
  • Pfarrer-Geidtner-Straße
  • Pfarrer-Zinckel-Straße
  • Rektor-Kohl-Straße
  • Rochus-Schuster-Straße
  • Schloßstraße
  • Schulstraße
  • Schweppermannstraße
  • St.-Anna-Straße
  • St.-Josef-Straße
  • Unterbuchfelder Straße
  • Untere Hauptstraße
  • Velburger Straße
  • Waldstraße
  • Walter-Schimek-Straße
 
Deining-Bahnhof
  • Birkenstraße
  • Eichenstraße
  • Fichtenstraße
  • Tannenstraße
 
 
Gewerbepark Deining
  • Gewerbepark A
  • Gewerbepark B
  • Gewerbepark C

 

Döllwang
  • Am Schulgarten
  • Bergstraße
  • Feldstraße
  • Kreisstraße
  • Labermühlstraße
  • Lindenstraße
  • Talstraße
  • Waltersberger Straße
  • Weihersdorfer Straße
  • Wiesenstraße

 

Großalfalterbach
  • Alte Gasse
  • Batzhauser Weg
  • Hochweg
  • Marterweg
  • Neue Gasse
  • Nordhang
  • Pirkacher Weg
  • Richtweg
  • Sallmannsdorfer Weg
  • Schützenheimweg
  • Südhang
  • Thanner Weg
  • Unter-Mark-Weg

 

Hacklsberg
  • Kochholzweg
  • Moosstraße
  • Stocketstraße
 
Kleinalfalterbach
  • Dorfstraße
  • Gartenweg

 

Leutenbach
  • Höhenbergweg
  • Martinsweg
  • Ortsstraße
  • Stichtlstraße
  • Tauernfelder Straße
  • Weißenrichtweg
 
Mittersthal
  • An der Leiten
  • Friedhofstraße
  • Hochstockweg
  • Siedlungsstraße
  • Sommergasse
  • Tiefenweg
  • Wintergasse
 
Mühlen und Höfe
  • Bäckermühle
  • Büglmühle
  • Graßahof
  • Körndlhof
  • Kreismühle
  • Labermühle
  • Lengenbach
  • Roßamühle
  • Roßberghof
  • Sallmannsdorf
  • Siegenhofener Mühle
  • Sippelmühle
  • Straußmühle
  • Thannbügl
  • Waltershof

 

Oberbuchfeld
  • Alte Straße
  • Günchinger Straße
  • Jakobsweg
  • Zellstraße

 

Pirkach
  • Am Weiher
  • Fürbergweg
  • Lange Straße

 

Rothenfels
  • Arzthofener Straße
  • Burgstraße
  • Kräfftstraße

 

Siegenhofen
  • Jägersteig
  • Josef-Kurz-Straße
  • Kreuzstraße
  • Mühlstraße
  • Oberer Rößberg
  • Steinweg
  • Unterer Rößberg
  • Zimmererstraße

 

Sternberg
  • Sternberg

 

Tauernfeld
  • Am Hopfengarten
  • Deininger Straße
  • Neumarkter Straße
  • Pointgasse
  • Quellenweg
  • Winnberger Weg

 

Unterbuchfeld
  • Am Kapellenacker
  • Am Schwall
  • Amselweg
  • Brunnenweg
  • Hoffeldstraße
  • Im Gewerbegebiet
  • Lengenfelder Straße
  • Oberbuchfelder Weg
  • Pater-Romanus-Straße
  • Unter den Linden

 

Waltersberg
  • Am Bügel
  • Am Gesteinet
  • Am Obstberg
  • Am Plan
  • Badergasse
  • Döllwanger Straße
  • Flurstraße
  • Ringstraße
  • Roßthaler Weg
  • Sternberger Straße
  • Wagnergasse

Die Ortsteile der Gemeinde Deining und auch Deining als Kernort selbst sind nun auch in Wikipedia zu finden.

Nachfolgend der Link für die Seite über Deining in Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Deining.

Eines der letzten urwüchsigen Deininger Gasthäuser wird nun abgerissen und deshalb ist es wert, einmal die Geschichte der alten Wirtshäuser aufzuschreiben, die vor Jahrzehnten das Ortsbild des Dorfes prägten. Um 1900 konnten die Männer fast täglich in einem anderen Wirtshaus ihren wöchentlichen Stammtisch besuchen.

Das Wirtshaus zur Post war eine Herberge für die Reisenden, die mit der Postkutsche hier Rast machten, hier wurden dann auch die Pferde gewechselt für die nächste Etappe der beschwerlichen Reise.

Der erste erwähnte Wirt und Postmeister in Haus Nr. 19 war Rochus Schuster. Bei der Hochzeit seiner Tochter 1676 wird Haus und Wirt zum ersten Mal in den Kirchenbüchern aufgeschrieben. Nächste Besitzer sind Eichenseer Hanns, Götz Stephan, Feihl Leonhard. Das Wirtshaus und die Poststelle bleiben nun mehrere Generationen in der Familie Feihl, bis ca. 1920 Ketterl Wolfgang, Beinhard Josef und Beinhard Herrmann die Geschicke der 1867 gegründeten Brauerei und des Wirtshauses in die Hand nahmen. Gebraut wurde noch bis 1960.

Über Feihl Anton (siebter Besitzer), steht im Saalbuch der Gutsherrschaft von 1923 folgendes: „Feihl Anton, Gastgeber zur goldenen Ente. Zum Rittergut gehören das Wirtshaus mit Tafernrecht, eine große und eine kleine Stallung, eine Schupfe, Kellerhaus, Garten und Acker.“ 

Das Gebäude der Post steht heute noch. Es wurde vor Jahren umfänglich restauriert, um seine Substanz zu erhalten. Gasthaus war es aber schon Jahrzehnte nicht mehr.

Der Hirschenwirt, in unserer Zeit als Gäst bekannt, bestand bereits als der Urkataster angelegt wurde. Blomenhofer Josef wird als erster namentlich erwähnter Hirschenwirt aufgeführt, über ihn steht 1823 im Saalbuch der Gutsherrschaft Deining: „Blomenhofer Joseph, Metzger und Tafernwirth zum goldenen Hirschen. Zum Rittergut gehören das Tafernwirtshaus, Haus Nr. 42 samt Pferd- und Kuhstall, Hofraith, Brunnen, Wiesen und Felder.“ Zeller Klemens, Feihl Johann waren die nächsten Besitzer, bevor Gäst Michael den Hirschenwirt 1899 übernahm und dieser in der Familie weiter vererbt wurde an Gäst Johann, Sichert Franz und Sichert Georg. Zum Wirtshaus gehörte auch eine Kegelbahn. Um 1967 war das Wirtshaus ein gefragtes Cafe und Tanzlokal, nachdem es entsprechend renoviert wurde.

Haus Nr. 45 (das spätere Altenheim und jetziger Normaparkplatz), war ebenfalls ein Wirtshaus. Schmittner Franz, Geißler Michael, ebenso wie Hiltl Johann, Hiltl Josef und Wimmelsbacher Emanuel waren dort die Wirte und Besitzer. Wimmelsbacher Emanuel verkaufte das Anwesen 1904 an den St. Josefsverein, bestehend aus Wohnhaus, Stallgebäuden mit Heumagazin, Wasch- und Backhaus, Hofraum, dazugehörenden Grundstücken mit dem Tafernwirtsrecht. Das Wirtsrecht wurde auch später noch bei Theateraufführungen und anderen Veranstaltungen im Saal des St. Josefsvereins ausgeübt, wobei der Ochsenwirt Scheick Michael die Gäste bewirtete.

Das Bräuhaus Haus Nr. 62 war im Besitz der Schlossbesitzer und wurde auch Schlossbrauerei genannt. Hier wurde Bier gebraut und dann im zugehörigen Wirtshaus ausgeschenkt. Dazu wurden Pächter eingesetzt. Bereits um 1800 wird Zeller Andreas als Pächter erwähnt, der die Tochter des Braumeisters Ihrler Thomas heiratete. Fritz Johann ist um 1844 bestätigt. Danach übernahm Engl Michael um 1879 diese Pacht, anschließend Braun Michael. Friedrich Zürcher war der Nachfolger. Er braute dort von 1904 an, bis er 1916 in den Krieg musste. Gebraut wurde aber weiter bis 1917. Da wurde der Sudkessel kaputt und eine Reparatur war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Ab 1918 werden noch Forster Georg, Vögeler Georg, Stubenrauch August sowie Breu Josef als Pächter des Wirtshauses erwähnt. 1938 wird im Kataster noch das Verwalterwohnhaus mit Wirtschaftslokalitäten, Brauereianlagen mit Keller, Fassremise, Hausboden, Ställe, Kegelbahn, Hofraum und Garten aufgeführt, ebenso 1949. Allerdings gehörte das Anwesen seit 1943 bereits Familie Leib, die kein Wirtshaus mehr betrieb sondern eine Fabrik. Am Karfreitag 1844 brach ein großer Brand aus, der aber mit der tätigen Hilfe des ganzen Dorfes bezwungen wurde, dafür bedankte sich Johann Fritz, Braumeister. 1982 brannte es wiederum im Bräuhaus und das letzte bewohnbare Gebäude war damit vernichtet. Die restlichen baufälligen Gebäude wurden in der Folgezeit abgerissen.

Der erste im Urkataster erwähnte Besitzer des Ochsenwirtshauses war Konrad Nießlbeck. Zu diesem Zeitpunkt hat das Haus bereits den Hausnamen „Ochsenwirt“, eigentlich hieß das Wirtshaus: „Zum roten Ochsen“. Nächster Besitzer war Andreas Rammelmeier, danach Feihl Josef, Feihl Willibald. Das Haus wechselte danach mehrmals seine Besitzer. Scheick Michael war dann längere Zeit der Ochsenwirt, danach Maget Georg, bevor Bayerl Michael übernahm, der 1939 noch gute Umsätze machte. Unter Dozauer Wolfgang wurde das Haus 1942 versteigert und von der Humbser Brauerei aufgekauft. Im Ochsenwirtshaus waren 1945 zum Ende des Krieges ca. 100 ungarische Soldaten einquartiert, was für Unruhe in der Bevölkerung sorgte. Die Soldaten waren dann aber über Nacht verschwunden, als die Amerikaner in den Ort kamen. Das Haus wurde ca. 1952 von der Raiffeisenbank aufgekauft und abgerissen.

Schon im Jahre 1707 wird in den Kirchenbüchern des Pfarramtes der Hahnenwirt erwähnt, nämlich als eine Tochter des Simon Hirn, Gastwirt, genannt Hahnenwirt, getauft wurde. Hundert Jahre später bewirten Diepold Peter, Stich Michael, Wernhammer Johann, Kirsch Johann, Kraus Alois und Geidtner Tobias ihre Gäste, bevor mit Feihl Willibald, geb. 1881, der Vater von Anni Feihl, verheiratete Geyer und Meier als Besitzer in den Büchern eingetragen wird. Dieses Wirtshaus ist das einzige von allen oben erwähnten Wirtshäusern, das heute noch besteht und nach Geyer Georg nun von Tochter Isabel geführt wird. 

Zum Schluss soll auch noch der Sternwirt Haus Nr. 95 kurz erwähnt werden, der aber erst Mitte des vergangenen Jahrhunderts entstand, der Lammsbrauerei gehörte, von verschiedenen Pächtern geführt wurde und bereits vor einigen Jahren

Öffnungszeiten

Montag

08:00 - 12:00 Uhr
und 12:30 - 17:00 Uhr

Dienstag

08:00 - 12:00 Uhr

Mittwoch

08:00 - 12:00 Uhr

Donnerstag

08:00 - 12:00 Uhr
und 12:30 - 18:00 Uhr

Freitag

08:00 - 12:00 Uhr

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